Wut über Entlassungen Indische Arbeiter verbrennen Manager

Der Zorn über angekündigte Entlassungen hat indische Arbeiter zu einer furchtbaren Tat getrieben: Sie verbrannten einen Manager ihrer Firma in seinem Auto. Die Polizei nahm Verdächtige fest.


Bhubaneswar - Ein führender Manager eines indischen Konzerns hat für Stellenstreichungspläne mit dem Leben bezahlt. Aus Protest gegen angekündigte Entlassungen griffen Stahlarbeiter den Mann an und verbrannten ihn bei lebendigem Leib.

Nach Angaben der Polizei attackierte eine Gruppe von rund 30 Arbeitern den Wagen des stellvertretenden Geschäftsführers einer Stahlfabrik im östlichen Bundesstaat Orissa. Demnach übergossen sie das Fahrzeug mit Benzin und setzten es in Brand. Der 59-jährige Manager starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Sein Fahrer und ein weiterer Mitarbeiter seien der Flammenhölle entkommen, teilte die Polizei mit. Sie nahm vier Verdächtige fest.

Die Arbeiter machten den Manager für die Pläne des Konzerns GKW verantwortlich, einen Teil der Belegschaft in ihrer Fabrik zu entlassen. In der Gegend war es zu Spannungen gekommen, weil bereits mehr als zwei Dutzend Mitarbeitern des Stahlwerks gekündigt wurde.

Der tödliche Angriff ist nicht der erste seiner Art in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Indien: Im vergangenen November wurde ein Manager eines indisch-japanischen Autozulieferers in einem Vorort der Hauptstadt Neu Delhi von einem Mob entlassener Arbeiter zu Tode geprügelt. Ein Jahr zuvor war ein führender Mitarbeiter eines Autokonzern bei einem ähnlichen Vorfall im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu gelyncht worden.

mmq/AFP



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