Zu viel Windenergie Orkantief drückt Strompreise um 40 Prozent

"Xaver" hat große Effekte auf die Energieversorgung. Experten schätzen, dass deutsche Windturbinen durch das Orkantief in den kommenden Tagen drei- bis viermal so viel Elektrizität produzieren wie normalerweise. Die Strompreise sind stark gesunken.

Offshore-Windpark: Niedrige Strompreise dank heftiger Böen
DPA

Offshore-Windpark: Niedrige Strompreise dank heftiger Böen


Hamburg - Das Orkantief "Xaver" beschäftigt auch die Händler an der Strombörse in Leipzig. In Erwartung eines stark steigenden Angebots an Windenergie sind die Strompreise stark gefallen. Zuletzt kostete für die Megawattstunde gut 31,50 Euro, rund 40 Prozent weniger als am Vortag.

In Deutschland waren Ende 2012 Windräder mit einer Leistung von gut 31 Gigawatt installiert. Das entspricht der Kapazität von 31 mittleren Atomkraftwerken. Händler schätzen, dass die Windturbinen durch die Sturmbören in den kommenden Tagen drei- bis viermal so viel Energie produzieren werden wie normalerweise, berichtet das Internetportal der "Tagesschau". Die Folgen: ein Überangebot an Strom - und sinkende Preise.

Das Orkantief "Xaver" soll die Küsten am Donnerstag erreichen und Meteorologen zufolge über eineinhalb Tage im Norden toben. An vielen Schulen fällt der Unterricht aus. Inselfähren stellen ihren Betrieb großteils ein. Die Deutsche Bahn will mit zusätzlichen Mitarbeitern an Bahnhöfen und an Telefonen über die Verkehrslage auf den Strecken informieren. Sturmbedingt könnten Züge ausfallen.

Eine Blackout-Gefahr besteht durch die Schwankungen bei der Windenergie nicht. Die Windturbinen sichern sich selbst - bei zu großen Windgeschwindigkeiten drehen sich ihre Rotoren aus dem Wind. Produzieren die Anlagen mehr Strom, als die Netze aufnehmen können, können die Stromnetzbetreiber aktiv werden und die Turbinen abregeln. Dafür gibt es genaue Schaltpläne, so wird vermieden, dass zu viele Anlagen gleichzeitig abgeregelt werden und eine plötzliche Lücke in der Versorgung entsteht.

Klar ist aber auch: "Xaver" wird dem deutschen Stromnetz stressige Tage bescheren. Betreiber wie Tennet mobilisieren zusätzliches Personal, um einen Blackout zu verhindern. "Wir verstärken den Sicherheitspuffer für die Netze in den betroffenen Gebieten und stocken die Besatzung in den Schaltleiten auf", sagte eine Tennet-Sprecherin manager magazin online.

Wie Sie sich für den Sturm rüsten, erfahren Sie hier.

Der Autor auf Facebook

ssu



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 445 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jojocw 04.12.2013
1. Strompreis an der Börse
. wird wohl günstiger. Aber für den Verbraucher eher teuer, den er muss ja den Windstrom zum festgesetzten Preis bezahlen, sogar den Strom, der gar nicht gebraucht wird, weil die Windräder bei Überangebot zwar abregeln, aber trotzdem vergütet werden. Sehe ich das richtig?
peterfetcher 04.12.2013
2. Als ob dieser....
.. "Orkan".. dem Endkunden was bringt. Der füllt nur die Taschen der sogenannten "Windbauern". Ich wohne im Hunsrück, der es nicht geschafft hat sich wie die Eifel zu vermarkten, (ich meine ohne die Verspargelung der Landschaft). Nun sind wir dabei dies mit den Windparks zu erreichen. Wenn ich Richtung Koblenz und Mainz fahre sehe ich anstatt des vormals weiten Horizonts allein im Raum Kastellaun-Kappel inzwischen 29! Windkraftanlagen und es werden immer noch mehr. Wie ich hörte will die Landesregierung noch über 800 dieser Umweltriesen genehmigen. Schade um unsere frühere schöne Landschaft und schade, dass wir unseren Nachfahren davon nur wie in einem Märchen davon erzählen können.
feder2424 04.12.2013
3. vierfache Strommenge???
Die Vierfache Strommenge?! Da haben die richtigen Experten ihr Unwissen von sich gegeben! Heute waren es bereits 10 GW. Vierfach, das heißt also 40 GW, aus 30 GW instalierter Leistung. Das ist schon ein physikalisches Wunder, was nur aus der "Grünen" Expertenecke kommen kann. Übrigens: meines Wissen nach werden die Windräder ab ca. 8bf in den Wind gedreht, um Schäden abzuwenden! Die Holländer haben früher bei solchen Windlasten die Leinen/Segeltücher von den Flügeln ihrer Windrädern abgezogen!
eisenfuss1 04.12.2013
4. weitere Strompreissteigerung?
Zitat von sysopDPA"Xaver" hat große Effekte auf die Energieversorgung. Experten schätzen, dass deutsche Windturbinen durch das Orkantief in den kommenden Tagen drei bis vier mal so viel Elektrizität produzieren wie normalerweise. Die Strompreise sind stark gesunken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/windenergie-orkan-xaver-laesst-strompreise-fallen-a-937276.html
das heißt, für den privaten Verbraucher wird der Strompreis noch stärker steigen.
freddygrant 04.12.2013
5. Dann mal weiter
... vielleicht sind die Stromlieferanten und -Händler so gnädig und geben die Hälfte wenigstens von den 40% geringerem Strompreis an den Verbraucher weiter ... die Hoffnung stirbt zuletzt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.