Gescheiterte VW-Übernahme Ex-Porsche-Chef Wiedeking soll angeklagt werden

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ist schwer: Wendelin Wiedeking soll in seiner Zeit als Porsche-Chef den Kurs der Volkswagen-Aktie manipuliert haben. Laut einem Zeitungsbericht wird die Staatsanwaltschaft Stuttgart deshalb Klage gegen den 60-Jährigen einreichen.

Früherer Top-Manager Wiedeking:
dapd

Früherer Top-Manager Wiedeking:


Stuttgart - Wendelin Wiedeking machte Porsche in seiner Zeit als Chef des Sportwagenbauers zu einem der profitabelsten Autohersteller der Welt. Doch der Starmanager scheiterte mit seinem Versuch, Volkswagen Chart zeigen zu übernehmen. Nun will die Staatsanwaltschaft Stuttgart Wiedeking wegen des Verdachts auf Kursmanipulation anklagen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Demnach ist die umfangreiche Anklageschrift bereits fertig, dem Vernehmen nach könnte sie dem Landgericht Stuttgart schon vorliegen. Dort wird dann entschieden, ob es zu einem Prozess kommt oder nicht.

Offenbar wird Wiedeking, der zwischen August 1993 und Juli 2009 Vorstandsvorsitzender von Porsche Chart zeigen war, vorgeworfen, die Börse im Verlauf des Übernahme-Vorhabens nicht korrekt über seine Pläne und den Stand der Dinge unterrichtet zu haben.

Am Dienstag wollten sich weder die Staatsanwaltschaft noch Wiedekings Verteidiger zu der Anklage äußern. Laut der "SZ" haben die Ermittler einen anderen schweren Vorwurf gegen den 60-Jährige fallengelassen. Es sei keine Rede mehr davon, dass Wiedeking mit seinen Plänen, die viele Milliarden Euro gekostet hatten, die Existenz von Porsche vorsätzlich aufs Spiel gesetzt habe. Im August 2010 waren bereits zwei weitere Verfahren gegen Wiedeking eingestellt worden.

max/dapd

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
abi68 18.12.2012
1. Hat dieser Oberstaatsanwalt nichts Besseres zu tun?
Langsam kommt es in Mode ehemals erfolgreiche Manager bei Misserfolg mittels Strafrecht fertig zu machen. Auch hier will wieder ein erfolgssüchtiger Staatsanwalt einen tüchtigen Manager kriminalisieren, nachdem dieser mit der VW Übernahme gescheitert ist. Lieber Herr Oberstaatsanwalt, vor Leuten wie Ihnen graust es mir. Ja, hinterher ist man immer schlauer, vor allem wenn man die Welt aus dem geschützten Reservat des Öffentlichen Dienstes betrachten kann. Kein Risiko, dafür volle Absicherung. Hier ist keine Straftat begangen worden, es haben lediglich Porsche Aktionäre Geld verloren (ich übrigens auch), andere bei VW Geld gewonnen. Jeder der an der Börse mitspielt weiss worauf er sich einlässt. Ich wünsche der Staatsanwalt (im Namen des Volkes) viel Misserfolg. Schade um das viele Steuergeld das diese übereifrigen Beamten mit ihren Ermittlungen verbrennen. Herrn Wiedeking wünsche ich viel Erfolg in diesem sinnlosen Verfahren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.