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Wirtschaft abstrus: Manager kassiert 100 Millionen Dollar Abfindung - und bleibt

Diesen Jobwechsel lukrativ zu nennen, wäre eine Untertreibung: Ein US-Ölunternehmen zahlt seinem Vorstandsboss 100 Millionen Dollar Abfindung, obwohl er weiter den Verwaltungsrat der Firma leitet. Bereits früher wurde der 81-Jährige als völlig überbezahlt gebrandmarkt.

Ex-Nabors-CEO Isenberg: Einer der fünf überbezahltesten Manager des Jahres 2008 Zur Großansicht
AP/ Nabors Industries

Ex-Nabors-CEO Isenberg: Einer der fünf überbezahltesten Manager des Jahres 2008

New York - Er gehörte jahrzehntelang zu den absoluten Top-Verdienern der US-Wirtschaft - nun kommt noch einmal eine beträchtliche Summe hinzu: Eugene Isenberg kassiert laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") 100 Millionen Dollar, weil er seinen Posten als Vorstandschef bei Nabors Industries verliert. Der 81-Jährige bleibt aber Chefkontrolleur des amerikanischen Ölunternehmens.

Dass dem Top-Manager eine solch hohe Abfindung gezahlt wird, obwohl er die Firma gar nicht verlässt, liegt demnach an einer Klausel in seinem Vertrag. Diese sicherte Isenberg zu, dass er die Summe auch erhält, wenn er einen seiner beiden Posten als Vorstands- und Verwaltungsratschef räumen muss. Ende vergangener Woche war es soweit: Dem Bericht zufolge bestellte der Verwaltungsrat den 57-jährigen Anthony Petrello zum Vorstandschef von Nabors.

Die Sonderzahlung für Isenberg fällt etwa genau so hoch aus wie der gesamte Nettojahresgewinn des Unternehmens, das auf die Fördertechnik für Erdöl und Gas spezialisiert ist. Dabei kommt Nabors Industries laut dem Bericht sogar noch vergleichsweise günstig davon. Demnach wurde die im Vertrag festgeschriebene Abfindungssumme für Isenberg im Jahr 2009 gesenkt, weil Aktionäre gegen die damals noch höhere Garantiezahlung auf die Barrikaden gingen.

Isenberg hatte Nabors Industries seit dem Jahr 1987 in der Doppelfunktion als CEO und Chairman geleitet und gehörte lange Zeit zu den am besten bezahlten Managern der USA. Dem "WSJ" zufolge kassierte er allein seit 1992 fast 750 Millionen Dollar an Gehältern, Aktienoptionen und Boni - die nun fällige Abfindung noch nicht mitgerechnet. Im Jahr 2009 zählte ihn ein privates Institut, das über gute Unternehmensführung forscht, zu den fünf überbezahltesten Firmenchefs des Jahres 2008.

fdi

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1. .
frubi 31.10.2011
Zitat von sysopDiesen Jobwechsel*lukrativ zu nennen, wäre eine Untertreibung: Ein US-Ölunternehmen zahlt seinem Vorstandsboss 100 Millionen Dollar Abfindung, obwohl er weiter den Verwaltungsrat der Firma leitet. Bereits*früher wurde*der 81-Jährige*als völlig überbezahlt gebrandmarkt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,794962,00.html
Abstrus? Sowas wundert mich überhaupt nicht mehr. Man kann nur hoffen, dass die irgendwann an ihrer Gier ersticken. Sorry. Das ist ja nicht gierig sondern bestimmt hart erarbeitet und wohl verdient. Applaus, Applaus.
2. Sec
ralphofffm 31.10.2011
Hier solle die Börsenaufsicht einschreiten.. CEO und VErwaltungsratschef.. der kontrolliert sich ja selbst...
3. Kann mir mal jemand verraten was ein 81-jähriger...
thepunisher75 31.10.2011
Zitat von sysopDiesen Jobwechsel*lukrativ zu nennen, wäre eine Untertreibung: Ein US-Ölunternehmen zahlt seinem Vorstandsboss 100 Millionen Dollar Abfindung, obwohl er weiter den Verwaltungsrat der Firma leitet. Bereits*früher wurde*der 81-Jährige*als völlig überbezahlt gebrandmarkt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,794962,00.html
..mit 100 Millionen Dollar anfangen will ?! Der lebt maximal 10 Jahre noch und hat bis dahin gerade 10 Millionen ausgegeben ! Das nächste was man liest ist das ein 90-jähriger 10 Milliarden Dollar Abfindung bekommt !
4. Normalität
rechtsradikal 31.10.2011
Zitat von ralphofffmHier solle die Börsenaufsicht einschreiten.. CEO und VErwaltungsratschef.. der kontrolliert sich ja selbst...
Das ist normal in de USA.
5. .
membot 31.10.2011
Nach kurzer Zeit sollten er noch seinen Job in der Verwaltung aufgeben, um nochmal 100 Mio. kassieren zu können. Dann würde ich ihm zu zwei Jahren Urlaub raten und dazu, dass er sich danach wieder zu gleichen Bedingungen anstellen lässt.
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10 Henning Schulte-Noelle 550.000 3
Quelle: Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW)


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