Niederländisches Fintech-Unternehmen Zuckerbergs Milliardärsklub beteiligt sich an Adyen

Die niederländische Firma Adyen wickelt die Zahlungen von Spotify-, Uber- oder Netflix-Kunden ab und hat damit das Interesse großer Investoren geweckt. Jetzt wollen Milliardäre aus dem Silicon Valley bei dem Bankenschreck einsteigen.

Adyen-Website: Begehrte Dienstleistungen
adyen

Adyen-Website: Begehrte Dienstleistungen


Die Facebook-Chefs Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg oder Twitter-Gründer Jack Dorsey: Viele Größen des Silicon Valley lassen ihre privaten Milliarden von Iconiq Capital verwalten. Dank seiner einflussreichen Klienten ist der verschwiegene Investmentfonds in der globalen Internet-Wirtschaft so gut vernetzt wie kaum ein anderer.

Bislang war der Fonds vor allem in den USA und Asien aktiv, europäische Internet-Unternehmen haben Iconiq bislang gar nicht interessiert. Das ändert sich nun: Mark Zuckerbergs Milliardärsklub kauft sich bei dem niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen ein.

Der Wert des Amsterdamer Unternehmens steige durch das Investment auf zwei Milliarden Euro, sagte Adyen-Chef Pieter van der Does SPIEGEL ONLINE. Wie viel Geld Iconiq in Adyen gesteckt hat und welchen Anteil der Fonds nun hält, verriet van der Does nicht.

Bislang war das acht Jahre alte Unternehmen aus Amsterdam von Investoren mit rund 1,3 Milliarden Euro bewertet worden. Adyen wickelt für viele globale Unternehmen bargeldlose Zahlungen ab - ein Geschäft, an dem bisher vor allem Banken verdienen.

Zu seinen Kunden zählt Adyen viele Internet-Start-ups wie den Musik-Streamingservice Spotify oder die Taxi-Plattform Uber. Inzwischen lockt der Dienstleister aber auch traditionsreichere Unternehmen wie die Fluglinie KLM als Kunden an. Wie viele Gründer in der aufstrebenden Finanztechnologie-Szene gibt sich der selbstbewusste Adyen-Chef als Bankenschreck: "Wir wollen ihnen den Bereich Zahlungsverkehr komplett entreißen."

Durch die Beteiligung der Silicon-Valley-Stars sieht sich van der Does in seiner Mission bestätigt. Damit der Iconiq-Deal zustande kommt, durften Adyens bisherige Geldgeber bei der aktuellen Investment-Runde nicht mitbieten - ihre Anteile an dem Unternehmen sinken dadurch. Van der Does betont aber, dass jeder der Investoren die Entscheidung begrüßt habe: "Wir wollten Iconiq alle unbedingt an Bord haben."

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insgesamt 3 Beiträge
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pommbaer84 30.09.2015
1. wo ist der Vorteil?
Adyen muss auch irgendwo Geld verdienen. Was ist für ein Unternehmen der Grund, ein Bankeinzug über so ein Unternehmen abzuwickeln statt die eigene Bank? Grund können nur die Gebühren sein.
silverhair 30.09.2015
2. Man lebt vom Ertrag der kreisprozesse
Zitat von pommbaer84Adyen muss auch irgendwo Geld verdienen. Was ist für ein Unternehmen der Grund, ein Bankeinzug über so ein Unternehmen abzuwickeln statt die eigene Bank? Grund können nur die Gebühren sein.
Nein, das Prinzip ist allg. gültig , und nur ihre Vorstellung von "Geld" ist falsch! Prinzipiell sind alle Wirtschaftsvorgänge in Kreisläufen organisiert - Käufer - Hersteller - Lohn .. Käufer usw. Kurz, das was sie als "Geld=Banknoten" wahrnehmen kreist nur in der Wirtschaft .. es wird deshalb nicht mehr oder weniger. Aber Kreisprozesse werfen "Ertrag" ab. Bei einer Wassermühle ist der Kreisprozess der Wasserkreislauf, der "Ertrag" ist das drehen des Mühlsteins! In Kreisprozessen ist aber die Summe des Kreisprozesses selber Einnahmen minus Ausgaben immer Null.. Wirtschaft selber ist ein Nullsummen spiel. Aber über die Zeit wirft dieses System Erträge ab wie wir ja alle bemerken können! Das wird vor allem darüber erreicht, das dieser Kreisprozess der Zahlungsmittel über "Kaufen" der Zahlungsmittel in Gang gehalten wird. Das was man umgangsprachlich "Refinanzierung" nennt, ist nichts anderes als Kaufen von Geld zu einem Zins =Libor genannt , und das ist extrem rentabel, weil dieser Libor bei jeder Transaktion fällig wird, sich daraus Kreditzinsen und alles andere Herleiten! Der Wert der Zahlungsmittel .. auch der Banknoten ist deshalb null .. sie haben keinen Wert, aber das Kreisen durch die Wirtschaft erzeugt ein zusätzliches Element ..den Ertrag und Gewinn! Niemand sammelt Geld ausser leider die AN , die denken das man "Geld" sammeln müßte .. Aber das macht weder eine Bank, noch eine Notenbank .. man lebt nicht von Geld in Tressoren, da sind keine Vermögen irgendwo gebunkert.. das ganze ist einfach nur ein Kreisprozess in dem "Geld -fließt"! Die absolute Höhe der Geldmenen ist deshalb auch egal , das ist nur eine math. Zahl , die mit nichts realem selber korreliert!
limubei 30.09.2015
3. Macht Gier Kontrolle
Zitat von pommbaer84Adyen muss auch irgendwo Geld verdienen. Was ist für ein Unternehmen der Grund, ein Bankeinzug über so ein Unternehmen abzuwickeln statt die eigene Bank? Grund können nur die Gebühren sein.
Das ist der Grund. Man will einfach alles. Vielfalt wird es nicht mehr geben. Facebook und andere kaufen ja auch Startups auf, um sie zu schliessen. Das ist der Trend. Facebook will ja die ganze Welt "verbinden" und alles andere überflüssig machen, wenns nach Zuckerberg geht. AMAZON lässt auf der Plattform Firmen so lange arbeiten, bis das Marktsegment ausgereift ist und dann werden diese Firmen kalt ausgebootet und das Marktsegment von A einfach uebernommen. Ich kenne persönlich 2 Fälle. Hinzu kommen die unfassbaren Steuervermeidungsstrategien mit denen sich Länder wie Luxemburg, Irland und Niederlande auszeichnen. Das sollte ganz brutal gestoppt werden. Denn hiermit werden nationale Unternehmen benachteiligt und geschädigt. Da sehe ich aber gar keine Aktivitäten der Bundesregierung ausser heisser Luft. Frau Merkel ist nur an einer ganz schnellen Unterzeichnung von TTIP interessiert - mit allen illegalen und undemokratischen Mitteln!
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