Xetra Börsenhochzeit bedroht deutsches Handelsystem

Nicht nur Arbeitsplätze sind durch den Zusammenschluss von Deutscher und New Yorker Börse gefährdet. Auch der Handelsplattform Xetra droht laut "Financial Times Deutschland" das Aus. Deutsche Händler bangen bereits um "das bessere System".

Handelssaal der deutschen Börse: Aktienhandel wandert in die USA
ddp

Handelssaal der deutschen Börse: Aktienhandel wandert in die USA


Hamburg - Nach dem geplante Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext Chart zeigensoll der Aktienhandel mit europäischen Werten nur noch über ein einheitliches Orderbuch laufen. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf eine Präsentation beider Börsen. Wahrscheinliche Konsequenz dieser Pläne: Das elektronische Handelssystems Xetra wird abgeschafft.

Hinter den Plänen steht das Vorhaben der Börsenbetreiber, künftig den gesamten Aktienhandel von New York aus zu steuern. Damit dürfte die Wahl laut FTD auf das System der US-Seite fallen. Denn die NYSE Euronext habe für ihre Handelsplätze in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon bereits ein gemeinsames Orderbuch eingeführt.

Banken und Aktienhändler befürchten laut FTD erhebliche Kosten, falls die Pläne verwirklicht werden sollten. Der Vorstandschef der Baader Bank, Uto Baader, wird mit den Worten zitiert: "Es wird teuer für uns, wenn das System umgestellt wird. Xetra ist aus unserer Sicht das bessere System."

Erhebliche Einschnitte drohen laut dem Bericht auch der gesamten IT-Abteilung der Deutschen Börse. Diese solle künftig von Paris aus gesteuert werden. Für den Bereich arbeiten derzeit etwa 1000 Mitarbeiter der Deutschen Börse in Frankfurt und Luxemburg. Diese seien nun besonders gefährdet, sagte Johannes Witt, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Deutschen Börse.

dab/dapd/dpa-AFX



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ohne_sorge 17.02.2011
1.
Damit ist wohl klar, dass eigentlich die Deutsche Börse der Juniorpartner bei der Fusion ist. Der gemeinsame Vorstand wird der Amerikanische und der Handel läuft auch dort. Also wird Deutschland wie auch der Rest der EU ein Anhängsel der NYSE und damit Amerikas. Aus meiner Sicht ist das kein kluger Schachzug, wenn man als Europa eigenständig sein will in der Welt.
burninghands, 17.02.2011
2. Holzauge sei wachsam,
wie Eric de Carbonell schon seit längerem berichtet hat, besteht ein immer größerer Anteil der Aktienverkäufe an der Wallstreet aus Leerverkäufen, d.h., der Kunde bezahlt (und ist überzeugt, er sei nun der Eigentümer der Aktien, weil sie in seinem Depot angezeigt werden), aber das "settlement" bzw. die Übertragung auf seinen Namen erfolgen nie. Das gleiche gilt für Staatsanleihen u.s.w. Einige der clearinghouses scheinen bewußt bei dieser Abzockerei mitzuspielen. Näheres dazu hier: http://www.marketskeptics.com/2009/04/wall-street-addicted-to-selling-non.html Er berichtet in einem anderen Artikel auch über an deutschen Börsen gehandelte "Aktien", von denen die Firmeneigentümer garnicht wussten, daß sie in Deutschland gehandelt wurden. Mit anderen Worten, es handelte sich um Betrug. Wenn nun die Deutsche Börse das amerikanische Handelssystem übernimmt, besteht die Möglichkeit, daß diese Betrügereien sich noch mehr als vorher auf dem deutschen Markt verbreiten.
Niamey 17.02.2011
3. Böresenfusion
Zitat von burninghandswie Eric de Carbonell schon seit längerem berichtet hat, besteht ein immer größerer Anteil der Aktienverkäufe an der Wallstreet aus Leerverkäufen, d.h., der Kunde bezahlt (und ist überzeugt, er sei nun der Eigentümer der Aktien, weil sie in seinem Depot angezeigt werden), aber das "settlement" bzw. die Übertragung auf seinen Namen erfolgen nie. Das gleiche gilt für Staatsanleihen u.s.w. Einige der clearinghouses scheinen bewußt bei dieser Abzockerei mitzuspielen. Näheres dazu hier: http://www.marketskeptics.com/2009/04/wall-street-addicted-to-selling-non.html Er berichtet in einem anderen Artikel auch über an deutschen Börsen gehandelte "Aktien", von denen die Firmeneigentümer garnicht wussten, daß sie in Deutschland gehandelt wurden. Mit anderen Worten, es handelte sich um Betrug. Wenn nun die Deutsche Börse das amerikanische Handelssystem übernimmt, besteht die Möglichkeit, daß diese Betrügereien sich noch mehr als vorher auf dem deutschen Markt verbreiten.
Und nicht nur das! Falls es dann wirklich zu einer Umstellung der Handelsplattform kommt, wird das wohl nicht ganz nahtlos gehen. Daher würde ich meine Aktien alle vorher verkaufen um nicht als Mann von der Strasse dumm dazustehen, wenn die Großen wieder ihren Vorteil eines Direktzugangs ausspielen können und von einem eventuellen "überraschenden Einbruch" am Aktienmarkt nicht betroffen sind.
pudel_ohne_mütze 17.02.2011
4. Das ist seit Jahren Nomalität in D doch die BAFIN sieht
Zitat von burninghandswie Eric de Carbonell schon seit längerem berichtet hat, besteht ein immer größerer Anteil der Aktienverkäufe an der Wallstreet aus Leerverkäufen, d.h., der Kunde bezahlt (und ist überzeugt, er sei nun der Eigentümer der Aktien, weil sie in seinem Depot angezeigt werden), aber das "settlement" bzw. die Übertragung auf seinen Namen erfolgen nie. Das gleiche gilt für Staatsanleihen u.s.w. Einige der clearinghouses scheinen bewußt bei dieser Abzockerei mitzuspielen. Näheres dazu hier: http://www.marketskeptics.com/2009/04/wall-street-addicted-to-selling-non.html Er berichtet in einem anderen Artikel auch über an deutschen Börsen gehandelte "Aktien", von denen die Firmeneigentümer garnicht wussten, daß sie in Deutschland gehandelt wurden. Mit anderen Worten, es handelte sich um Betrug. Wenn nun die Deutsche Börse das amerikanische Handelssystem übernimmt, besteht die Möglichkeit, daß diese Betrügereien sich noch mehr als vorher auf dem deutschen Markt verbreiten.
darin kein Problem. Warum auch ?
Anarcho-Capitaliste 17.02.2011
5. Unsinn...
Zitat von burninghandswie Eric de Carbonell schon seit längerem berichtet hat, besteht ein immer größerer Anteil der Aktienverkäufe an der Wallstreet aus Leerverkäufen, d.h., der Kunde bezahlt (und ist überzeugt, er sei nun der Eigentümer der Aktien, weil sie in seinem Depot angezeigt werden), aber das "settlement" bzw. die Übertragung auf seinen Namen erfolgen nie. Das gleiche gilt für Staatsanleihen u.s.w. Einige der clearinghouses scheinen bewußt bei dieser Abzockerei mitzuspielen. Näheres dazu hier: http://www.marketskeptics.com/2009/04/wall-street-addicted-to-selling-non.html Er berichtet in einem anderen Artikel auch über an deutschen Börsen gehandelte "Aktien", von denen die Firmeneigentümer garnicht wussten, daß sie in Deutschland gehandelt wurden. Mit anderen Worten, es handelte sich um Betrug. Wenn nun die Deutsche Börse das amerikanische Handelssystem übernimmt, besteht die Möglichkeit, daß diese Betrügereien sich noch mehr als vorher auf dem deutschen Markt verbreiten.
Unfug 1: Leerverkäufe 'settlen' natürlich - Fails to deliver werden durch die seit Jahren geltenden Regeln fast vollständig unterbunden. Unfug 2: Der Käufer ist natürlich der Eigentümer der Aktie - Nur (und das vollkommen unabhängig von der Eigentümerschaft des Käufers an seiner Aktie) schuldet der Leerverkäufer dem Verborger diese Aktien, wobei er diese ja nicht vom selbem Käufer zurückkaufen muss. Zu dem Quatsch mit den betrügerich in Deutschland gehandelten Aktein muss man nicht viel sagen. Viele Grüsse
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