Karrieren: Jeder sechste Chef wird ausgewechselt

In deutschen Chefetagen herrscht das große Stühlerücken: Laut einer Studie hat 2011 jeder sechste Vorstandsvorsitzende im deutschsprachigen Raum seinen Posten geräumt. Die Wechselquote in großen Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

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RWE-Noch-Chef Großmann: Generationswechsel in der Energiebranche

München - Von den 300 größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben im vergangenen Jahr 16,7 Prozent den Vorstandschef ausgewechselt. Die Wechselquote in den größten Unternehmen hat sich demnach im Vergleich zum Krisenjahr 2010 verdoppelt. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Booz & Company. Das Unternehmen untersucht jährlich den Wechsel von Vorstandsvorsitzenden in den 2500 weltgrößten Börsenunternehmen.

Im globalen Schnitt wechselten im vergangenen Jahr 14,2 Prozent der Unternehmen ihre Spitze aus, berichtet das "Handelsblatt". Damit herrsche im deutschsprachigen Raum eine der größten Chef-Fluktuationen weltweit.

Nur in Brasilien, Russland und Indien sei der Chef noch öfter ausgetauscht worden - im Schnitt wechselten dort 22 Prozent der Firmen den Chef. Am niedrigsten sei die Fluktuation in China. Dort liege sie gerade bei 6,8 Prozent - vermutlich, weil das Führungspersonal dort generell jünger sei, vermutet Booz.

Die meisten Wechsel waren allerdings lange geplant. Nur jeder achte Chef ging demnach wegen Turbulenzen vorzeitig. Im Krisenjahr 2009, als die Wechselquote auf dem Rekordhoch von 21,3 Prozent lag, sei noch jeder dritte Abtritt unfreiwillig gewesen, schreibt die Zeitung.

Im Durchschnitt werde der Vorstandschef hier mit noch nicht einmal 57 Jahren abgelöst. Mit einer durchschnittlichen Amtszeit von 7,6 Jahren könnten sich die Chefs in den deutschsprachigen Ländern gut ein halbes Jahr länger im Amt halten als ihre europäischen Kollegen.

Am höchsten war die Wechselquote in der Gesundheitsbranche mit 33 Prozent und in der Industrie mit 26 Prozent. Eine ähnlich hohe Quote sagte Gushurst demnächst für die Energiewirtschaft voraus, weil die Energiewende von neuen Köpfen umgesetzt werde.

Im internationalen Vergleich der 250 größten Firmen kam Booz zu einer allgemeinen Erkenntnis: Je größer ein Unternehmen umso mehr wird der Chefsessel zum Schleudersitz. Die Geduld der Aufsichtsräte in Großunternehmen sei hier besonders gering: Jeder dritte Konzernchef sei gefeuert worden.

ssu/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Irgendwo ein Sack Reis umgefallen?
walter_e._kurtz 24.05.2012
Zitat von sysopIn deutschen Chefetagen herrscht das große Stühlerücken: Laut einer Studie hat 2011 jeder sechste Vorstandsvorsitzende im deutschsprachigen Raum seinen Posten geräumt. Die Wechselquote in großen Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,834855,00.html
Jetzt mal ohne Flachs: Was soll uns dieser Artikel sagen, SPON? Eine Runde Mitleid für scheidende Vorstände? Interessant wäre doch eine Betrachtung, ob das Stühlerücken innerhalb der Wirtschaft geschieht, oder ob es Wechsel von Wirtschaft Politik gibt, bzw. noch interessanter, weil häufig hinter den Kulissen: Die Wechsel von Wirtschaft in Aufsichtsbehörden und Prüforganisationen
2. Statistik?!?
daesh 24.05.2012
http://www.lachschon.de/item/7425-284/ (*) Wenn pro Jahr etwa ein Sechstel der Vorstandschefs ausgewechselt wurden heißt dass doch, dass 5/6 in Amt und Würden geblieben sind. Damit ist der durchschnittliche Vorstandschef etwa 6 Jahre im Amt. Das klingt doch ganz ok um eine kurzfristige gewinnmaximierende Geschäftspolitik zu betreiben. (*) Für alle die von den 2% beim Kauf von Waren für einen Euro und Verkauf für 3 Euro leben: Wenn sich 28,4% aller Todesfälle zuhause ereignen, ereignen sich 71,6% aller Todesfälle außerhaus! Sollte man also besser zuhause bleiben?
3. Karrieren oder Geldschneiderei
Niamey 24.05.2012
Zitat von sysopIn deutschen Chefetagen herrscht das große Stühlerücken: Laut einer Studie hat 2011 jeder sechste Vorstandsvorsitzende im deutschsprachigen Raum seinen Posten geräumt. Die Wechselquote in großen Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,834855,00.html
Klar, wenn das jeder 6. wechselt, kann das bedeuten, dass die danach neue und besserdotierte Verträge bekommen. Also wieder Augenwischerei und Kosten die auf den Konsumenten umgelegt werden.
4.
eigene_meinung 24.05.2012
Das Schlimme ist, dass einem schlechten Chef meist ein noch schlechterer Chef nachfolgt!
5. Tja
Bin_der_Neue 24.05.2012
Nur leider haben sich bei jenen Menschen die Bedürfnisse gewaltig verschoben. Der normale Arbeitnehmer würde mit der Kohle den Rest seines Lebens nicht mehr malochen gehen, sondern sich die Welt anschauen o.ä. (solche Vögel, die einen Lottogewinn in 2 Jahren auf den Kopf hauen, lassen wir hier einmal aussen vor) während der abgeschobene Vorstandvorsitzende nur völlig frustriert ist, daß er keine Macht mehr über andere Menschen ausüben kann.
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