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WWF-Studie: Deutsche werfen jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weg

Lebensmittel im Müll: "Im Schnitt werfen wir jede Sekunde 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel weg" Zur Großansicht
DPA

Lebensmittel im Müll: "Im Schnitt werfen wir jede Sekunde 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel weg"

Eine Studie für die Umweltorganisation WWF kritisiert die enorme Lebensmittelverschwendung in Deutschland. Vieles sei vermeidbar, schreiben die Wissenschaftler. Und warnen: Das Verhalten der Deutschen schadet auch dem Klima.

Altes Brot beim Bäcker, die Reste aus der Gastronomie oder Obst und Gemüse aus Privathaushalten - es sind "riesige Essensberge", die in Deutschland im Müll landen. 18 Millionen Tonnen sollen es jährlich sein. Das schätzt die Umweltorganisation WWF in einer aktuellen Studie und warnt vor den Folgen der Lebensmittel-Verschwendung für das Klima.

"Im Schnitt werfen wir jede Sekunde 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel weg", sagte Referentin Tanja Dräger de Teran. Die Menge entspreche fast einem Drittel des deutschen Nahrungsmittelverbrauchs. Umgerechnet auf die landwirtschaftliche Nutzfläche werden demnach mehr als 2,6 Millionen Hektar "für die Tonne" bewirtschaftet und außerdem fast 48 Millionen Tonnen Treibhausgase umsonst ausgestoßen.

In der Studie "Das große Wegschmeißen" wurden mehrere vorhandene Untersuchungen zusammengeführt. Beleuchtet wird die Menge der Verluste während der gesamten Versorgungskette vom Acker bis hin zum Verbraucher. Während Lebensmittel in ärmeren Ländern bereits bei Ernte, Transport und Lagerung verloren gingen, sei das bei reichen Ländern eher am Ende der Kette der Fall, beobachten die Autoren. Knapp 40 Prozent des Mülls falle in Deutschland in Privathaushalten an, hinzu kämen unter anderem Verluste bei der Produktion sowie in der Gastronomie.

Würden Landwirtschaft, Handel und Verbraucher gemeinsam Abfälle vermeiden, ergäbe sich ein "signifikanter Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz", sagte Dräger de Teran. So fielen etwa Treibhausgasemissionen durch Düngung, Transport und Kühlung für die weggeworfenen Lebensmittel vergeblich an. Die verschwendete Nahrung beschleunige damit den Klimawandel.

Gerade bei Kleinverbrauchern gelten viele Abfälle laut WWF als vermeidbar, vor allem bei Brot sowie Obst und Gemüse: "Bewusst einkaufen, frisch kochen und richtig lagern - so wirft man weniger weg", empfiehlt Fernsehkoch Christian Rach im Vorwort zur Studie.

Aus der Politik kämen bisher lediglich "vollmundige Ankündigungen", es fehle an einer nationalen Strategie mit Zielen und Arbeitsschritten, bemängelte Expertin Dräger de Teran. Die Bundesregierung habe zwar erklärt, die Abfälle bis 2020 um die Hälfte reduzieren zu wollen. Allerdings gebe es zu dem Thema selten valide Daten, was die Überprüfung erschwere. Die WWF-Experten selbst zogen Infos aus mit Deutschland vergleichbaren Nationen heran, wenn für das eigene Land keine Daten verfügbar waren, erläuterte ein Sprecher.

brk/dpa/AFP

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insgesamt 53 Beiträge
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    Seite 1    
1. Soso, der Deutsche mal wieder..
Bin_der_Neue 18.06.2015
Ein weiteres Indiz dafür, dass Deutschland den Nabel zur Rettung des Weltklimas darstellt? Kann mal jemand solcherlei "Studien" auch auf die USA oder asiatische Großmetropolen umlegen? Würde mich brennend interessieren, wie diese dort ausfallen..
2. Hallo Hr. Fleischhauer...
funxxsta 18.06.2015
Hier ein kleiner Teil der Fakten, unter denen Sie sich, in ihrer unnachahmlichen Manier, in ihrem Kommentar wegduckten. Ignoranz, bezahlt von Monsanto und Co. verpackt in pseudo-journalistischer Farce. Ein echter Fleischhauer eben.
3. Lebensmittel sind in Deutschland zu billig....
petromax 18.06.2015
- wenn ich mir anschaue, welche Mengen von Lebensmitteln tagtäglich aus den Discountern gekarrt werden, dann ist diese Meldung nicht überraschend. "Wir packen in den Wagen den ganzem Gemischtwarenladen..." Wenn's verdorben ist, wegwerfen. Kostet ja nicht die Welt. Lebensmittel - insbesondere Fleisch - sind in Deutschland eben - zu billig.
4.
misterknowitall 18.06.2015
Wir werfen zu viel weg. Das stimmt. Aber um etwas zu ändern, reicht es nicht wieder den Privatmann zu gängeln und die sinnvollen Tipps eines Herrn Rach zu beherzigen. Da muss sich unsere gesamte Konsumgesellschaft ändern..........was für eine Illusion. Ein Anfang wäre es Produktgebinde abzuschaffen. Beipiel: Wenn ich mir selber einen Burger mit Fleisch, Tomaten, Gurke machen will, kaufe ich 6 Brötchen, 200g Hack im Pack, eine Packung Tomaten (6 Stück). 6 Burger wollte ich aber gar nicht. Ich mach nur einen, der Rest ist schneller vergammelt als ich kochen kann. Einzig die Gurke kann ich einzeln erstehen. Und das gilt für so vieles.
5. Geiz-ist-geil-ist-strohdumm
transsib_reisen 18.06.2015
Dann sind eben die Sozialhilfesaetze viel zu hoch, wenn Dauerbezieher es sich leisten koennen, solche Mengen von Lebensmitteln wegzuwerfen.
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