Verkauf nach Zerschlagung Yahoo setzt Bietern offenbar Frist bis 11. April

Yahoo forciert offenbar die eigene Zerschlagung. Einem Zeitungsbericht zufolge fordert der Internetkonzern von Interessenten Angebote bis zum 11. April - und könnte so einem Investoren-Putsch zuvorkommen.

Yahoo-Werbung in US-Hauptstadt Washington
AFP

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Yahoo plant die eigene Zerschlagung und stellt sich selbst zum Verkauf. Nun hat der kriselnde Internetkonzern möglichen Interessenten offenbar eine Angebotsfrist bis zum 11. April für den Kauf von Unternehmensteilen gesetzt. Die Interessenten sollten bis dahin unter anderem Einzelheiten zur Finanzierung und den nötigen Genehmigungsverfahren vorlegen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider und einen Brief von Yahoo an potenzielle Käufer. Yahoo war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Zeitung zufolge sollen die möglichen Käufer auch mitteilen, an welchen Teilen des Konzerns sie interessiert und was sie ihnen wert sind. Demnach erwartet Yahoo nicht nur Angebote für sein Internet-Kerngeschäft, das Analysten auf sechs bis acht Milliarden Dollar taxieren, sondern auch für die weit wertvolleren Beteiligungen am chinesischen Alibaba-Konzern sowie Yahoo Japan.

Insgesamt sollen dem Bericht zufolge rund 40 Unternehmen in den vergangenen Wochen intensiver mit Yahoo über mögliche Käufe verhandelt haben. Zuletzt hatten sich Gerüchte verdichtet, dass der alteingesesseneTime-Verlag Interesse an einem Kauf des Yahoo-Kerngeschäfts habe.

Auch der US-Telekommunikationskonzern Verizon, dem mit AOL bereits ein anderer Veteran der Internet-Anfangszeiten gehört, gilt als Interessent. Zudem soll Microsoft Kontakt zu Beteiligungsgesellschaften aufgenommen haben, die eine mögliche Übernahme des Yahoo-Kerngeschäfts mitfinanzieren könnten.

Die nun erfolgte Fristsetzung könnte auch mit der erheblichen Unruhe um die Führungsspitze von Yahoo zu tun haben. Der Schritt deute darauf hin, dass der Verkauf bis Juni oder Juli abgeschlossen werden könnte, schreibt die Zeitung. Damit würde der Konzern einem geplanten Putsch des Großinvestors Starboard Value zuvorkommen, der in der vergangenen Woche angekündigt hatte, alle neun Sitze im Verwaltungsrat von Yahoo neu besetzen zu wollen.

fdi/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
spon-facebook-10000015195 29.03.2016
1. Das wars...
Wie bei vielen wird nun das Letzte Tafelsilber verkauft. Ich denke, dass in maximal 12 Monaten Yahoo als Konzern nicht mehr existent sein wird. Das wird wieder viele Arbeitsplätze kosten.
SpitzensteuersatzZahler 29.03.2016
2.
Wird auch Zeit, dass dieses Sammelsurium von Nippes und wertvollen Beteiligungen endlich mal aufgeräumt wird.
klausm0762 29.03.2016
3.
Yahoo bestand doch schon seit etlichen Jahren nicht mehr zu ertragender Gossip. Aber was passiert eigetlich mit meiner uralt-Email Adresse bei yahoo?
bananenrep 29.03.2016
4. Oh wie schade .......
habe aber null Mitleid. Diese ganzen Internet- Pseudo Firmen. Schaffen die dauerhaft Werte ? Nein. Dauerhafte Werte sind Straßen, Häuser, Gärten, Logistik etc. Das schafft Nachhaltigkeit. Internet ist für mich ein tummelplatz für Menschen die nicht arbeiten wollen. Ganz nach Christoph Siebert: App App App, fertig ist der Depp.
vitalik 29.03.2016
5.
Ja, man kann mir schadenfreude unterstellen, aber ich werde es trotzdem schreiben. Na, wo ist die vorzeige Vorstandvorsitzende, welche während der Quotendebatte herhalten musste? Selbst in den SPON Artikeln wurde immer wieder auf diese Frau verwiesen. Die Frauen sind ja so erfolgreich, wenn man diese nur ließe. Niemand ist nur wegen seines Geschlechts besser oder schlechter.
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