Zahlungen an Betriebsrat Opel wehrt sich gegen Schmiergeld-Vorwürfe

Ärger bei Opel: Laut einem Zeitungsbericht soll der Autobauer Arbeitnehmervertretern rechtswidrige Zuschläge gezahlt haben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Alles sei sauber abgelaufen.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz: Im Zentrum der Kritik
ddp

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz: Im Zentrum der Kritik


Rüsselsheim/Frankfurt am Main - Der Vorwurf war schwerwiegend: Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sollen Betriebsräte vom deutschen Autobauer Opel rechtswidrige Lohnzuschläge erhalten haben. Das Unternehmen dementierte prompt: "Unsere Vorgehensweise ist hundertprozentig konform mit dem Betriebsverfassungsgesetz", sagte Opel-Sprecher Andreas Kroemer.

Im Zentrum der Kritik steht laut Zeitung der langjährige Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz. Er habe zusammen mit dem Opel-Management ein Entlohnungssystem geschmiedet, das mit der gesetzlichen Idee von ehrenamtlicher Betriebsratsarbeit wenig zu tun habe.

Die Zeitung berichtet, dass Opel jedem Betriebsrat monatlich einen festen Zuschlag von 300 bis zu 1500 Euro zahle. "Damit wird Mehrarbeit entlohnt, die Betriebsräte leisten", sagte Franz dem Blatt. Ausgewiesen werden sollten die Überstunden nicht - wegen des Bürokratie-Abbaus, sagte Franz und verteidigte: "De facto sind wir alle permanent im Einsatz."

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel bestätigte die Zahlung von Zulagen. "Die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses des Betriebsrates in Bochum erhalten eine Aufwandspauschale für Mehrarbeit", sagte Einenkel der "WAZ". "Diese ist jedoch deutlich niedriger als 1.500 Euro."

Kritik kam vom Bonner Arbeitsrechtsprofessor Gregor Thüsing: "Diese Zulagen sind ein glasklarer Verstoß gegen das gesetzliche Gebot, dass Betriebsratsarbeit unentgeltlich sein soll", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das Argument der pauschalen Überstunden-Vergütung sei unzulässig.

stk/dpa



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Politikernachwuchs 16.10.2011
1. Betriebsrat
Das ist die Arbeit vom Betriebsrat: Gegen eigene Leute sein, Schmiergelder kassieren und Pfusch wollen. Hat er etwas gemacht um Rückrufe zu verhindern? Nein, er wollte Rückrufaktionen.
PZF85J 16.10.2011
2.
Zitat von sysopÄrger bei Opel: Laut einem Zeitungsbericht soll der Autobauer Arbeitnehmervertretern rechtswidrige Zuschläge gezahlt haben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Alles sei sauber abgelaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792103,00.html
Wer die Geschichte um die sogenannte Opelrettung verfolgt hat, der muss doch zu der Auffassung kommen, das Franz's Betriebsratsjob nur Tarnung war/ist. In Wirklichkeit ist der doch der Chef des Ladens. Dumm nur, dass der immer noch nicht besonders läuft, und auch nicht besonders laufen wird. Im Ernst: Wer weiss, wie sich insbesondere die IG-Metall-Betriebsräge in die Strukuren der grossen Unternehmen reingefressen haben, den kann das nicht überraschen. Und sind die erst einmal drin, dann ist auch die Erpressung (darum geht es, mehr als Nötigung) nicht mehr weit. Wie ganz offensichtlich bei Opel.
hanstreffer 16.10.2011
3. Zulagen sind zulässig
Was der Herr Professor aus Bonn nach ihrem Artikel sagt, ist falsch, auch wenn er Professor ist. In jedem Arbeitsvertrag sind Zulagen zulässig. Es ist richtig, dass Betriebsratsarbeit unentgeltlich ist. Dies bedeutet, dass es für die Betriebsratsarbeit selbst kein zusätzliches Geld gibt. Betriebsratsarbeit findet aber in der Arbeitszeit statt. Wenn jemand 35 Stunden arbeitet und für Stunden darüber hinaus eine Pauschale statt einzeln abgerechneter Stunden erhält, dann ist dies nicht nur zulässig sondern steht sogar in Metall-Tarifverträgen drin. Es geht um Arbeitszeit, nicht um Betriebsratsarbeit. Ist auch nicht schlimm, wird von vielen Angestellten gerne genommen, weil es um einen Korridor von Arbeitszeit geht, egal ob es sich um Betriebsratsarbeit als Arbeitszeit oder andere Arbeit handelt. Das hat der Professor vielleicht vergessen zu sagen, Professoren sind manchmal halt zerstreut....
CHANGE-WECHSEL 16.10.2011
4. ist doch bekannt...
Zitat von sysopÄrger bei Opel: Laut einem Zeitungsbericht soll der Autobauer Arbeitnehmervertretern rechtswidrige Zuschläge gezahlt haben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Alles sei sauber abgelaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792103,00.html
Was soll der Aufreger? Es ist doch bekannt, dass die deutschen Gewerkschaften von der Wirtschaft geschmiert werden. Nirgends auf der Welt sind die Gewerkschaften so handzahm wie in Deutschland. Und am schlimmsten wird in der IG Metall geschmiert.
catcargerry 16.10.2011
5. Gutes Geschäft für Opel
Zitat von CHANGE-WECHSELWas soll der Aufreger? Es ist doch bekannt, dass die deutschen Gewerkschaften von der Wirtschaft geschmiert werden. Nirgends auf der Welt sind die Gewerkschaften so handzahm wie in Deutschland. Und am schlimmsten wird in der IG Metall geschmiert.
Die Herren Betriebsräte waren für die Größe des Unternehmens ziemlich bescheiden, wenn man bedenkt, was dafür sonst so Taxe ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.