Wertvollste Firmen der Welt: Deutsche Konzerne rutschen in Börsen-Ranking ab

Nur noch vier deutsche Firmen schaffen es in die Top 100 der wertvollsten Unternehmen - halb so viele wie vor einem Jahr, zeigt eine neue Rangliste. Die großen Gewinner kommen aus Fernost: Allein China ist jetzt mit elf Konzernen vertreten.

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Ranking: Die wertvollsten Konzerne der Welt
Stuttgart - Made in Germany verliert an den Globalbörsen an Boden. Zum 31. Dezember 2009 waren nur noch vier deutsche Unternehmen in der Liste der 100 teuersten Unternehmen der Welt vertreten - ein Jahr zuvor waren es noch doppelt so viele. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

Demnach fiel Deutschland im Länderranking vom zweiten auf den sechsten Platz hinter die USA, China, Großbritannien, Frankreich und Japan zurück. Ernst & Young hatte die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit im Jahresvergleich bewertet.

Allerdings konnte die Mehrzahl der deutschen Top-Konzerne im Jahresverlauf an Wert zulegen. Die Erholung der Aktienmärkte in anderen Regionen - vor allem in den Schwellenländern - sei aber stärker gewesen, so dass die meisten deutschen Unternehmen im Ranking abgerutscht seien, heißt es in der Analyse.

Während sowohl Europa als auch die USA in den vergangenen zwölf Monaten an Gewicht verloren, steigerten vor allem asiatische Unternehmen ihre Bedeutung an den Weltbörsen: So stieg die Zahl der chinesischen Konzerne im Top-100-Ranking im vergangenen Jahr von acht auf elf, im Top-300-Ranking von 19 auf 25, wie Ernst & Young weiter mitteilte.

Vertrauensvorschuss für die Finanzbranche

Im Branchenvergleich gehörte der Finanzsektor zu den Gewinnern des vergangenen Jahres. Die Finanzkrise im Jahr 2008 habe zu einer erheblichen Schwächung von Banken und Versicherungen an den Weltbörsen geführt, von der sich die Branche inzwischen aber wieder teilweise erholt habe, schreiben die Autoren der Studie. Ende 2008 konnten sich nur 16 Unternehmen aus der Finanzbranche in der Liste der Top-100-Unternehmen platzieren, Ende 2009 seien es wieder 24 gewesen. Die Zahl der Banken im Top-100-Ranking stieg von 12 auf 21.

"Einige Banken konnten jüngst überraschend gute Zahlen vorlegen. Die meisten Marktbeobachter gehen inzwischen davon aus, dass die Finanzbranche das Schlimmste überstanden hat und dass einige Institute nun sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen", erklärte Hendrik Hollweg, Geschäftsführer bei Ernst & Young. Die im Top-100-Ranking vertretenen Unternehmen aus der Finanzbranche hätten ihren Gesamtwert von 1,42 Billionen Dollar auf derzeit 2,73 Billionen Dollar verbessern können - ein Zuwachs um 92 Prozent.

Auch die Energie- und die Rohstoffbranche hätten wieder stark an Gewicht gewonnen. Die Zahl der Energieunternehmen, die sich unter den Top 100 platzieren konnten, nahm von 16 auf 18 zu, die Zahl der Rohstoffunternehmen von drei auf sechs. "Das Wiedererstarken der Weltwirtschaft führt zu steigenden Energiepreisen. Damit gewinnen gerade Öl- und Gasunternehmen deutlich an Attraktivität", sagte Hollweg.

Die wertvollsten Unternehmen
Ranking Firma 31.12.2009 31.12.2008 Land Branche
Top Ten
1 Petrochina 353.174 259.814 China Energie
2 Exxon Mobil 323.717 406.067 USA Energie
3 Microsoft 270.636 172.930 USA Software
4 Industrial and Commercial Bank of China 268.955 173.873 China Finanzen
5 Wal-Mart 203.654 219.898 USA Handel
6 China Construction Bank 201.455 128.266 China Finanzen
7 BHP Billiton 201.166 113.709 GB/Australien Rohstoffe
8 HSBC 199.249 116.799 Großbritannien Finanzen
9 Petrobas 199.245 95.895 Brasilien Energie
10 Google 196.701 96.870 USA Internet
... Deutschland
61 Siemens 84.171 67.973 Technologie
62 E.on 83.868 80.321 Energie
81 Bayer 66.355 44.824 Grundstoffe
88 Deutsche Telekom 64.351 66.172 Kommunikation
101 SAP 58.013 43.666 Software
104 BASF 57.237 36.130 Chemie
107 Allianz 56.721 47.958 Finanzen
109 Daimler 56.649 36.349 Auto
118 RWE 54.488 50.008 Energie
148 Deutsche Bank 43.996 22.423 Finanzen
155 Volkswagen 42.492 109.709 Auto
235 Audi 30.829 28.251 Auto
236 Münchener Rück 30.759 32.336 Versicherungen
254 BMW 29.171 19.382 Auto
Marktkapitalisierung in Millionen US-Dollar

mik/böl

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1. Fake
Carguy 07.01.2010
Teile dieses Rankings sind ein Witz. Beispiel: Audi. Diese Firma ist zu über 99 % im Besitz von VW. Lediglich 0,45 % sind in Streubesitz. Hier wurde mittels einer geringen Zahl hoch bewerteter Aktien ein theoretischer Unternehmenswert von 30 Mrd. € errechnet. Damit wäre Audi mit lediglich rund 60 % des Umsatzes von BMW mehr Wert als eben BMW selbst. VW wird mit 42 Mrd. registriert, dies repräsentiert in etwa den aktuellen Börsenwert des VW-Konzern, also inkl. Audi. Hier soll gezielt der Eindruck erweckt werden, Audi und VW sind zusammen 72 Mrd. € wert, ein Märchen, dass die Spin Doctors in Wolfsburg vermutlich gezielt in Umlauf brachten. Ebenso wie die angeblich hohe Profitabilität von Audi, die bei 21 Mrd. € Umsatz (1-9/09) einen Rohgewinn von 1,2 Mrd. € ausweisen, rund 70% des Gesamtgewinns des VW Konzerns, der wiederum 77 Mrd. € umsetzte. Alles ein Witz eben, aber mit System.
2. .
GertL 07.01.2010
Na und? Börsenwert ist nicht realer Wert.
3. Fake
Carguy 07.01.2010
Teile dieses Rankings sind ein Witz. Beispiel: Audi. Diese Firma ist zu über 99 % im Besitz von VW. Lediglich 0,45 % sind in Streubesitz. Hier wurde mittels einer geringen Zahl hoch bewerteter Aktien ein theoretischer Unternehmenswert von 30 Mrd. € errechnet. Damit wäre Audi mit lediglich rund 60 % des Umsatzes von BMW mehr Wert als eben BMW selbst. VW wird mit 42 Mrd. registriert, dies repräsentiert in etwa den aktuellen Börsenwert des VW-Konzern, also inkl. Audi. Wenn Audi als Teil von VW 30 Mrd. € wert wäre, wäre des Restkonzern VW logischerweise lediglich noch 12 Mrd. € wert. Hier soll gezielt der Eindruck erweckt werden, Audi und VW sind zusammen 72 Mrd. € wert, ein Märchen, dass die Spin Doctors in Wolfsburg vermutlich gezielt in Umlauf brachten. Ebenso wie die angeblich hohe Profitabilität von Audi, die bei 21 Mrd. € Umsatz (1-9/09) einen Rohgewinn von 1,2 Mrd. € ausweisen, der rund 70% des Gesamtgewinns des VW Konzerns beträgt, der wiederum 77 Mrd. € dafür umsetzte. Alles ein Witz eben, aber mit System.
4. jop
louis1453 07.01.2010
Zitat von GertLNa und? Börsenwert ist nicht realer Wert.
Ganz meine Meinung ! Börsenwerte werden aus SCHÄTZUNGEN über den zukünftigen GewinnZUWACHS gewonnen - solange der Gewinn wächst, werden die Aktien gekauft. Problem: Die besten Wachstumsgiganten werden irgendwann umso tiefer abstürzen, weil sie die hohen Renditeerwartungen nicht mehr erfüllen können. Wer nachhaltiges Wachstum mit Augenmaß will ist vom Aktionärsgeplärre unabhängig.
5. .
OoogaBoooga 07.01.2010
So stark ist Deutschland gar nicht abgerutscht. Betrachtet man die Plätze 101 bis 109, sieht man, dass eben vier deutsche Unternehmen den Sprung unter die Top 100 nur knapp verfehlt haben. Wahrscheinlich läge Deutschland, wenn man die ersten 110 Unternehmen heranzieht, dann doch wieder vor Frankreich und GB. Hinzukommt, dass Deutschland traditionell viele starke Mittelständler hat, während ein zentralistisches Land wie China vermutlich eher auf gigantische, halbverstaatlichte Konzerne setzt.
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