Abfindung für Carol Bartz: Yahoo zahlt 16 Millionen Dollar für schmutzige Trennung

Sie wurde am Telefon gefeuert und klagte: "Die haben mich verarscht." Nun bekommt Ex-Yahoo-Chefin Carol Bartz eine üppige Abfindung. Insgesamt zahlt ihr der Internetkonzern 16,4 Millionen Dollar.

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Ex-Yahoo-Chefin Bartz: "These people fucked me over"

San Francisco - Die frühere Chefin von Yahoo, Carol Bartz, bekommt eine großzügige Abfindung. Der Internetkonzern zahlt der 63-Jährigen insgesamt 16,4 Millionen Dollar. Dazu zählte auch eine einmalige Auszahlung von drei Millionen Dollar. Carol Bartz wurde vergangenen September entlassen. Das geht aus Unterlagen hervor, die Yahoo am Freitag bei der US-Börsenaufsicht einreichte.

Obwohl die Trennung ziemlich schmutzig ablief, hat Bartz deshalb Interesse daran, auf eine Wiederbelebung von Yahoo Chart zeigen durch ihren Nachfolger Scott Thompson zu hoffen. Immerhin erhielt sie fast 386.000 Belegschaftsaktien mit Sperrfrist und 416.000 Aktienoptionen, zusätzlich zu den fünf Millionen Aktienoptionen, die sie bei ihrer Anstellung im Januar 2009 bekam.

"These people fucked me over" - mit diesem Satz machte Carol Bartz nach ihrem Rauswurf bei Yahoo Schlagzeilen. Auf Deutsch heißt das in etwa: "Diese Leute haben mich verarscht." Sie habe von ihrem Rauswurf am Telefon erfahren, schrieb sie ihren Mitarbeitern in einer E-Mail. Aufsichtsratschef Roy Bostock habe ihr das Statement eines Anwalts vorgelesen. Bartz erzählte einem US-Magazin später, sie habe Bostock gefragt, warum er "nicht die Eier habe, es mir in seinen eigenen Worten zu sagen".

Neben ihrem Hang zu deftigen Flüchen wurden der Ex-Yahoo-Chefin aber auch fachliche Mängel zum Verhängnis: Ihr aggressiver Führungsstil und vor allem ihr mangelnder Erfolg führten dazu, dass der Aufsichtsrat des einstigen Internetpioniers sie Anfang September feuerte.

Yahoo hatte unter Bartz' Führung keine Perspektive entwickelt, zahlreiche Talente waren abgewandert, die Marktanteile im Suchmaschinen- und Werbegeschäft schrumpften bedenklich. Die Bloggerin Kara Swisher von All Things Digital kommentierte Bartz' Rausschmiss unbarmherzig: Die Managerin sei stets ein "Riesengeschenk für die Presse" gewesen, aber "nicht so sehr eines für Yahoo".

cte/dapd

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