Wirecard Münchner Finanzdienstleister ist erstmals mehr wert als die Deutsche Bank

Die deutsche Finanzbranche steckt tief in der Krise, aber ein Zahlungsdienstleister aus München wird an der Börse gefeiert. Jetzt hat Wirecard beim Börsenwert die Deutsche Bank überholt.

Wirecard-Kreditkartenstapel
Wirecard

Wirecard-Kreditkartenstapel


Die Aktien des Zahlungsdienstleisters Wirecard haben an diesem Dienstag ihren Höhenflug fortgesetzt. Die Aktie des Unternehmens aus einem Münchener Vorort stieg auf einen Kurs von rund 170 Euro und kommt damit auf einen Börsenwert von 21,2 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank kommt hingegen nur noch auf einen Marktwert von knapp 20 Milliarden Euro.

Damit ist der Zahlungsdienstleister Wirecard nach der Allianz, der Munich Re und der Deutschen Börse das viertwertvollste Unternehmen aus der Finanzbranche. Abgehängt ist vorerst die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank, die nur noch auf einen Börsenwert von etwas mehr als zehn Milliarden Euro kommt.

Die Wirecard-Aktie eilt seit Tagen und Wochen von Rekord zu Rekord. 150 Prozent ging es seit einem Jahr für die Papiere aufwärts, so kräftig wie für keine andere der 110 größten deutschen Aktiengesellschaften. Wer vor fünf Jahren Wirecard-Aktien kaufte, hat seinen Einsatz gar fast versechsfacht.

Einer der Hauptnutznießer dieser Kursrallye ist Unternehmenschef Markus Braun, der in den vergangenen Jahren immer wieder Schwächephasen der Aktie nutze, um seine Position aufzubauen. Aktuell hält er sieben Prozent der Aktien, das entspricht beim derzeitigen Kursstand einem Wert von knapp 1,5 Milliarden Euro.

Das Unternehmen taucht in der Öffentlichkeit so gut wie nie auf. Wirecard wickelt etwa in Asien für chinesische Onlinedienste wie Wechat und Alipay Finanztransaktionen ab. Wirecard selbst hat eine Banklizenz und kann für Händler Kartenzahlungen und das Risikomanagement vornehmen.

hej/dpa-AFX



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