Niedrigzinspolitik US-Notenbankchef Bernanke garantiert billiges Geld

Mit milliardenschweren Anleihekäufen hält die US-Notenbank die Zinsen niedrig - und will das auch weiterhin tun. Fed-Chef Ben Bernanke widersprach Spekulationen über ein Ende der Geldschwemme. Diese sei das, "was die US-Wirtschaft braucht".

Zentralbanker Bernanke: Arbeitsmarkt zu schwach, Inflation zu niedrig
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Zentralbanker Bernanke: Arbeitsmarkt zu schwach, Inflation zu niedrig


Cambridge - Ben Bernanke hält an der Niedrigzinspolitik der von ihm geleiteten US-Notenbank Fed fest. "Sehr expansive Geldpolitik für absehbare Zeit ist, was die US-Wirtschaft braucht", sagte Bernanke am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Cambridge. Kurz zuvor hatten Informationen über das Treffen des Offenmarktausschusses der US-Zentralbank Mitte Juni Spekulationen genährt, eine Drosselung der massiven Anleihenkäufe durch die Bank könne schnell erfolgen.

Noch seien der Arbeitsmarkt zu schwach und die Inflationsrate zu niedrig, um den derzeitigen Kurs zu ändern, sagte Bernanke. Er erwarte, dass die Inflation sich wieder der Rate von zwei Prozent annähere, die von der Fed als Ziel ausgegeben wurde. Zudem hätten die im März eingeleiteten tiefen Einschnitte bei den öffentlichen Ausgaben noch nicht ihre volle Wirkung gezeigt.

Die Frage, wann die zinsdrückenden Anleihekäufe von derzeit monatlich 85 Milliarden Dollar gedrosselt werden sollen, versetzt die Finanzmärkte seit Wochen in Aufregung. Erst Ende Juni hatte Bernanke vage Andeutungen gemacht, dass ein Herunterfahren der Kaufpolitik beginnen könne. Die Börsen hatten damals mit deutlichen Verlusten reagiert.

Bernankes jüngste Äußerungen trieben den Euro Chart zeigen dagegen deutlich nach oben. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg innerhalb von 24 Stunden in der Spitze um vier Cent nach oben. In der Nacht stieg der Euro bis auf 1,3207 Dollar Chart zeigen. Am Morgen fiel er wieder auf 1,3123 Dollar zurück. Am Mittwochvormittag hatte der Kurs noch deutlich unter der Schwelle von 1,28 Dollar notiert.

Derzeit erwirbt die US-Zentralbank jeden Monat Hypothekenpapiere und Staatsanleihen in Höhe von 85 Milliarden Dollar, um die Zinsen zu drücken. Mit dem billigen Geld soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Die Liquiditätsschwemme beflügelt allerdings auch die Finanzmärkte, Aktien gewinnen bei niedrigen Zinsen als Anlageform an Attraktivität.

dab/dpa/AFP



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