Verkauf an Verizon Marissa Mayer verlässt Rest-Yahoo

Verluste und Hackerangriffe brachten Yahoo zu Fall. Nun geht das Webgeschäft an Verizon - und Konzernchefin Marissa Mayer verlässt den übrig bleibenden Firmenteil. Der bekommt einen neuen Namen.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer
AP/dpa

Yahoo-Chefin Marissa Mayer


Sie kam als Hoffnungsträgerin - und hinterlässt einen Scherbenhaufen. Unter der Führung der Yahoo-Chefin Marissa Mayer wird der angeschlagene Internetpionier aufgespalten, sein Webgeschäft steht vor dem Verkauf an den US-Telekomkonzern Verizon. Die Reste des Konzerns, die dann übrig bleiben, sollen in Altaba umbenannt werden, teilte Yahoo mit. Konzernchefin Mayer werde den Verwaltungsrat dieses übrig bleibenden Firmenteils verlassen. Ihre Zukunft nach der Übernahme durch Verizon ist ungewiss.

Mayer war 2012 angetreten, um das von Google und Facebook an den Rand gedrängte Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Sie scheiterte, Yahoo häufte Verluste an. Sicherheitsprobleme ließ Mayer zudem aus Sicht von Kritikern zu sehr außer acht, sie konzentrierte sich stattdessen auf die Einführung neuer Produkte. Doch auch dort konnte Yahoo nicht genug Boden gewinnen.

Im Juli hatte die kriselnde Internetfirma mit Verizon die Übernahme ihres Kerngeschäfts für 4,8 Milliarden Dollar vereinbart. Nun gefährden beispiellose Datendiebstähle den Deal. Vergangenes Jahr war schon ein massiver Hackerangriff auf mindestens 500 Millionen Nutzerkonten von Yahoo bekannt geworden, der 2014 stattfand. Im Dezember musste Yahoo einen weiteren Angriff eingestehen - durch den Hacker bereits 2013 Zugriff auf mehr als eine Milliarde Konten von Nutzern erhielten.

Verizon-Manager zweifelten nach Bekanntwerden der weiteren Hackerattacke den Yahoo-Kauf an. Analysten gehen dennoch nicht davon aus, dass Verizon den Deal abbläst. Es wird erwartet, dass der Konzern nun einen spürbaren Preisnachlass durchsetzen will. Verizon besitzt bereits AOL und will Yahoo damit verbinden. Die Marke könnte daher unter dem Verizon-Dach erhalten bleiben.

Sollte die Übernahme glücken, würden von Yahoo nur noch die Beteiligungen an der chinesischen Onlineplattform Alibaba und Yahoo Japan übrig bleiben - die zusammen zu Altaba umbenannt werden sollen. Mit Mayer sollen dann zudem fünf weitere Verwaltungsratsmitglieder zurücktreten, unter anderem auch Co-Gründer David Filo.

Mayer hatte im vergangenen Jahr angedeutet, sie wolle auch nach der Übernahme durch Verizon im Unternehmen bleiben. Ob das gelingt, ist jedoch fraglich angesichts ihres ausgebliebenen Erfolgs.

kig/Reuters

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