Winzer-Bilanz des langen Sommers Fruchtige Weißweine, vollmundige Rotweine - 2018 wird ein Ausnahme-Jahrgang

Der trockene Sommer hat Bauern mickrige Ernten beschert. Die Winzer aber jubeln: Der Wein wird dieses Jahres richtig gut, und es gibt hohe Erträge. Allerdings profitieren die Anbaugebiete unterschiedlich.

Weinlese im Rheingau
DPA

Weinlese im Rheingau


Die Befürchtungen aus dem Sommer sind Gewissheit geworden: Die Landwirtschaft hat unter dem sehr trockenen Sommer gelitten, die Verbraucher bekommen das bei Preis und Qualität zu spüren. Kartoffeln - um 25 Prozent weniger Ertrag als 2017 und doppelt so hohe Preise. Kohlgemüse - um bis zu 50 Prozent weniger.

Für eine Gruppe unter den Landwirten hätte das Jahr jedoch kaum besser laufen können - und ihre Kunden können sich freuen: Die Winzer bejubeln die größte Ernte seit 1999. Bundesweit werden die Erträge laut dem Deutschen Weininstitut (DWI) bei etwa 10,7 Millionen Hektolitern Weinmost liegen. Das sind 23 Prozent mehr als im Durchschnitt von 8,8 Millionen Hektolitern der vergangenen zehn Jahre.

Nach einem außergewöhnlich schlechtem Jahr 2017, in dem es nur 7,5 Millionen Hektoliter waren, können die Winzer ihre Keller nun wieder auffüllen. Dass die Erträge so hoch ausfallen würden, sei selbst für Fachleute unerwartet gewesen, teilt das Weininstitut mit. Schließlich sei der Wassermangel in diesem Jahr extrem gewesen.

"Farbkräftige, vollmundige Rotweine"

Zudem war es sehr sonnig, was nicht nur zu viel, sondern auch zu sehr gutem Wein geführt habe. "Der Weinjahrgang 2018 wird als absoluter Ausnahmejahrgang in die Geschichte eingehen", heißt es in der Mitteilung des DWI. Bundesweit hätten die deutschen Winzer Spitzenqualitäten eingebracht. "Die Trockenheit dieses Sommers hat der Reben- und Reifentwicklung rückwirkend betrachtet mehr genutzt als geschadet."

Besonders profitiert haben Rotweinsorten. Insgesamt könnten Weinliebhaber "ausgesprochen fruchtige Weißweine und farbkräftige, vollmundige Rotweine" erwarten.

Allerdings fielen die Ertragssteigerungen regional sehr unterschiedlich aus. Mit fünf Prozent im Vergleich zum Zehnjahresmittel legten die Erträge im Anbaugebiet Saale-Unstrut am geringsten zu, am Mittelrhein waren es mit 64 Prozent die höchsten Steigerungen. Die beiden größten Anbaugebiete Rheinhessen und Pfalz verzeichneten ein Plus von 19 und 17 Prozent über dem Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre.

fdi



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