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Wertlose Zertifikate Münchner Börse stoppt Emissionshandel

Kohlekraftwerk in Brandenburg: Handel mit CO2-Rechten gestopptZur Großansicht
AP

Kohlekraftwerk in Brandenburg: Handel mit CO2-Rechten gestoppt

Die Börse in München hat den Handel mit bereits verwendeten Verschmutzungsrechten gestoppt. Laut "Financial Times Deutschland" haben Händler diese Zertifikate angeboten - obwohl sie für den Käufer wertlos sind.

München - Die EU-Kommission untersucht nach Angaben der "Financial Times Deutschland" ("FTD") einen Skandal im Emissionshandel. Demnach seien gebrauchte Verschmutzungsrechte, sogenannte Certified Emission Reductions (CERs), im europäischen Handel aufgetaucht.

Die Börse Greenmarket in München hat deshalb den Handel mit den Zertifikaten ausgesetzt, bestätigte Robert Ertl von der Bayerischen Börse. In den vergangenen Tagen sei bekannt geworden, dass "recycelte" CERs gehandelt wurden. Dabei handele es sich um Zertifikate aus Klimaschutzprojekten in Schwellenländern, die bereits einmal von Betreibern zur Erfüllung ihrer Abgabepflicht verwendet wurden.

Über London seien die gebrauchten Zertifikate wieder in den Handel gelangt. Für den potentiellen Käufer seien sie wertlos. Um ihre Marktteilnehmer zu schützen, habe die Börse München den Handel ausgesetzt, bis sichergestellt werden könne, "dass keine recycelten CERs mehr gehandelt werden können", sagte Ertl. Technisch sei dies bereits umgesetzt, da der Börse eine Liste der EU-Kommission vorliege. Deren Stand sei aber von Anfang März. Darum bleibe der Handel zunächst ausgesetzt.

Laut "FTD" haben auch die Pariser Börse Bluenext und die nordeuropäische Nordpool den Handel mit den Emissionsrechten gestoppt. Anfang Februar hatte das Geschäft mit den CO2-Rechten bereits für Schlagzeilen gesorgt. Über Phishing-Mails hatten sich unbekannte Täter damals Zugang zu Handelskonten verschafft - und in kurzer Zeit Rechte im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen.

cte

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Weniger CO2 durch Emissionshandel
AP
Die Unterzeichner des Kyoto-Protokolls wollen den Ausstoß von Klimagasen reduzieren. Die Europäische Union etwa hat sich verpflichtet, ihre Gesamtemissionen in den Jahren 2008 bis 2012 gegenüber dem Stand des Jahres 1990 um acht Prozent zu senken. Deutschland will bis 2012 rund 21 Prozent weniger CO2 ausstoßen als noch 1990.

Durchschnittlich wollen die Kyoto-Vertragsstaaten zunächst bis 2012 durchschnittlich 5,2 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als im Durchschnitt des Jahres 1990. Sechs Treibhausgase werden in einem Zusatz zum Protokoll genannt: Kohlendioxid, Methan, halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs), Perfluorkohlenwasserstoffe (PFCs), Lachgas (Distickstoffmonoxid) und Schwefelhexafluorid.





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