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Konzernumbau: Yahoo-Investor Starboard forciert Putsch im Verwaltungsrat

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AP

Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Der Finanzinvestor Starboard Value erhöht den Druck auf Yahoo. Der Hedgefonds will den Verwaltungsrat des Unternehmens komplett neu besetzen. Der Putsch richtet sich auch gegen das Management.

Der New Yorker Hedgefonds Starboard Value fordert, den Yahoo-Verwaltungsrat komplett umzubauen. Der US-Investor will neun neue Verwaltungsräte nominieren, wie die Finanzfirma in einem offenen Brief mitteilte. Unter den vorgeschlagenen neuen Mitgliedern für das Kontroll- und Strategiegremium ist auch Starboard-Chef Jeffrey Smith.

Über den Plan hatte zuerst das "Wall Street Journal" ("WSJ") berichtet. Mit der Konfrontation will der Großinvestor offenbar seine Drohungen von Anfang des Jahres wahr machen. Damals kündigte Starboard Value an, den Verwaltungsrat umzukrempeln, wenn das Unternehmen nicht schnell genug umsteuere. Der Hedgefonds, der eigenen Angaben zufolge einen Anteil von 1,7 Prozent an Yahoo besitzt, hatte schon zuvor die Entlassung von Konzernchefin Marissa Mayer gefordert.

Dem aktuellen Verwaltungsrat mangele es unter anderem an Führung und Durchblick, kritisierte Starboard. In US-Unternehmen hat der Verwaltungsrat eine stärkere Rolle als deutsche Aufsichtsräte. Neben Kontrollfunktionen bestimmen sie auch die Strategie.

In dem Brief heißt es, Verwaltungsrat und Management hätten kontinuierlich versagt, ihre eigenen Versprechen umzusetzen. Sie sollten nicht mit der Entscheidung betraut werden, ob Yahoo ein eigenständiges Unternehmen bleiben solle. Die Frist für die Nominierung läuft am Samstag ab. Die Wahl würde dem "WSJ" zufolge in einigen Monaten stattfinden. Eine Yahoo-Sprecherin wollte sich nicht äußern.

Internetpionier in der Krise

Yahoo befindet sich seit einiger Zeit in der Krise. Der Internetpionier hat in seinem Kerngeschäft den Anschluss verpasst und wurde von Unternehmen wie Google und Facebook überrollt. Wertvolle Beteiligungen besitzt der Konzern an Alibaba und Yahoo Japan. Starboard und andere Investoren hatten Yahoo dazu aufgefordert, sich von dem Kerngeschäft zu trennen und auf die Beteiligung zu konzentrieren.

Die 2012 von Google gewechselte Yahoo-Chefin Mayer hatte zuvor versucht, den Anteil an Alibaba zu verkaufen und den Erlös an die Aktionäre auszuschütten. Dafür wurde der Alibaba-Anteil in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Doch es blieb unklar, ob das Geschäft steuerfrei umgesetzt werden kann. Die US-Steuerbehörde wollte das nicht garantieren. Daraufhin machte Mayer einen Rückzieher. Offenbar prüft der Verwaltungsrat seit Ende vergangenen Jahres Optionen, das Kerngeschäft zu verkaufen. Zeitungsberichten zufolge gab es schon mehrere Interessenten.

Anfang Februar hatte Yahoo einen Stellenabbau von rund 15 Prozent angekündigt. Bis Ende 2016 will das Unternehmen noch etwa 9000 Mitarbeiter und 1000 externe Angestellte haben. Damit wäre die Belegschaft 42 Prozent kleiner als noch im Jahr 2012.

brt/mmq/dpa

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