Stromversorgung Ausbau der Windenergie stockt

Windkraft spielt bei der Energiewende eine zentrale Rolle. Der Bau von Windrädern ist jedoch deutlich zurückgegangen. Auch für 2019 ist der Branchenverband pessimistisch.

Windräder in Brandenburg
DPA

Windräder in Brandenburg


Windenergie an Land ist die wichtigste Quelle erneuerbarer Energien. Doch der Ausbau ist im vergangenen Jahr stärker zurückgegangen als erwartet. 2018 wurden nur gut 740 Windräder mit einer Leistung von insgesamt 2400 Megawatt gebaut, teilte der Bundesverband Windenergie (BWE) mit. Zum Vergleich: 2017 wurden 5300 Megawatt neuer Windkraft an Land zugebaut. Das war allerdings auch ein Rekordjahr.

Für dieses und nächstes Jahr ist der Branchenverband pessimistisch: 2019 würden voraussichtlich nicht einmal 2000 Megawatt Zubau erreicht, hieß es.

Erneuerbare Energientragen einen immer größeren Teil der deutschen Stromversorgung. Im Jahr 2018 waren es erstmals mehr als 40 Prozent. Der Ausbau von Ökostrom-Quellen gilt neben dem Netz- und Speicherausbau als zentrale Herausforderung für die Energiewende. So ist der Kohleausstieg nur mit dem Bau von ausreichend neuen Windrädern zu schaffen.

Für 2018 hatte der Branchenverband einen gewissen Rückgang erwartet. So hatte der BWE im Sommer für das Gesamtjahr neue Windkraft an Land mit einer Leistung von 3300 bis 3500 Megawatt prognostiziert.

Hintergrund der Entwicklung ist eine Änderung der Förderung der Windenergie. Statt festgelegten, von vornherein über 20 Jahre garantierten Strom-Abnahmepreisen werden Windparks nun ausgeschrieben. Wer für seine Anlagen die geringsten Strom-Abnahmepreise verlangt, erhält den Zuschlag. Dies gilt aber als weit weniger attraktiv. Daher versuchten die Unternehmen mit Hochdruck, ohnehin geplante Projekte noch nach dem alten Förderregime genehmigen zu lassen. Diese Projekte liefen 2018 aus.

Außerdem kommt es immer wieder zu Verzögerungen beim Bau neuer Windräder, da es dagegen fast immer Klagen etwa von Anwohnern gibt.

mmq/Reuters

insgesamt 105 Beiträge
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gunpot 29.01.2019
1. Der Rückgang kann doch keinen wundern
Neben der Klagewelle gegen die Errichtung neuer Windräder kennen wir in der Volkswirtschaft ein Phänomen, das wir Sättigungsgrenze nennen.
goggo64 29.01.2019
2. Wie gut
WKA verschandeln die Landschaft, sind laut und töten Vögel und Fledermäuse. Jedes nicht gebaute Windrad ist zu begrüßen.
cum infamia 29.01.2019
3. wunderschön
.. dies abgebildete Landschaft. Da urlaubt man natürlich gern in dem Bewußtsein, daß man auf der Seite der Guten ist....
felisconcolor 29.01.2019
4. Willkommen
im Leben. Das wird den EEG Beführwortern zwar nicht gefallen aber das die realwirtschaftliche Kröte eines Tages zu schlucken ist hätte allen von vorn herein klar sein müssen. Ich hätte auch gern Geld für fast nichts zu tun. Aber ich kann meinen Arbeitgeber (auch öffentliche Hand) nicht so Recht davon überzeugen.
MannAusmNorden 29.01.2019
5. 2 Giga-Watt? Immer noch viel Schlick!
Also, 2 Gigawatt pro Jahr sind immer noch eine Menge! Mir ist zwar klar, dass auf die Volllaststunden gerechnet nachher weniger dabei raus kommt. Aber Dennoch ist die mögliche Leistung von 2GW immer noch genug um zwei AKWs zu ersetzen. Auf 10 Jahre gerechnet sind das dann 20GW, und die können, wenn sie sinnvoll verteilt sind, sicher auch das ein oder andere Grundlastkraftwerk ersetzen.
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