Zahlungsprobleme Dubai lässt Gläubiger alleine

Die Regierung in Dubai will nicht für die Milliardenschulden ihres Fonds Dubai World aufkommen - und schockiert damit Investoren. Arabische Börsen verzeichneten an ihrem ersten Handelstag nach Bekanntwerden der Finanzprobleme massive Verluste.

Dubai Financial Market: Dramatische Kurseinbrüche in Dubai und Abu Dhabi
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Dubai Financial Market: Dramatische Kurseinbrüche in Dubai und Abu Dhabi


Dubai - Die Regierung von Dubai will nicht für den hoch verschuldeten Staatsfonds Dubai World einspringen, der insgesamt zehn Firmen unter seinem Dach vereint. Schon bei der Gründung des Konglomerats sei entschieden worden, dass es nicht durch den Staat abgesichert werde, sagte Dubais Finanzminister Abd al-Rahman al-Saleh dem staatlichen Fernsehen. Zwar gehöre das Unternehmen dem Staat, durch seine zahlreichen Aktivitäten sei es aber verschiedensten Risiken ausgesetzt, begründete Saleh die Haltung der Regierung.

Dubai hatte in der vergangenen Woche wegen einer nötigen Umstrukturierung von Dubai World Gläubiger um einen Zahlungsaufschub von einem halben Jahr gebeten. Das Emirat hat insgesamt Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar angehäuft, davon hat 59 Milliarden Dollar das Konglomerat zu verantworten. Der Staatsfonds ist mit der Baufirma Nakheel unter anderem für den Bau der künstlichen Palmeninseln vor der Küste des Wüstenstaats zuständig. Nakheel sollte ursprünglich eine Schuld in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar bis Ende Dezember begleichen.

Saleh bezeichnete die Reaktionen auf die Ankündigungen in der vergangenen Woche als "übertrieben und ungerechtfertigt". Von der Umstrukturierung von Dubai World würden langfristig "alle betroffenen Parteien" profitieren, auch wenn es für einige kurzfristig unangenehm sein könne.

Börsen im freien Fall

Die Finanzprobleme haben die Börsen in dem Emirat und anderen arabischen Ländern in den freien Fall geschickt. Der Handelstag am Montag nach dem viertägigen islamischen Opferfest war der erste nach Bekanntwerden der Zahlungsschwierigkeiten Dubais. In dem Emirat schloss der Hauptindex DFM mit einem Verlust von 7,3 Prozent. Noch dramatischer sah es in Abu Dhabi aus, wo die Börsenwerte um 8,3 Prozent einbrachen. Die Börse in Kairo stürzte ebenfalls um fast acht Prozent ab.

Teilweise bis zu zehn Prozent verloren in Dubai und Abu Dhabi Aktien von Immobilienfirmen, Telekommunikationsunternehmen und der Energiebranche. Das Bauunternehmen Nakheel, dessen Zahlungsschwierigkeiten die Krise maßgeblich heraufbeschworen hatte, beantragte schon vor Börsenöffnung in Dubai das Aussetzen von Transaktionen mit seinen islamischen Anleihen - den sogenannten Sukuks.

Neue Einbrüche am Dienstag erwartet

Die Zentralbank von Dubai hatte am Sonntagabend die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel zur Stabilisierung des Bankensystems in Aussicht gestellt. Doch auch dies beruhigte die Investoren nicht: In Dubai rechneten viele Börsianer für Dienstag mit einem weiteren Kurseinbruch. Es gebe kein Vertrauen in den Markt, weil die Regierung nicht sage, wie sie die Krise angehen wolle, sagte der Investor Mohammed Nasser. "Wir haben zusehen müssen, wie unser Geld einfach so - pfft - verschwand", sagte der Anleger Lajeb Ahmed.

ore/AFP

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Seite 1
seniorita 21.11.2009
1.
Zitat von sysopDie zur Eindämmung der weltweiten Wirtschaftskrise aufgelegten Konjunkturprogramme pumpen noch immer gewaltige Mengen Geld in den Wirtschaftskreislauf. Neue Schulden werden aufgenommen, um Wahlversprechen zu halten. Das hat zu einer neuen Spekulationsblase geführt. Was glauben Sie - steht die nächste Krise schon vor der Tür?
Das muss man nicht glauben, man sollte es wissen. Das Wort Krise ist eigentlich schon falsch, denn nach einer Krise könnte der Patient auch genesen - vorausgesetzt er wird richtig behandelt. Die richtige Fehlerbehandlung ist weit und breit nicht zu sehen, was das Finanzsystem angeht. Da wird nur an den Symptomen herumgedoktert und niemand will an die Ursachen ran. Davon erholt sich niemand. Und wenn die Ursache nicht behoben wird, dann geht es einfach immer nur in die gleiche Richtung. Noch mehr Arbeitslosigkeit, noch mehr Elend, noch mehr soziale Spannungen. Wir brauchen keine Scheinlösungen mehr. Oder Lösungen, die sich gut anhören. Oder Lösungen, die die Ursache beseitigen könnten. Wir brauchen ein Währung, d.h. stabile Preise. Nichts anderes hat Priorität in der Wirtschaft. Stabile Preise lösen zwar nicht alle Probleme, doch mit Inflation und Deflation werden wir so gut wie kein Problem gelöst bekommen. www.freiheitswerk.de
Pinarello, 21.11.2009
2.
Zitat von sysopDie zur Eindämmung der weltweiten Wirtschaftskrise aufgelegten Konjunkturprogramme pumpen noch immer gewaltige Mengen Geld in den Wirtschaftskreislauf. Neue Schulden werden aufgenommen, um Wahlversprechen zu halten. Das hat zu einer neuen Spekulationsblase geführt. Was glauben Sie - steht die nächste Krise schon vor der Tür?
Wieso vor der Tür, die Krise hat ja erst begonnen, das läuft wie eine Schneelawine, fängt klein, wird langsam immer größer bis die Größe erreicht ist, alles was im Wege steht platt- und niederzumachen. Merke: die Finanzkatastrophenlawine fängt erst an zu wachsen, wurde ja auch die letzten Jahre mehr als ausreichend Material auf dem Lawinenhang hingelegt. Alleine schon das absolute Unvermögen der Zentralbanken, trotz damaligem gegenteiligen Versprechen das in die Märkte geflutete Geld wieder einigermaßen herauszuholen spricht ja Bände, die Büchse der Pandorra wurde geöffnet und ist nicht mehr zu schließen. Das Grauen beginnt zu wirken, in Deutschland hat es schon die ganze Regierung ergriffen, Mangel, Not und Elend wo man hinsieht.
seniorita 21.11.2009
3.
Zitat von PinarelloWieso vor der Tür, die Krise hat ja erst begonnen, das läuft wie eine Schneelawine, fängt klein, wird langsam immer größer bis die Größe erreicht ist, alles was im Wege steht platt- und niederzumachen. Merke: die Finanzkatastrophenlawine fängt erst an zu wachsen, wurde ja auch die letzten Jahre mehr als ausreichend Material auf dem Lawinenhang hingelegt. Alleine schon das absolute Unvermögen der Zentralbanken, trotz damaligem gegenteiligen Versprechen das in die Märkte geflutete Geld wieder einigermaßen herauszuholen spricht ja Bände, die Büchse der Pandorra wurde geöffnet und ist nicht mehr zu schließen. Das Grauen beginnt zu wirken, in Deutschland hat es schon die ganze Regierung ergriffen, Mangel, Not und Elend wo man hinsieht.
Richtig, den Deckel bekommt keiner mehr drauf. Und immer noch stehen unsere Politiker und Wirtschaftsexperten da, und wollen uns weismachen, sie hätten einen Plan. Würde diese Lügerei aufhören und die Leute in "verantwortlichen" Positionen einfach mal zugeben, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind, dann kämen wir vielleicht weiter. Scheint aber irgendwie nicht drin zu sein. www.freiheitswerk.de
classico, 21.11.2009
4.
Zitat von senioritaRichtig, den Deckel bekommt keiner mehr drauf. Und immer noch stehen unsere Politiker und Wirtschaftsexperten da, und wollen uns weismachen, sie hätten einen Plan. Würde diese Lügerei aufhören und die Leute in "verantwortlichen" Positionen einfach mal zugeben, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind, dann kämen wir vielleicht weiter. Scheint aber irgendwie nicht drin zu sein. www.freiheitswerk.de
Wie kommen sie darauf.... Politiker hätten keinen Plan? ich sehe einen Plan, der besteht schon sehr lange in den Köpfen von Union und FDP. Mehr Freiheit und Eigenverantwortung... was da heißt, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Abbau des Sozialstaates.... Rente und Krankenversicherung werden privatisiert ... die Pflegeversicherung folgt. Privatisierung aller Staatlichen Institutionen und Unternehmen werden verscherbelt. Damit fängt die Umsetzung des Planes an....
seniorita 21.11.2009
5.
Zitat von classicoWie kommen sie darauf.... Politiker hätten keinen Plan? ich sehe einen Plan, der besteht schon sehr lange in den Köpfen von Union und FDP. Mehr Freiheit und Eigenverantwortung... was da heißt, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Abbau des Sozialstaates.... Rente und Krankenversicherung werden privatisiert ... die Pflegeversicherung folgt. Privatisierung aller Staatlichen Institutionen und Unternehmen werden verscherbelt. Damit fängt die Umsetzung des Planes an....
Das ist kein Plan, das ist eine Unverschämheit. In einem System, das immer mehr Menschen unterpflügt, vom Einzelnen zu fordern, es solle sich gefälligst mal um sich selbst sorgen. Nichts für eine Währung tun und dann, wenn es aber in die Deflation geht, anfangen von Selbstverantwortung zu reden. Das sind keine Politiker, die einen Plan haben, sondern korrumpierte Zeitgenossen, die nicht verstehen wollen, dass sie eben nur ein bisschen später unter die Räder kommen. www.freiheitswerk.de
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