Wirtschaft in China: Chinas Außenhandel meldet neuen Rekord

Wie stark ist Chinas Wirtschaft? Die Regierung in Peking meldet einen überraschend starken Anstieg der Exporte. Doch Experten warnen: Der Rückgang des Wachstums kann durch den Außenhandel allein nicht aufgefangen werden.

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REUTERS

Peking - Daten zur chinesischen Wirtschaft sind trügerisch: Was in den Industriestaaten ein Rekord sein würde, kann in der Volksrepublik schon Sorgen bereiten. Die aktuelle Zahlen zu Im- und Export haben sich überraschend verbessert: Wie die Zollverwaltung in Peking mitteilte, ist der Außenhandel im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,1 Prozent gestiegen - auf eine Rekordgesamtsumme von mehr als 340 Milliarden Dollar.

Vor allem die Exporte stiegen mit 15,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker, als erwartet, wie die Zollverwaltung am Sonntag mitteilte. Die Importe kletterten im Mai mit 12,7 Prozent ebenfalls deutlich - im April waren es nur 0,3 Prozent gewesen. Analysten warnten allerdings davor, aus den Zahlen eine Trendwende für die chinesische Wirtschaft abzulesen.

Insgesamt wuchs Chinas Außenhandel in den ersten fünf Monaten des Jahres um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Regierung peilt in diesem Jahr aufgrund der schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein Handelswachstum von 10 Prozent an. 2011 war Chinas Außenhandel noch um 22,5 Prozent gewachsen.

Industrieproduktion auf niedrigstem Stand seit Jahren

Am Samstag hatte Peking zudem deutlich schlechtere Zahlen vorgelegt: Das Wachstum der Industrieproduktion Chinas verharrt demnach auf einem für die Volksrepublik sehr niedrigen Niveau. Im Mai stieg sie im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent und liegt damit so niedrig, wie seit drei Jahren nicht mehr. Die neuen Daten dürften nach Ansicht von Analysten die Sorgen verstärken, China könnte auf den schwersten Abschwung seit Jahren zusteuern - die Zentralbank hatte in der vergangenen Woche schon überraschend die Leitzinsen gesenkt, um der Entwicklung entgegenzuwirken.

Gleichzeitig schwächte sich die Inflation im Land weiter ab - die jährliche Inflationsrate lag im Mai bei 3,0 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Die Erzeugerpreise, die einen Hinweis auf die künftige Inflationsentwicklung geben können, sind im Mai um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken.

Chinas Wirtschaftspolitik muss sich in diesem Jahr nach Ansicht von Analysten weniger der Inflationsbekämpfung widmen, als vielmehr der schwächelnden Konjunktur. Wie chinesische Medien berichteten, hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Jahreswachstumsprognose für China von 8,2 auf 8 Prozent nach unten korrigiert - für die Volksrepublik wäre es das niedrigste Wachstum seit drei Jahren.

Autoabsatz auf Rekordniveau

Ein Lichtblick ist die Binnennachfrage, die sich in China deutlich zu erholen scheint. So legte beispielsweise der chinesische Automarkt im Mai um fast 16 Prozent zu. Seit Anfang des Jahres konnten die Hersteller insgesamt 6,33 Millionen Pkw absetzen.

Europas größter Autokonzern Volkswagen Chart zeigen will sein Geschäft auf dem chinesischen Markt offenbar stärker ausbauen als bisher bekannt. "Bis 2018 werden wir unsere Produktionskapazität im Land auf vier Millionen Fahrzeuge erhöhen", sagte der neue China-Chef des Konzerns, Jochem Heizmann, dem Magazin "Focus". Bisher sei immer von drei Millionen Fahrzeugen bis 2014 gesprochen worden.

China ist für den Autokonzern der wichtigste Absatzmarkt. 2011 verkaufte VW dort rund 2,3 Millionen Fahrzeuge. Der Hersteller will bis 2018 Toyota Chart zeigen als weltgrößten Autokonzern überholen.

nck/rom/Reuters/dpa

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insgesamt 54 Beiträge
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1. Erstaunlich
nicolo1782 10.06.2012
Zitat von sysopWie stark ist Chinas Wirtschaft? Die Regierung in Peking meldet einen überraschend starken Anstieg der Exporte. Doch Experten warnen: Der Rückgang des Wachstums kann durch den Außenhandel allein nicht aufgefangen werden. Wirtschaft in China: Gute Außenhandelszahlen dämpfen Konjunktursorgen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,837990,00.html)
Unsere 'Experten' warnen China davor, das zu machen was sie für Deutschland die letzten 20 Jahre völlig in Ordnung fanden. Wer bei uns auf die Schwäche des Binnenmarktes verwies, galt doch lange als Miesmacher.
2.
radikalerkapitalist 10.06.2012
Ein Dummkopf, der arbeitet, ist besser als ein Weiser, der schläft. (chinesisches Sprichwort,Chéngyǔ)
3. Ich frage mich immer...
teekaysevenfive 10.06.2012
...wer steckt hinter dem Begriff "Experten", liebes SPON Team. Eine anonyme Anzahl ist der Glaubwürdigkeit der Argumentation nicht sehr hilfreich. Also am Besten Namen nennen. Und bitte berücksichtigen bei aller Panikmache, dass China das Wachstum bewusst gedrosselt hat, um ein Heißlaufen der Wirtschaft zu unterbinden. Diese Entwicklung ist gesteuert und nicht weltwirtschaftlich beeinflusst. Können Sie auch Ihren sogenannten Experten mitteilen.
4. Analysten
aspi01 10.06.2012
"Analysten warnten allerdings davor, aus den Zahlen eine Trendwende für die chinesische Wirtschaft abzulesen." Die Statements vieler Analysten sollte man getrost mit einem Lächeln zur Kenntnis nehmen. Meistens liegen diese Typen daneben. Seit Jahren ist es "Standard", den Chinesen einen Einbruch zu prophezeihen. Da der entgegen aller Weissagungen einfach nicht kommt, wird jetzt die Reduktion der Wachstumszahlen bereits als Einbruch interpretiert. Die Wahrheit ist: Bis der Chinesische Markt westliches Niveau erreicht hat, kann sich das Chinesische BIP locker verzehnfachen. Zum Vergleich: AUdi hat vor ein paar Tagen vermeldet, dass das Unternehmen trotz orbitanter Wachstumszahlen noch bislang nicht einmal in der Hälfte der Chinesischen Millionenstätte (über 300 an der Zahl...) eine Vertretung hat. Das sagt alles über das Potential.
5. Nach der Meinung von Analysten!?
Litajao 10.06.2012
Zitat von sysopWie stark ist Chinas Wirtschaft? Die Regierung in Peking meldet einen überraschend starken Anstieg der Exporte. Doch Experten warnen: Der Rückgang des Wachstums kann durch den Außenhandel allein nicht aufgefangen werden. Wirtschaft in China: Gute Außenhandelszahlen dämpfen Konjunktursorgen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,837990,00.html)
Sind das die gleichen Analysten die 2008 schon "wußten", dasses zu keiner Finanzkrise kommen wird, oder der festen Meinung sind, dass der Euro eine "Erfolgsgeschichte" ist? Also auf solche Analysten kann China gerne verzichten, wobei es doch egal ist, was China macht, gemeckert wird immer. Kann es sein, dass da ein wenig Neid dahinter steckt?
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