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Werbepanne: Telekom-Tochter stoppt TV-Spot mit prügelndem Weihnachtsmann

Wer bringt zum Fest die Geschenke: das Christkind oder der Weihnachtsmann? In TV-Werbespots einer österreichischen Telekom-Tochter machen die Rivalen das untereinander aus - mit Nackenschlägen und Karate-Kicks. Erzürnte Eltern liefen Sturm, das Unternehmen zog die Filmchen jetzt kleinlaut zurück.

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Ausschnitt aus Telering-Werbung: "Stark überzeichnete Ironie"

Hamburg - Eine weihnachtliche Werbekampagne erhitzt derzeit die Gemüter in Österreich: Die Telekom-Tochter Telering inszenierte die Rivalität zwischen dem Christkind und dem Weihnachtsmann als handfeste Auseinandersetzung. Nach einem Sturm der Entrüstung hat das Unternehmen jetzt angekündigt, die Spots zu stoppen.

In dem Film prügelt der Weihnachtsmann mit seinem Gabensack auf das Christkind ein, das gerade ein Tarifpaket des Mobilfunkanbieters als ideales Geschenk anpreist. Das Christkind wiederum rächt sich in einem zweiten Spot mit einem artistischen Karate-Tritt, das den rotgewandeten Gabenbringer außer Gefecht setzt.

Zahlreiche Zuschauer liefen gegen die Kampagne Sturm - auf der Internetseite des österreichischen Werberats häuften sich die Beschwerden vor allem von Eltern kleiner Kinder. "Der Spot gehört sofort verboten", fordert etwa eine Mutter und fragt, wie sie ihren Kindern denn erklären soll, "dass der Weihnachtsmann das Christkind verprügelt. Außerdem gibt es bei uns nur das Christkind".

Telering regierte prompt: Erst kündigte das Unternehmen an, die inkriminierte Werbung nur noch nach 21 Uhr zeigen zu wollen, dann entschied es sich dazu, die entsprechenden Szenen zu schwärzen und die Spots bald durch neue zu ersetzen. In einer Stellungnahme zeigte sich Telering zerknirscht: Das Unternehmen entschuldige sich "inständig bei allen Österreicherinnen und Österreichern, die unsere Werbung anders als beabsichtigt und negativ wahrnehmen". Natürlich distanziere man sich von jeglicher Form der Gewalt.

Bemerkenswert ist jedoch die Art, wie Telering die eher platte Kampagne in einer Stellungnahme zur Kunst erhebt: Man wolle die Frage, ob das Christkind oder der Weihnachtsmann die Gaben bringen, "mit sehr stark überzeichneter Ironie" beantworten. Die Werbung bediene sich, heißt es weiter, allgemein gern der Metapher, denn "damit können komplexe Sachverhalte leicht verständlich kommuniziert werden. Auch die Überhöhung ist ein wichtiges Instrument, um vom Konsumenten besser verstanden zu werden".

fdi

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