Zündschloss-Skandal General Motors kauft sich mit Milliardenzahlung frei

General Motors muss im Zuge des Skandals um defekte Zündschlösser rund 900 Millionen Dollar Strafe zahlen. Die Familien der Unfallopfer sollen zusätzlich großzügig entschädigt werden.

General-Motors Zentrale in Detroit: Opfer können auf Entschädigung hoffen
AFP

General-Motors Zentrale in Detroit: Opfer können auf Entschädigung hoffen


Die Opel-Mutter General Motors steht Insidern zufolge kurz vor einer Einigung mit den US-Justizbehörden im Zusammenhang mit tödlichen Autounfällen wegen defekter Zündschlösser. GM habe sich zu einer Zahlung von 900 Millionen Dollar bereiterklärt, um eine Untersuchung durch die amerikanische Regierung zu beenden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, soll sich der Autokonzern außerdem verpflichten, einen Entschädigungsfonds in Höhe von rund 625 Millionen Dollar einzurichten. Die Familien der tödlich Verunglückten sollen mindestens eine Million Dollar erhalten.

Der größte US-Autobauer ist angeklagt, den Defekt vor den Aufsichtsbehörden jahrelang verheimlicht und die Kunden getäuscht zu haben. Die Strafverfolgung soll aber ausgesetzt werden, wenn sich der Konzern an die Vereinbarungen hält. Einzelne Personen würden nicht angeklagt. Eine gerichtliche Zustimmung dazu stehe aber noch aus.

124 Todesfälle und 275 Verletzte werden mit dem Zündschlossskandal in Verbindung gebracht.Damit käme GM Chart zeigen günstiger weg als der japanische Konkurrent Toyota, der in einem ähnlichen Fall allein 1,2 Milliarden Dollar Strafe zahlen musste. Hinzu kam ebenfalls eine erhebliche Entschädigungssumme. Die Vereinbarung solle noch am Donnerstag offiziell bekanntgegeben werden, sagten die Insider. GM wollte sich nicht dazu äußern. Auch der zuständige Staatsanwalt Preet Bharara lehnte eine Stellungnahme ab.

GM hatte erst im Februar 2014 damit begonnen, etwa 2,6 Millionen Fahrzeuge wegen der defekten Zündschlösser zurückzurufen, obwohl das Problem schon Jahre zuvor intern erkannt geworden war. Bei den Wagen bestand die Gefahr, dass der Zündschlüssel unbeabsichtigt in die Aus-Position springt. Dadurch konnte während der Fahrt der Motor ausgehen und elektronische Systeme wie Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten.

mik/Reuters/AP



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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
martinm_de 17.09.2015
1. ich warte
auf eine Analyse der Entscheidungsstrukturen die dieses Desaster möglich machten. Wer hat was wann gewusst?
Airkraft 17.09.2015
2. Bremskraftverstärker...
Bremskraftverstärker werden meines Wissen mit einem Druckspeicher betrieben. Ob der Motor dann während der Fahrt ausgeht ist für die Funktion unerheblich, zumindest für die ersten paar Bremsungen. Danach hilft beherztes auf's Pedal treten. Dafür ist geeignetes Schuhwerk hilfreich ;-)
sarkosy 17.09.2015
3. Der Staff der Opel-Mutter,
allwissend und allmächtig,gibt den Filialen alles genau vor,bis zur Qualität des Klopapiers!! Eigene Fehler gibt es nie und darf es auch nie geben.Daher die jahrel
calinda.b 17.09.2015
4. Billig
DIe Pharmaindustry hatte auch schon ihre Skandale (Lipobay, Vioxx etc) die Tausende das Leben gekostet haben und sie habe es auch vertuschen wollen. Da gab's sogar eine Strafe von 40 Milliarden Dollar, da sind 900 Millönchen doch geradezu peanuts dagegen. In beiden Fällen ging niemand in den Knast, sie brauchen den Platz im Knast wahrscheinlich um Marihuanaraucher unterzubringen.
thelix 17.09.2015
5.
Zitat von martinm_deauf eine Analyse der Entscheidungsstrukturen die dieses Desaster möglich machten. Wer hat was wann gewusst?
Tja, guter Mann. Hätten Sie aufmerksam gelesen, wüssten Sie nun, daß Sie darauf lange warten werden. Das es nicht (mehr) zu einer "Analyse der Entscheidungsstrukturen" kommen wird, ist nicht nur die Essenz des Artikels, es wird auch klipp und klar geschrieben.
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