Bericht über verdächtige Geldströme Wirecard-Aktie stürzt um mehr als 20 Prozent ab

Die "Financial Times" berichtet über verdächtige Geldströme beim Finanzdienstleiter Wirecard. Das Unternehmen dementiert. Die Aktien verloren trotzdem stark an Wert.

Firmenzentrale von Wirecard
LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Firmenzentrale von Wirecard


Nach einem kritischen Bericht über den Zahlungsabwickler Wirecard ist dessen Aktie zwischenzeitlich um mehr als ein Fünftel abgestürzt. Die "Financial Times" hatte über eine interne Präsentation von Wirecard berichtet, in der es um fragwürdige Geldströme gegangen sein soll. Wirecard dementierte den Bericht, die Papiere des Unternehmens notierten zuletzt aber immer noch 16 Prozent im Minus.

In dem Artikel hieß es unter anderem, dass bei einer Führungskraft des Zahlungsabwicklers in Singapur im vergangenen Jahr der Verdacht auf Dokumentenfälschung und Geldwäsche im Raum gestanden habe.

Der Artikel sei falsch, irreführend und verleumderisch, sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen nehme alle Vorgaben zur Einhaltung von Gesetzen sehr ernst.

Wirecard ist schon häufiger mit fragwürdigen Geschäftspraktiken in Verbindung gebracht worden, nachgewiesen wurde dem Unternehmen jedoch bisher nie etwas. Aufsehen erregte vor allem ein im Februar 2016 lanciertes Papier eines selbsternannten Researchdienstes namens "Zatarra", das vor Vorwürfen rund um fragwürdige Geschäftspraktiken nur so wimmelte.

Damals soll Experten zufolge hinter den Berichten eine Attacke von sogenannten Short Sellern gesteckt haben, die mit fallenden Aktienkursen Geld verdienten. Die Aktie verlor auch damals deutlich an Wert - allerdings auf einem deutlich niedrigeren Kursniveau als derzeit.

Wirecard ist erst im September in den deutschen Leitindex Dax eingezogen. Nach Jahren kräftigen Wachstums ist das Unternehmen, das mit der Abwicklung von Onlinezahlungen sein Geld verdient, mittlerweile an der Börse mehr wert als die größten deutschen Banken, die Deutsche Bank und die Commerzbank.

fek/dpa-afx



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