Handelsstreit vor der WTO EU beschwert sich über Chinas Zölle 

Im Handelsstreit mit China greift die Europäische Union zu schärferen Mitteln. Bei der Welthandelsorganisation WTO reichte sie eine formelle Beschwerde ein. Dabei geht es um hohe chinesische Zölle auf den Import von Stahlrohren.

Stahlexporte in chinesischem Hafen:  Streit um Dumping-Vorwürfe
REUTERS

Stahlexporte in chinesischem Hafen: Streit um Dumping-Vorwürfe


Brüssel/Peking - Die EU hat bei der Welthandelsorganisation WTO Beschwerde gegen China eingelegt. Laut Mitteilung der EU-Kommission schloss sie sich einer Klage Japans an. Die Europäer stören sich an hohen Zöllen, die Peking auf die Einfuhr von Stahlrohren aus der EU erhebt.

Damit geht der Handelsstreit zwischen China und der EU in eine neue Runde. Seit Monaten bezichtigen sich die beiden Handelsräume gegenseitig des Protektionismus und des Dumpings. So hatte die EU in der vergangenen Woche vorläufige Schutzzölle auf chinesische Solarmodule verhängt. Peking kündigte daraufhin an, Strafzölle auf europäischen Wein zu prüfen.

Die Bundesregierung und andere EU-Staaten sind gegen die von Brüssel beschlossenen Schutzzölle, weil sie einen Handelskrieg mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt fürchten.

Seit November 2012 erhebt China Sonderzölle zwischen 9,7 und 11,1 Prozent auf nahtlose Edelstahlrohre aus der EU - angeblich, um Dumpingpreise auf dem Heimatmarkt zu verhindern. Diese Zölle behinderten den Zugang zum chinesischen Markt "erheblich", heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Zu den wichtigsten Herstellern der Rohre zählt die deutsche Salzgitter AG. Nach Ansicht von Diplomaten waren die chinesischen Zölle eine Reaktion auf europäische Zölle, die seit 2011 auf Rohre aus China erhoben werden.

Die Regierung in Peking kritisierte die Handelspolitik der Europäischen Union am Donnerstag erneut scharf. Die EU solle Ernsthaftigkeit zeigen und Probleme auf dem Verhandlungsweg lösen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying. Spannungen im Handel seien normal, sollten aber durch Dialog gelöst werden, sagte sie. "Wir sind gegen Handelsprotektionismus."

stk/dpa-AFX/AFP

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Redigel 13.06.2013
1.
Zitat von sysopAPIm Handelsstreit mit China greift die Europäische Union zu schärferen Mitteln. Bei der Welthandelsorganisation WTO reichte sie eine formelle Beschwerde ein. Dabei geht es um hohe chinesische Zölle auf den Import von Stahlrohren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/zoelle-auf-stahlrohre-eu-beschwert-sich-bei-wto-ueber-china-a-905595.html
Bin mal gespannt wieviele Leute wieder offen zur Schau stellen, dass Sie den Unterschied zwischen EEG-Umlage (Subvention für ALLE unabhängig der Herkunft) und einseitigen Zuschüssen wie es in China stattfindet, nicht unterscheiden können.
jaguaros 13.06.2013
2. China sitzt am laengerem Hebel...
...und EU wird bald in die Knie fallen muessen. Wenn wir nicht exportieren dann koennen wir einpacken. Also dann, lachen und wieder lachen, das wirkt Wunder.
Wilder Eber 13.06.2013
3. Sehr geschickt, die Chinesen
Zitat von sysopAPIm Handelsstreit mit China greift die Europäische Union zu schärferen Mitteln. Bei der Welthandelsorganisation WTO reichte sie eine formelle Beschwerde ein. Dabei geht es um hohe chinesische Zölle auf den Import von Stahlrohren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/zoelle-auf-stahlrohre-eu-beschwert-sich-bei-wto-ueber-china-a-905595.html
Deutschland ist in der "EU" mit grossem Abstand Stahlproduzent Nr. 1. Daraus abgeleitet, trifft das vermutlich auch auf Stahlrohre als Sekundärprodukt zu. Die Chinesen gehen damit sehr geschickt vor und treffen die "EU" an ihrer empfindlichsten Stelle: scheitert Deutschland, dann scheitert auch Europa !
Pandora0611 13.06.2013
4. EU vs. China
Erst führen die Eurokraten Strafzölle gegen chinesische PV-Module ein, dann beschweren sie sich, wenn China ebenfalls plant, Strafzölle einzuführen. PV, das ist Low-Tech die jeder herstellen kann! Diese wird aber in Deutschland hochsubventioniert (EEG-Zwangsabgabe). Da haben sich die grünen Lobbyisten wohl erfolgreich durchgesetzt. Wenn die EUdSSR vor der WTO klagen will, sollte China das auch tun. Aber der Verlierer steht schon fest: Es ist die EUdSSR!
Privatier 13.06.2013
5. Welche Peanuts gegen die Drohung mit Zöllen zwischen 37,2 - 67,9% für PV-Komponenten!
Zitat von sysopAPIm Handelsstreit mit China greift die Europäische Union zu schärferen Mitteln. Bei der Welthandelsorganisation WTO reichte sie eine formelle Beschwerde ein. Dabei geht es um hohe chinesische Zölle auf den Import von Stahlrohren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/zoelle-auf-stahlrohre-eu-beschwert-sich-bei-wto-ueber-china-a-905595.html
Detail*BSW-Solar - Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (http://www.solarwirtschaft.de/presse-mediathek/pressemeldungen/pressemeldungen-im-detail/news/eu-kommission-verkuendet-vorlaeufige-strafzoelle-gegen-chinesische-pv-komponenten.html) Wer seinen gierigen Hals so wenig voll bekommt, wie unser Europäisches Zentralkommissariat, hätte - genügend Anstand vorrausgesetzt - allen Grund, sich in die Ecke zu stellen, und in Grund und Boden zu schämen. Zu hoffen bleibt, daß die Europäischen Verbraucher den böswilligen Brüsseler PV-Strafzoll-Anschlag auf das Geld in Ihren Taschen - denn WER anderes als die Kunde in Europa werden wohl diese Strafzölle letzendlich zahlen müssen? - einer ihre Untertanen wieder einmal maßlos ausquetchenden EU-Obrigkeit nicht vergessen werden. Sondern der bereits endlos langen Liste der Guten Gründe für die Zerschlagung von Europa und Euro hinzufügen werden. MfG
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