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Zukunfts-Werkstoff Anleger reißen sich um Aktien von Carbon-Firma

Milliardärin Susanne Klatten: Im Wettstreit mit VolkswagenZur Großansicht
DDP

Milliardärin Susanne Klatten: Im Wettstreit mit Volkswagen

Der Kampf zwischen Volkswagen und BMW um den Carbon-Faser-Hersteller SGL elektrisiert die Anleger: Die Aktien des Unternehmens stiegen auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Die Firma gilt in der Autobranche als Lieferant für den Werkstoff der Zukunft.

Frankfurt am Main - Der Aktienkurs von SGL Carbon kannte am Montagvormittag nur eine Richtung: steil aufwärts. Ein Bericht des SPIEGEL hat die Anleger elektrisiert. BMW will Anteile an dem zukunftsträchtigen Unternehmen kaufen - und liefert sich einen Kampf mit Volkswagen. Denn der Wolfsburger Konzern hält bereits rund zehn Prozent an SGL Carbon.

Offen ist noch, wie viele Aktien BMW Chart zeigen übernimmt. Doch sinnvoll wäre ein Anteil von gut 20 Prozent. Denn der Münchner Autokonzern und die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten könnten dann gemeinsam die Mehrheit der SGL-Anteile kontrollieren. Klatten ist bereits mit rund 29 Prozent über ihre Investmentgesellschaft Skion an SGL beteiligt. Sie verfügt damit über eine Sperrminorität bei dem Kohlenstoffspezialisten, die ihr Einfluss bei der künftigen Unternehmensstrategie sichert. Zuletzt hatte Klatten im Mai SGL-Aktien zugekauft und damit im Kampf mit Volkswagen Chart zeigen zurückgeschlagen.

Der Wettstreit um den Faserhersteller löste an der Börse ein Euphorie aus. Die Aktie von SGL Carbon schnellte zeitweise um rund dreizehn Prozent auf 43,11 Euro in die Höhe und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren.

Leichtere Autos durch Carbon

Grund für das Interesse der Autobauer an SGL ist, dass sie sich den Zugang zu einer Technologie sichern wollen, die als Zukunftstechnologie für die Automobilindustrie gilt. SGL gehört zu den führenden Firmen bei Werkstoffen aus Carbon-Fasern. Damit lassen sich besonders leichte Autos bauen und deutliche Energieeinsparungen erzielen.

Carbon-Fasern sind rund 30 Prozent leichter als Aluminium und etwa 50 Prozent leichter als Stahl. Bislang waren Carbon-Fasern für den Serieneinsatz in Autos zu teuer. Angesichts neuer Techniken und steigender Stahlpreise wird der Werkstoff für die Hersteller aber inzwischen immer interessanter.

mmq/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
klongnampla 17.10.2011
na klar, alle reissen sich drum wegen eventueller gewinne/rendite. geht es schief, dann waren es die banken und muessen zerschlagen werden. sowohl uccupy bewegen als auch politiker sind hier doch alle ahnungslos. rendite/gewinne [...]
na klar, alle reissen sich drum wegen eventueller gewinne/rendite. geht es schief, dann waren es die banken und muessen zerschlagen werden. sowohl uccupy bewegen als auch politiker sind hier doch alle ahnungslos. rendite/gewinne einstecken ja, aber ein verlust ist die schuld von banken. daemlich. aber lieber kurzfristig populist und politiker, als vernuenftig beide seiten der muenze zu sehen.
payton_m 17.10.2011
Kohlenstoff als Werkstoff ist weder neu noch eine aktuelle Sensationsmeldung wert. Unsere gesamten Kunststoffe ("Plastik") basieren darauf, und natürlich werden ständig neue Einsatzmöglichkeiten entdeckt. Um die Meldung [...]
Kohlenstoff als Werkstoff ist weder neu noch eine aktuelle Sensationsmeldung wert. Unsere gesamten Kunststoffe ("Plastik") basieren darauf, und natürlich werden ständig neue Einsatzmöglichkeiten entdeckt. Um die Meldung aber sensationslüstern aufzupuschen, wird zum beliebten Mittel der Anglisierung gegriffen: Wenn man immer von "Carbon" und "Carbonfasern" spricht (noch besser wäre doch "Carbonfiber", lieber Spiegel) statt von Kohlenstoff und Kohlenstofffasern, dann wirkt das offenbar viel futuristischer, auch wenn mancher Leser dann denkt, "Carbon" sei etwas ganz Neues, weil er nicht weiß, was es bedeutet (aber das ist ja die Absicht, die dahintersteht). Zum "Zukunfts-Werkstoff": Der Trabant wurde mit einer teilweisen Phenoplastkarosserie seit 1953 gebaut, das westdeutsche Bayer-Kunststoffauto ist m.W. von 1967. Großflächiger Einsatz von Kunststoffen im Auto ist heute normal, bereits in den 1980ern war der Plastikanteil in vielen Autos nicht unerheblich. Und es ist wirklich kürzlich nichts passiert, was diese gekünstelte Aufgeregtheit im Artikel zum Thema "Carbon" rechtfertigen würde. Auch ist man nicht auf das Unternehmen SGL Carbon angewiesen, um Autos mit Kunststoffteilen aufzustatten. Bliebe denn von der Meldung nicht genügend Berichtenswertes übrig, wenn man einfach vom Tauziehen der zwei Autohersteller um das Unternehmen SGL Carbon berichtet hätte? Ulriko PS: Dass ausgerechnet der seit über 100 Jahren (Bakelit) bzw. 300 Jahren (wenn man Gummi mitzählt) für Kunststoffe benutzte Kohlenstoff zum Zukunfts-Werkstoff ausgerufen wird (genauer wäre: Rohstoff, der Werkstoff ist ja der Kunststoff, nicht der Kohlenstoff), ist angesichts der Thematik, dass es mit Erdöl als Rohstoff langsam zuende geht und man daher im Energiesektor fieberhaft überlegt, wie man in den nächsten 50 Jahren die Energieversorgung bezahlbar sichert, auch ein bisschen lustig. Wann kommt die Meldung, dass angereichertes Uran der neue Zukunftswerkstoff ist? ;-)
erst_denken 17.10.2011
Lieber Herr Ulriko, ihr Beitrag zeugt leider nicht von großer Fachkenntnis. Sicherlich ist in (fast) allen Kunststoffverbindungen Kohlenstoff drin. Vor allem in denen, die aus Erdöl gewonnen werden. Wenn Sie schon eine Liste der [...]
Lieber Herr Ulriko, ihr Beitrag zeugt leider nicht von großer Fachkenntnis. Sicherlich ist in (fast) allen Kunststoffverbindungen Kohlenstoff drin. Vor allem in denen, die aus Erdöl gewonnen werden. Wenn Sie schon eine Liste der "neuen" Kohlenstoff-Werkstoffe aufmachen. Dann gehen Sie ruhig noch ein paar Tausend Jahre zurück. In Tiersehnen für den Bogen der ersten Jäger war auch schon jede Menge Kohlenstoff drin. Die Kohlefaser-Produkte, die von der SGL Carbon hergestellt werden, sind aber keine Plastikprodukte. Damit hinkt der Vergleich mit der Phenoplaste im Trabbi gewaltig. Hier geht es um Verbundwerkstoffe mit Kohlefasern, die alles andere als Kunststoff(Plaste-)fasern sind. Wenn man sich sein Glasfaser-Epoxydharz-Laminat-Surfbrett auch mittlerweile selbst in der Garage herstellen kann, ein Kohlefaserverbund ist was ganz anderes. Das ist Hochtechnologie, die man nicht einfach mal so in China nachmacht. In einem gebe ich Ihnen Recht: Entweder Kohlefaser oder carbonfibre. Carbon-Faser ist Murks.
nur ein paar kleine Korrekturen was meinen Vorredner betrifft: Carbonfasern sind etwas anderes als herkömmlicher Kunststoff. Wie auch im Beitrag richtig beschrieben, wird Plastik aus Erdölderivaten hergestellt. Carbonfasern [...]
nur ein paar kleine Korrekturen was meinen Vorredner betrifft: Carbonfasern sind etwas anderes als herkömmlicher Kunststoff. Wie auch im Beitrag richtig beschrieben, wird Plastik aus Erdölderivaten hergestellt. Carbonfasern hingegen bestehen, wie der Name schon sagt, aus Kohlenstoff und zwar aus reinem Kohlenstoff. Oft handelt es sich dabei um sogenannte "carbon nano tubes" (um bei den Anglizismen zu bleiben) bestehend aus einzelnen, aus nur 1 oder wenig mehr Kohlenstoffatomen aufgebauten Schichten. Diese nano tubes sind sehr widerstandsfähig und haben ein äußerst geringes Eigengewicht (noch viel weniger als Plastik) und können leicht zu Geweben oder Werkstoffen weiterverarbeitet werden. Die so entstehenden Werkstoffe haben viele positive Eigenschaften und zwar ganz andere als Plastik. Insofern ist es schon richtig, dass es sich hier um einen neuen Werkstoff handelt, da dieser auch erst in den letzten Jahren Marktreife erreicht hat. Ganz sicher gab es weder hier noch irgendwo anders auf der Welt in den 50er oder 60er Jahren Autos, die ganz oder teilweise aus Carbonfaser bestanden. Dort war Kunstoff verbaut, der wie alle anderen Kunstoffe auch auf Erdölbasis hergestellt wurde. Gruß, ein Chemiker...
fussball11 17.10.2011
Carbon besteht grundsätzlich schon aus Erdöl weil das die Grundlage der Herstellung ist. Wenn ist es ein hochentwickeltes Plastik, das aber ohne Kunstharze fast unbrauchbar ist. Erst durch laminieren einzelner Matten mit Kunstharz [...]
Carbon besteht grundsätzlich schon aus Erdöl weil das die Grundlage der Herstellung ist. Wenn ist es ein hochentwickeltes Plastik, das aber ohne Kunstharze fast unbrauchbar ist. Erst durch laminieren einzelner Matten mit Kunstharz werden daraus Werkstücke. Und eben dieses laminieren ist eine elende Arbeit und wird zum größten Teil von chinesischen Wanderarbeitern ausgeführt. Das ist weder High Tech noch Öko. Schon gar nicht wenn es auf den Müll kommt, dann wird es zu einem Problem. So gesehen ist lediglich der Grundprozess bei der Herstellung Hightech, was danach kommt ist Steinzeit. Was nicht bedeutet das die Produkte nicht gut sind, so wie viele andere Plastiksachen aber auch.
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