Quartalszahlen Yahoo-Anleger bejubeln mittelmäßiges Ergebnis

Yahoo-Aktionären reicht schon wenig, um den US-Internetkonzern zu feiern: Der Unternehmensumsatz stagnierte im dritten Quartal - dennoch legte die Aktie nachbörslich um mehr als vier Prozent zu.

Yahoo-Chefin Mayer: Will im Mobilgeschäft angreifen
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Yahoo-Chefin Mayer: Will im Mobilgeschäft angreifen


Sunnyvale - Es war Marissa Mayers zweite Bilanzvorlage. Bei der ersten war die neue Yahoo-Chefin gerade erst ein paar Tage im Amt. Doch Wunder kann die Hoffnungsträgerin auch nicht vollbringen: Der angeschlagene US-Internetkonzern kommt unter dem Druck großer Rivalen wie Google Chart zeigen und Facebook Chart zeigen kaum voran. Das Geschäft stagnierte im dritten Quartal. Dennoch ging der Gewinn durch die Decke. Grund war der milliardenschwere Verkauf eines Anteils am chinesischen Internetunternehmen Alibaba.

Der Umsatz lag nahezu unverändert zum Vorjahreszeitraum bei rund 1,2 Milliarden Dollar. Die seit Juli amtierende Mayer sprach am Montag am Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale von einem "soliden Quartal". Sie sieht Yahoo auf dem richtigen Weg: "Wir fühlen uns ermutigt durch die Stabilisierung unseres Geschäft bei der Internetsuche und den grafischen Werbeanzeigen."

Immerhin konnte Mayer nun einen ordentlichen Gewinn von 3,16 Milliarden Dollar (2,42 Milliarden Euro) verkünden. Das war mehr als zehnmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Yahoo hatte die Hälfte seiner Anteile an Alibaba zu Geld gemacht und zusätzlich eine gut dotierte Lizenzvereinbarung abgeschlossen.

Den Anlegern reichte das. Die Aktie stieg nachbörslich um mehr als vier Prozent. Analysten sprachen von einem gelungenen Auftakt. Mayer wolle stärker anpacken und das Unternehmen nach vorne bringen, lobte Brett Harriss von Gabelli & Co.

In der Vergangenheit hatte Yahoo die Erwartungen oftmals enttäuscht. In einer der spektakulärsten Personalverpflichtungen in der Technologiebranche hatte Mayer im Juli den Chefsessel beim Konzern übernommen. Sie will Yahoo wieder zu einer der ersten Adressen im Internetgeschäft machen. Dazu holte sie ein Team von neuen Managern zu sich.

"Das Mobilgeschäft ist eine riesige Welle zum Reiten"

Eine der ersten öffentlich sichtbaren Umbauten am Unternehmen nahm Mayer in der vergangenen Woche vor: Yahoo kündigte an, sich nach 15 Jahren aus Südkorea zurückzuziehen. Lokale Konkurrenten hatten dem US-Unternehmen das Leben schwer gemacht. Mayer will sich allgemein auf profitable Bereiche konzentrieren. Wohin die weitere Reise genau gehen soll, ist aber bislang offen.

Für mögliche Zukäufe will Mayer das Geld jedenfalls mit Bedacht einsetzen - sie denke an Übernahmen zum Preis von weniger als 100 Millionen Dollar, sagte die Yahoo-Chefin in einer Telefonkonferenz. An der Kooperation mit Microsoft Chart zeigen im Suchmaschinen-Geschäft soll trotz Schwierigkeiten festgehalten werden. Das mobile Werbegeschäft auf Smartphones und Tablets werde zu einer zentralen Priorität. "Das Mobilgeschäft ist eine riesige Welle zum Reiten", sagte sie. Yahoo mit den vielen verschiedenen Diensten sei ihr "wie auf den Leib geschneidert", erklärte die langjährige Google-Managerin Mayer.

Yahoo hat schwierige Zeiten hinter sich: Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Internet, doch dann kamen neue starke Rivalen wie Google oder Facebook. Viele Nutzer wandten sich ab, gleiches galt für die Werbekunden. Erschwerend kamen interne Querelen mit Chefwechseln in rascher Folge hinzu.

Die Hoffnungen ruhen nun auf Mayer. Sie hatte bei Google lange das Suchmaschinengeschäft geleitet und war dort zuletzt für die Kartendienste zuständig. Vor drei Wochen bekam sie ihr erstes Kind. Die 37-Jährige hatte von Anfang an erklärt, schnell weiterarbeiten zu wollen.

yes/dpa/Reuters

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