Baden-Württemberg Schlüsseldienst fordert 660 Euro - Polizei ermittelt wegen Wuchers

Den Schlüssel verlieren und den Schlüsseldienst rufen ist teuer - doch ist jeder Preis gerechtfertigt? In Baden-Württemberg hat die Polizei nun Ermittlungen eingeleitet, nachdem eine Kundin eine besonders hohe Rechnung monierte.

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Weil ein Schlüsseldienst für das Türöffnen 660 Euro von einer Kundin verlangt hat, ermittelt die Polizei in Baden-Württemberg wegen Wuchers. Wie die Beamten am Dienstag mitteilten, hatte eine 56-Jährige in Albbruck bei Waldshut ihre Wohnungstür zugezogen - den Schlüssel jedoch innen stecken lassen.

Daraufhin rief sie einen Schlüsseldienst. Erst nach 90-minütiger Wartezeit kam am Samstag ein Monteur, der dann weitere zweieinhalb Stunden brauchte, um die Tür zu öffnen. Den Angaben zufolge verlangte der Mann nach getaner Arbeit 660 Euro, die die Frau sofort per EC-Karte zahlen sollte. Der ortsübliche Preis liegt laut Polizei aber zwischen 100 und 200 Euro. Vor dem Öffnen war keine Summe vereinbart worden. Die Frau informierte darauf die Polizei, die nun ermittelt.

Laut Erhebungen der Verbraucherzentralen variieren die durchschnittlichen Kosten für eine Türöffnung von Bundesland zu Bundesland stark (hier geht es zum Vergleich). In Mecklenburg-Vorpommern werden im Schnitt knapp 59 Euro fällig, am teuersten ist Rheinland-Pfalz mit fast 84 Euro.

An Wochenenden und Feiertagen hingegen ist Baden-Württemberg mit 149 Euro besonders teuer. Das ist allerdings nur ein Bruchteil der Summe, die der Schlüsseldienst in Albbruck in Rechnung stellte.

beb/dpa

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