Handelsstreit mit Donald Trump BMW erhöht wegen US-Zöllen Preise in China

Deutsche Autokonzerne geraten zwischen die Fronten von Donald Trumps Handelskonflikt. BMW kündigt nun Preiserhöhungen in China an - weil die dortigen Kunden bislang aus US-Werken beliefert werden.

BMW X5
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Deutsche Geländewagen werden für chinesische Kunden teurer. BMW Chart zeigen will wegen der erhöhten Zolle auf US-Autos seine Preise in China anheben. Derzeit berechne das Unternehmen noch die "in dem Zusammenhang nötige Preiserhöhungen". Momentan bleibe es aber noch bei den aktuellen Listenpreisen für die Händler. Die neuen Preise sollen später veröffentlicht werden.

China hatte am Freitag als Reaktion auf US-Strafzölle eine Anhebung der Zollsätze für Autos aus den USA auf 40 Prozent angekündigt. Für den Rest der Welt hat Peking die Zölle hingegen zum 1. Juli von 25 auf 15 Prozent gesenkt.

BMW baut in seinem größten Werk in Spartanburg in den USA (Bundesstaat South Carolina) die Autos der SUV-Modelle X3 bis X6, die auch nach China exportiert werden. Insgesamt liefert BMW pro Jahr rund 100.000 Geländewagen aus Spartanburg nach China.

Auch Konkurrent Daimler Chart zeigen hat Probleme mit Pekings Zöllen auf in den USA gefertigte Wagen. Mitte Juni senkten die Stuttgarter ihre Jahresprognose für das operative Konzernergebnis und verwiesen dabei vor allem auf die Wirkung der chinesischen Zölle. Daimler baut im US-Werk in Tuscaloosa (US-Bundesstaat Alabama) große Mercedes-Benz-SUVs und exportiert diese Wagen auch nach China. Die erhöhten Einfuhrtarife in China würden zu einem geringeren Absatz als geplant führen, hieß es in der Gewinnwarnung. Zudem könnten die höheren Kosten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden.

Volkswagen Chart zeigen ist von dem Zollstreit zwischen den USA und China bislang kaum betroffen. In den USA baut VW den Passat und den neuen SUV Atlas für den nordamerikanischen Markt. Golf und Jetta fertigt Volkswagen im mexikanischen Puebla. Die Konzerntochter Audi stellt im mexikanischen San José Chiapa den SUV Q5 her, baut diesen aber auch in China.

Chinesen bauen Batteriezellen-Fabrik in Thüringen

BMW ist der erste Kunde einer neuen Batteriezellenfabrik die der chinesischen Herstellers CATL in Thüringen bauen wird. Der Vertrag für das Großprojekt wurde am Montag am Rande der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin unterzeichnet. BMW vergab zugleich einen Milliarden-Auftrag an die Chinesen. Die Hoffnung ist, dass andere deutsche Autokonzerne folgen.

Wegen der stark wachsenden Zahl von Elektroautos in Europa steigt in den nächsten Jahren auch die Nachfrage nach Batterien sowie Batteriezellen rasant. VW , Daimler und BMW kaufen Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammen. Bundesregierung und Gewerkschaften befürchten eine zu starke Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern und dringen seit längerem auf eine nationale oder zumindest europäische Lösung.

CATL will bis 2022 rund 240 Millionen Euro in das Werk in dem Industriegebiet "Erfurter Kreuz" investieren und dort 600 neue Arbeitsplätze schaffen. Langfristig könnten nach Informationen der Deutschen Presseagentur bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen.

beb/dab/dpa



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