Auf Druck der Aktionäre Yahoo spaltet klassisches Kerngeschäft ab

Spektakuläre Wende bei Yahoo: Auf Druck der Aktionäre hat Konzernchefin Marissa Mayer den geplanten Verkauf der Anteile an der chinesischen Firma Alibaba gestoppt. Stattdessen will sie nun das klassische Suchmaschinengeschäft ausgliedern.

Yahoo-Chefin Mayer: Erfolglose Mühe mit dem Kerngeschäft
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Yahoo-Chefin Mayer: Erfolglose Mühe mit dem Kerngeschäft


Der Internet-Pionier Yahoo spaltet sich in zwei Unternehmen auf. Das bisherige Internet-Kerngeschäft mit Suchmaschine und Online-Werbung soll in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert werden. Das teilte Yahoo am Mittwoch mit. Die milliardenschwere Beteiligung am chinesischen Onlinehändler Alibaba soll dagegen im ursprünglichen Unternehmen bleiben.

Damit beugt sich Konzernchefin Marissa Mayer dem Druck einiger Großaktionäre, die zuletzt die Abspaltung des Kerngeschäfts gefordert hatten. Ursprünglich wollte Yahoo Chart zeigen seinen 15-Prozent-Anteil an Alibaba Chart zeigen und den Erlös an die gebeutelten Yahoo-Anteilseigner ausschütten.

Doch kurz vor dem geplanten Abschluss der Transaktion Anfang kommenden Jahres blieb unklar, ob sie steuerfrei umgesetzt werden kann. Der Finanzinvestor Starboard Value forderte Yahoo deswegen Mitte November auf, stattdessen das Internet-Kerngeschäft abzustoßen.

Der Aktienkurs legt nahe, dass die Anleger in Yahoos Kerngeschäft gar keinen Wert mehr sehen. Yahoo ist an der Börse derzeit mehr als 32 Milliarden Dollar wert - allerdings nur wegen der höchst lukrativen Beteiligung an Alibaba. Sie alleine macht rund 30 Milliarden Dollar aus. Der Rest des Yahoo-Konzerns ist quasi wertlos.

Mehrere Investoren haben angeblich Interesse

Dennoch sollen in den vergangenen Wochen mehrere Finanzinvestoren Interesse an dem Yahoo-Kern mit mehreren hundert Millionen Nutzern gezeigt haben. Auch der Telekom-Riese Verizon Chart zeigen, der bereits den Konkurrenten AOL übernommen hatte, signalisierte Kaufbereitschaft.

Konzernchefin Marissa Mayer versucht schon seit drei Jahren, das Internet-Kerngeschäft in Schwung zu bringen - bisher schwächeln die wichtigen Werbeerlöse aber weiterhin. Auch ein Fokus auf mehr Medieninhalte wie Videos samt einer Neuauflage der TV-Serie "Community" brachte Verluste. Der Verwaltungsrat halte dennoch an Mayer als Chefin fest, berichtete jüngst die Tech-Journalistin Kara Swisher im Blog "Recode", die in der Regel sehr gut über Vorgänge bei Yahoo informiert ist.

stk/dpa-AFX/AFP/Reuters



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insgesamt 7 Beiträge
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yshitake 09.12.2015
1. Lieber Kühlschränke am Nordpol verkaufen
Also wenn jetzt alles glatt läuft, ist Yahoo am Ende sowas wie eine Brieftasche in die man seine Alibaba-Anteile stecken kann, wenn man der Kita von Frau Mayer dabei auch noch eine kleine Spende zukommen lassen möchte
Sibylle1969 09.12.2015
2. Was bleibt übrig?
Eine Holding, die Alibaba-Anteile besitzt. Um die zu verwalten, braucht man nicht viel mehr als eine Adresse mit Briefkasten, am besten auf irgendeiner Karibikinsel...
ihawk 09.12.2015
3. Yahoo ist ein klassisches Opfer
Was meines Erachtens die meisten Nutzer an Yahoo fundamental abstößt ist die Yahoo Startseite - es dauert einfach zu lang bis Yahoo geladen ist und dann fliegt dem Benutzer effekthaschende Werbung nur so um die Ohren. Yahoo liefert m.E. bessere und nicht manipulierte Suchergebnisse und könnte mit intelligenter Werbung punkten - ja wenn Yahoo die Homepage entrümpeln würde - die maßlose Gier der Werbeindustrie wird wohl der Grabstein von Yahoo werden.
stan the man 09.12.2015
4. Nehmerqualitaeten
Das Einzige, was mich an Yahoo beeindruckt, ist, wie lange sie es schaffen, immer wieder Investoren zu finden, obwohl sie seit mehr als zehn Jahren kein Geschaeft mehr machen und auch beim besten Willen in Zukunft keine Rolle spielen werden.
majkusz 09.12.2015
5. Das Chaos auf der Startseite sagt alles...
...was ist denn Yahoo? Suchmaschine? Nachrichtenportal? youtube?...??? Von allem etwas, aber nix richtig. Deswegen: verkaufen, solange es überhaupt noch was dafür zu erlösen gibt...
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