Wegen Unruhen Wintershall stellt Ölförderung in Libyen ein

Der größte deutsche Ölförderer musste seine Produktion in Libyen vorerst stoppen. Hintergrund ist die Blockade der Exportanlagen an der Küste. Das nordafrikanische Land ist zwei Jahre nach dem Umsturz immer noch tief gespalten.

Wintershall-Anlage in Libyen: "Unklar, wann Blockade aufgehoben wird"
DPA

Wintershall-Anlage in Libyen: "Unklar, wann Blockade aufgehoben wird"


Frankfurt - Wintershall kann wegen der Unruhen in Libyen vorerst kein Erdöl mehr in dem nordafrikanischen Land fördern. "Durch die andauernde Blockade der Öl-Exportanlagen an der Küste hatte Wintershall die Onshore-Förderung bereits vor einigen Wochen einstellen müssen", sagte ein Sprecher der BASF-Tochter und bestätigte damit einen Bericht der "Welt am Sonntag".

"Im Moment ist es unklar, wann die Blockade der Export-Terminals aufgehoben wird und wie schnell die Produktion in der libyschen Wüste wieder aufgenommen werden kann", erklärte der Sprecher weiter. Die Offshore-Ölförderung vor der Küste Libyens sei davon nicht betroffen. Mit Investitionen von mehr als zwei Milliarden Dollar ist Wintershall einer der größten Ölproduzenten in Libyen. Das Unternehmen ist dort bereits seit 1958 aktiv.

Das krisengeschüttelte Land ist auch zwei Jahre nach dem politischen Umsturz noch tief gespalten: Rivalisierende Stammesmilizen und radikale Islamisten kämpfen um die Kontrolle wichtiger Wirtschaftsbereiche. Auch die österreichische OMV erhält weiter nahezu kein Öl aus Libyen. Dort sei die Hauptproduktion des Konzerns seit Ende Oktober unterbrochen, hieß es am Dienstag.

cte/Reuters



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willibaldus 24.11.2013
1. Zum Jahreswechsel sollen angeblich die
Auszahlung von Gehältern an die Milizen endlich gestoppt werden. Von daher sind Probleme zu erwarten. Es ist besser potenzielle Ziele vorher aus dem Schussfeld zu entfernen. Es sieht so aus als würden die meisten Milizen Tripolis verlassen und der regulären Armee das Feld überlassen.
carahyba 24.11.2013
2. Euphemistisch ...
Zitat von willibaldusAuszahlung von Gehältern an die Milizen endlich gestoppt werden. Von daher sind Probleme zu erwarten. Es ist besser potenzielle Ziele vorher aus dem Schussfeld zu entfernen. Es sieht so aus als würden die meisten Milizen Tripolis verlassen und der regulären Armee das Feld überlassen.
Die Förderanlagen und die Terminals sind in der Hand von Milizen. Diese haben schon in den letzten Wochen die Produktion und die Verladung gedrosselt als Repressalie gegen die "Regierung". Es haben einige Milizen Tripoli verlassen, beileibe nicht alle und es ist nicht gesagt, dass sie nicht wiederkehren werden. Das wissen Sie auch, dass die Milizen ihre Positionen nicht kampflos räumen werden. Die "Regierung" wird keinen Bürgerkrieg beginnen, der Druck kommt von aussen. Bin gespannt wie die humanitären Interventionisten diesmal ihre Intervention begründen werden. Vielleicht mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Dann werden einige Drohneneinsätze gegen Milizenführer fällig. Die Frage ist nur, macht man es leise oder zettelt eine Medienkampagne an. Jetzt wären doch die französischen Antropologen gefragt, die sich in den Stammes- und Clanstrukturen gut auskennen und die humanitären Interventionisten so erfolgreich beraten haben.
robert.haube 24.11.2013
3. Und tschüss
Hatte sich willibaldus nicht nach dem NATO-Bombardement als angeblicher Mitarbeiter einer in Libyen tätigen Öl-Gesellschaft ausgegeben ? Dann könnte er ja spätestens jetzt seine Koffer packen.
carahyba 24.11.2013
4. Kofferpacken, noch nicht ...
Zitat von robert.haubeHatte sich willibaldus nicht nach dem NATO-Bombardement als angeblicher Mitarbeiter einer in Libyen tätigen Öl-Gesellschaft ausgegeben ? Dann könnte er ja spätestens jetzt seine Koffer packen.
Die Investitionen von WINTERSHALL sind doch erheblich, die lässt man nicht so ohne weiteres in Stich. Da wird man noch einiges versuchen. Dem grossen Bruder wird bestimmt noch was einfallen. Die Situation war erwartbar, nun muss man sich was ausdenken was unter R2P passt, wird schwierig. Aber die UNO-Resolution unter der dieser Coup gelaufen ist, gilt ja noch für die nächsten Ewigkeit. Libyen steht demnach unter USA-EU-NATO-Kuratell. Begründungen zum Eingreifen sind Auslegungssache.
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