Megafusion Zementkonzerne bilden neue Nummer eins

Zusammen wollen sie neuer Marktführer werden - das haben die Zementhersteller Holcim und Lafarge jetzt bestätigt. Die Firmen planen den "fortschrittlichsten Konzern der Baustoffbranche". Beaufsichtigt wird er vom Deutschen Wolfgang Reitzle.

Logos von Lafarge und Holcim: "Einmalige Positionierung"
AFP

Logos von Lafarge und Holcim: "Einmalige Positionierung"


Jona/Paris - Der Zementmarkt soll einen neuen Branchenprimus bekommen. Die beiden Baustoffkonzerne Holcim Chart zeigen und Lafarge Chart zeigen kündigten an, zum weltgrößten Zementhersteller zu fusionieren. Sie planten einen Zusammenschluss unter Gleichen, teilten das schweizerische und das französische Unternehmen am Montag mit und bestätigten damit Berichte vom Wochenende. Der Hauptsitz werde in der Schweiz liegen. Das Unternehmen mit dem Namen LafargeHolcim werde der "fortschrittlichste Konzern der Baustoffbranche".

Die Verwaltungsräte beider Konzerne stimmten dem Zusammenschluss bereits einstimmig zu. Zudem sicherten dem Unternehmen zufolge einflussreiche Aktionäre auf beiden Seiten bereits ihre volle Unterstützung zu. Abgeschlossen werden solle die Fusion im ersten Halbjahr 2015. Den Vorsitz über den neuen Konzern soll der bisherige Lafarge-Chef Bruno Lafont übernehmen. Verwaltungsratspräsident wird Wolfgang Reitzle, der bislang den deutschen Industriegasekonzern Linde führte.

"Die einmalige Positionierung von LafargeHolcim wird es uns erlauben, der Bauwirtschaft die Baustoffe zu liefern, um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein", erklärte Holcim-Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron. Der neue Konzern werde von Marktchancen in entwickelten Märkten sowie den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt profitieren. Lafarge-Präsident Bruno Lafont erklärte, der Zusammenschluss ermögliche "außerordentliche Synergien".

Holcim hat im vergangenen Jahr 139 Millionen Tonnen Zement verkauft und kam auf 19,7 Milliarden Schweizer Franken (gut 16 Mrd Euro). Lafarge kam auf 137 Millionen Tonnen und einen Umsatz von gut 15 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der deutsche Konzern HeidelbergCement Chart zeigen hatte 2013 einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro.

dab/dpa



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Seite 1
gerdmayer 07.04.2014
1.
Wo bitte bleibt noch Wettbewerb?
ja,doch 07.04.2014
2. Kartellamt, hallo, wo bist du?
Eine so große Marktmacht ist immer ungesund, und leider wird auch hier das Kartellamt allerhöchstens "warnen", aber die Fusion nicht untersagen.
derBob 07.04.2014
3.
Zitat von ja,dochEine so große Marktmacht ist immer ungesund, und leider wird auch hier das Kartellamt allerhöchstens "warnen", aber die Fusion nicht untersagen.
Welches Kartellamt meinen Sie? Das deutsche Kartellamt wird sich zu Recht bei der Fusion eines französichen und eines schweizer Konzern nicht äußern. Das europäische Kartellamt (ja - eines dieser pösen EU Behörden) wird auch Schwierigkeiten haben, bei einer Fusion mit späterem Sitz in der Schweiz Ernst genommen zu werden. Bleibt eigentlich nur das schweizer Kartellamt. Unwissend bezweifle ich jedoch, dass es in der Schweiz eine Behörde geben soll, die das Geldverdienen verhindert.
HerbertVonbun 07.04.2014
4. optional
Polypol > Oligopol > Monopol! Preisdiktatatur durch Marktmacht pur! - Wozu die blöden, gewinneingrenzenden Mätkte mit ihrem Auf und Ab von Preisen? Wozu ein Risiko, wenn es auch anders geht!?
homann5 07.04.2014
5.
Zitat von derBobWelches Kartellamt meinen Sie? Das deutsche Kartellamt wird sich zu Recht bei der Fusion eines französichen und eines schweizer Konzern nicht äußern. Das europäische Kartellamt (ja - eines dieser pösen EU Behörden) wird auch Schwierigkeiten haben, bei einer Fusion mit späterem Sitz in der Schweiz Ernst genommen zu werden. Bleibt eigentlich nur das schweizer Kartellamt. Unwissend bezweifle ich jedoch, dass es in der Schweiz eine Behörde geben soll, die das Geldverdienen verhindert.
Das ist so nicht ganz richtig. Da der neue Konzern wohl auch innerhalb der EU aktiv werden/bleiben will, hat die EU Kommission schon Mitspracherecht.
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