Von Friederike Ott
Die Basis ist offenbar vorhanden. Aber wie geht es jetzt weiter? Nach der McKinsey-Studie könnten bis 2020 eine halbe Million neuer Arbeitsplätze in Berlin entstehen. Zwingende Voraussetzung dafür sei, dass auf neue Kernbereiche in Tourismus, Gesundheit, Elektromobilität und Informations- und Kommunikation gesetzt wird.
Andere Experten halten das für unrealistisch. Forscher vom DIW etwa gehen von einen möglichen Neuzuwachs von 300.000 Arbeitsplätzen aus. Der Berliner Senat hält sich mit einer Prognose zurück. Dazu seien die bundesweite und internationale Entwicklung zu wenig kalkulierbar.
Dennoch hat die Stadtregierung gehandelt. Um neben dem Tourismus noch weitere Bereiche zu stärken, hat der Berliner Senat Anfang Mai den "Masterplan Industriestadt Berlin 2010" unterzeichnet. Mit diesem will Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) ein industrielles Wachstum schaffen, das über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Nach Angaben des Senats fehlen in Berlin 90.000 industrielle Jobs. Wo diese jetzt entstehen sollen, ist klar: Der Masterplan soll sich vor allem auf Wissenschaft, Elektromobilität, erneuerbare Energien und Elektroindustrie konzentrieren.
Einiges spricht jedoch dafür, dass Berlin die Trendwende bereits geschafft hat: Während die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Hauptstadt zwischen 1999 und 2005 um rund ein Zehntel schrumpfte, wuchs sie zwischen 2005 und 2009 um gut neun Prozent. 2005 war auch bundesweit eine Trendwende erkennbar, doch seit 2005 wächst Berlin schneller als der Bundesdurchschnitt. Zusammen mit Hamburg hat die Stadt bei der Zahl der Beschäftigten die höchsten Wachstumsraten.
Die Armenhauptstadt scheint sich langsam von ihrem Image zu befreien.
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