Rekord im Außenhandel Deutschland exportiert so viel wie nie zuvor 

Die deutschen Exporteure haben eine neue Bestmarke aufgestellt. Im Oktober erreichten die Ausfuhren mit 99,1 Milliarden Euro den bislang höchsten Stand. Für eine erneute Kritik an der deutschen Wirtschaftspolitik gibt es allerdings wenig Grund, denn die Importe stiegen noch stärker.

Pkw in Bremerhaven: Export-Bestmarke von März 2012 übertroffen
REUTERS

Pkw in Bremerhaven: Export-Bestmarke von März 2012 übertroffen


Berlin/Wiesbaden - 99,1 Milliarden Euro - mit diesem Umsatz haben die deutschen Ausfuhren im Oktober einen neuen Rekordstand erreicht. Noch nie zuvor haben die Exporteure in einem Monat Waren in solch einem Wert verkauft. "Die aus dem März 2012 stammende Bestmarke von 98,7 Milliarden Euro wurde damit übertroffen", sagte ein Sprecher des Statistischen Bundesamts. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Exporte damit um 0,6 Prozent zu.

Trotzdem verringerte sich der international stark kritisierte Exportüberschuss - denn noch stärker als die Ausfuhren stiegen im Oktober die Einfuhren. Die Importe legten überraschend stark um 2,9 Prozent zu. Damit wies die Außenhandelsbilanz, also die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren, noch einen Überschuss von 17,9 Milliarden Euro auf. Im September hatte sie einen Rekordstand von 20,4 Milliarden Euro erreicht.

Analysten bewerteten die Entwicklung positiv. "Der Start ins vierte Quartal ist geglückt", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. Die Importe stiegen, weil deutsche Unternehmen mehr investierten und die Haushalte mehr konsumierten. "Das ist eine gute Nachricht für die Euro-Zone", sagte Schulz. Deutschland sei die Konjunktur-Lokomotive des Währungsraums.

Exporte nach Osteuropa wachsen stark

Auch HSBC-Ökonom Stefan Schilbe stellte die Effekte für das Ausland in den Mittelpunkt. "Die Handelspartner profitieren von der Erholung in Deutschland." Die neuen Zahlen stützten die These, dass Deutschlands Wachstum künftig nicht mehr so stark vom Export geleitetet werde.

Grund für die hohen Exporte im Oktober war vor allem die kräftige Nachfrage aus den EU-Ländern, die nicht zur Euro-Zone gehören. Die Ausfuhren nach Polen etwa legten um 6,2 Prozent zu. Im Gegensatz dazu gingen die Exporte in die Euro-Zone um 0,1 Prozent zurück, in die Staaten außerhalb Europas führten die deutschen Unternehmen gar 1,3 Prozent weniger aus als im Vorjahr.

Trotz des neuen Rekords sind die deutschen Exporte seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Von Januar bis Oktober summierten sich die Ausfuhren auf 917 Milliarden Euro, das entspricht einem Rückgang von 0,7 Prozent. Der Außenhandelsverband BGA rechnet für das gesamte Jahr 2013 bestenfalls mit einem Plus von knapp einem Prozent.

fdi/Reuters/dpa-AFX



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