Gerüche und Rauch an Bord: Zwei Germanwings-Jets müssen Flug abbrechen

Landeanflug einer Germanwings-Maschine (Archivbild): Erneut seltsame Gerüche an Bord Zur Großansicht
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Landeanflug einer Germanwings-Maschine (Archivbild): Erneut seltsame Gerüche an Bord

Rauch in der Kabine und seltsame Gerüche haben Germanwings-Piloten erneut zu außerplanmäßigen Landungen gezwungen. Zwei Maschinen der Fluggesellschaft erreichten deshalb am Sonntag nicht ihr Ziel. Ähnliche Berichte häufen sich in letzter Zeit - auch andere Airlines sind betroffen.

Köln - Rauchentwicklung und úngewöhnliche Gerüche in Cockpit und Kabine haben am Sonntag die Piloten gleich zweier Germanwings-Maschinen zu außerplanmäßigen Landungen gezwungen. An Bord der Flugzeuge befanden sich 141 beziehungsweise 120 Passagiere und die jeweiligen Crews. Bei den betroffenen Flugzeugen handelte es sich um Maschinen des Herstellers Airbus.

Am Sonntagmorgen hatten Germanwings-Piloten nach dem Start in Dortmund seltsame Gerüche im Cockpit des Airbus wahrgenommen und waren sicherheitshalber in Genf gelandet. Zum eigentlichen Reiseziel Palma de Mallorca brachte die Airline einem Unternehmenssprecher zufolge die 120 Passagiere inzwischen mit einer anderen Maschine.

Wenig später musste eine Germanwings-Maschine wegen Rauchs und Gerüchen in der Kabine umdrehen. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Angaben einer Passagierin gegenüber SPIEGEL ONLINE. Es habe eine "leichte Rauchentwicklung in der Kabine" gegeben, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte Germanwings lediglich Gerüche als Grund dafür genannt, dass die Piloten kurz nach dem Start in London mit Ziel Stuttgart umgekehrt seien. Die Maschine landete wieder auf dem Londoner Flughafen, die 141 Passagiere und die Crew verließen den Airbus über die Treppen. "Das Flugzeug wird gegenwärtig von Technikern untersucht, um die Ursache für das Problem identifizieren zu können", teilte die Fluggesellschaft mit.

Immer wieder Zwischenfälle wegen übler Gerüche an Bord

In den vergangenen Monaten und Jahren häuften sich Berichte über seltsame und üble Gerüche an Bord von Flugzeugen - sowohl bei Maschinen von Airbus als auch des amerikanischen Konkurrenten Boeing. Viele Fluggesellschaften waren bislang davon betroffen.

Im März dieses Jahres kam es etwa in einer Boeing-Maschine der Fluggesellschaft Condor zu einem Zwischenfall: Auf einem Flug von Hamburg nach Gran Canaria saß der Co-Pilot zeitweise mit einer Atemmaske hinter dem Steuerknüppel, nachdem sich ein übler Ölgeruch von den Triebwerken in Cockpit und Kabine breitgemacht hatte. Bei einem anschließenden Test am Zielflughafen - die Passagiere waren inzwischen ausgestiegen - seien sogar zwei Mitglieder der Kabinenbesatzung wegen der starken Dämpfe in Ohnmacht gefallen, berichteten Crew-Mitglieder.

Mehrfach erregte allerdings auch die Lufthansa-Tochter Germanwings mit ähnlichen Vorfällen Aufmerksamkeit. Im Herbst 2012 war die Airline in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt wurde, dass Piloten einer Germanwings-Maschine 2010 wegen giftiger Dämpfe fast ohnmächtig geworden waren. Im Oktober 2012 kehrte ein Germanwings-Pilot in Sardinien noch auf dem Weg zur Startbahn auf dem Rollfeld wieder um, weil der Crew ein seltsamer Geruch in der Kabine des Airbus-Jets auffiel, nachdem das zweite Triebwerk eingeschaltet worden war.

Ohnehin leidet Germanwings unter einer Art Pannenserie: Erst Ende Januar hatte eine Germanwings-Maschine nicht in Köln/Bonn abheben können, weil es Rauch an Bord der Maschine gab.

fdi/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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    Seite 1    
1. gestern abend: LH von muenchen nach nizza...
ijf 13.05.2013
Noch am boden - erst senkte die offenbar voll aufgedrehte klimaanlage die kabinentemp auf ca 17-17 grad, dann -nach anlaufen der turbinen- wurde es sehr schnell sehr warm (fast wie von nem heizluefter), wenige sek spaeter intensiver penetranter kerosin-geruch... Als ob die klimaanlage die warme, abgashaltige abluft der turbinen direkt reinzog... Nach erreichen der flughoehe war alles wieder normal...
2. Lieber mit Ryanair
spiegkom 13.05.2013
Da fliegt man doch lieber mit Ryanair.
3. Hallo
idealist100 13.05.2013
Zitat von ijfNoch am boden - erst senkte die offenbar voll aufgedrehte klimaanlage die kabinentemp auf ca 17-17 grad, dann -nach anlaufen der turbinen- wurde es sehr schnell sehr warm (fast wie von nem heizluefter), wenige sek spaeter intensiver penetranter kerosin-geruch... Als ob die klimaanlage die warme, abgashaltige abluft der turbinen direkt reinzog... Nach erreichen der flughoehe war alles wieder normal...
Ich gehe einmal davon aus, dass die Techniker von Airbus etc. genau wissen woran das liegt. Es muss halt in allen Fällen Kraftstoff gespart werden und somit über die Triebwerke Wärme abgezogen werden anstelle ein zusätzliches Aggregat im Heck einzubauen.
4.
Blitzpaal 13.05.2013
Und was ist das auf dem Bild auch eine Notlandung oder wo bleibt das Fahrwerk?
5. Vorbildliches Pilotenhandeln
plagiatejäger 13.05.2013
Natürlich ist die zivile Luftfahrt heute auf einem hohen Sicherheitsstandard - nicht nur auf dem Papier. Die Verspätung durch technische Mängel ist hinnehmest, da dadurch ja eine vorgezogene Beerdigung entfällt. Wären doch nur die Atommeiler so sicher - sie wären nie gebaut worden vor einem Endlager. Da hob man vor 50 Jahren ab ohne einem Flughafen zum landen.
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