Immobilienkonzern: Deutscher Annington glückt Börsengang im zweiten Versuch

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Informationsschild der Deutsche Annington: Zweiter Versuch an der Börse

Die Deutsche Annington hat den Sprung an die Börse geschafft - allerdings hat der Wohnungskonzern dabei deutlich weniger Geld eingesammelt als ursprünglich geplant. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen den Börsengang noch in letzter Sekunde absagen müssen.

Bochum - Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern hat bei seinem Börsengang deutliche Preiszugeständnisse an die Anleger machen müssen. Die Deutsche Annington teilte mit, insgesamt seien am Dienstag 34,85 Millionen Aktien zu einem Preis von je 16,50 Euro zugeteilt worden. Das entspricht dem unteren Ende der Preisspanne von 16,50 Euro bis 17 Euro - die nach dem in letzter Sekunde abgesagten Börsengang in der vergangenen Woche bereits deutlich gesenkt worden war.

Damit fällt der Börsengang mit 575 Millionen Euro halb so groß aus, wie ihn sich der Annington-Eigentümer, der Finanzinvestor Terra Firma, eigentlich vorgestellt hatte. Ein erster Anlauf war vor einer Woche gescheitert, weil sich zu einem Mindestpreis von 18 Euro bei weitem nicht genügend Investoren fanden. Am Dienstag unternahm die Deutsche Annington einen zweiten Versuch - diesmal mit Erfolg. Zum reduzierten Preis griffen Investoren zu, die Bücher füllten sich rasch. Nach nur acht Stunden wurden die Orderbücher geschlossen.

Investmentbankern zufolge überstieg die Nachfrage das Angebot am unteren Ende der Spanne um das Drei- bis Vierfache. Die Deutsche Annington ist damit an der Börse 3,7 Milliarden Euro wert. Für diesen Donnerstag ist die Erstnotiz geplant.

Leidtragender der erheblich geringeren Erlöse ist Terra Firma. Der britische Investor begnügt sich mit einem Erlös von 175 statt der erhofften bis zu 730 Millionen Euro. Nun setzt das Unternehmen auf steigende Kurse, wenn Annington einmal an der Börse ist. Terra Firma und seinen Co-Investoren gehören auch dann noch 84,5 Prozent an der Deutschen Annington.

Dem Unternehmen selbst fließen wie geplant 400 Millionen Euro zu. Vorstandschef Rolf Buch braucht das Geld, um die Schulden auf 5,2 Milliarden Euro zu reduzieren.

fdi/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Super Business
Pedro1000 10.07.2013
Die Deutsche Annington ist damit an der Börse 3,7 Milliarden Euro wert und dies bei jetzt nur noch 5,2 Mrd. Schulden. Da sollten die kreditgebenden Banken mal gut aufpassen!
2. optional
PeterLustig 11.07.2013
Soweit ich weiß, hat der Immobilienbestand einen Wert von irgendwas über 10 Mrd. Euro. Das rückt das Verhältnis von 3,7 Mrd. Börsengang zu 5,2 Mrd. Schulden schon wieder in ein entspannteres Licht für die Banken.
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