Öger Türk Tur insolvent Zweite Tochtergesellschaft der Öger-Gruppe ist pleite

Der türkische Vorzeigegeschäftsmann Vural Öger rutscht mit seinem Reiseunternehmen immer tiefer in die Krise. Binnen wenigen Tagen musste bereits die zweite Tochtergesellschaft der Firma Insolvenz beantragen.

Reiseunternehmer Öger: Geschäftsmodell ohne Zukunft
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Reiseunternehmer Öger: Geschäftsmodell ohne Zukunft


Innerhalb weniger Tage hat der Hamburger Touristikunternehmer Vural Öger für ein zweites seiner Unternehmen Insolvenz angemeldet. Das berichtete die Firma auf ihrer Website. Knapp eine Woche nach dem 2014 von Öger gegründeten Reiseveranstalter V.Ö. Travel muss auch das Schwesterunternehmen Öger Türk Tur in die Insolvenz. Öger Türk Tur gilt als einer der größten Anbieter von Türkei-Flügen in Deutschland, ging 1972 aus dem Reisebüro hervor, mit dem Öger begonnen hatte.

Öger, der als Juror der Casting-Show "Die Höhle des Löwen" im Fernsehsender Vox sowie als früherer SPD-Europaabgeordneter einige Bekanntheit erreichte, hatte bereits in der Vorwoche den rückläufigen Türkei-Tourismus für die Schwierigkeiten verantwortlich gemacht. Die Zahl der Buchungen sei dramatisch eingebrochen, Überangebote hätten einen Preisverfall ausgelöst. Das Geschäftsmodell habe keine Zukunft.

Öger, der 1961 nach Deutschland gekommen war, hatte sein Unternehmen von 1969 an aufgebaut. Er bot zunächst Charterflüge für türkische Gastarbeiter in die Heimat an und entwickelte daraus eine ganze Firmengruppe. 2010 verkaufte der Unternehmer das 1982 gegründete Öger Tours für rund 30 Millionen Euro an den Reiseveranstalter Thomas Cook.

mik/dpa



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_alexander_ 05.01.2016
1. Die Lieblingssprüche von Öger...
und den anderen »Löwen« waren doch: "Das ist nicht skalierbar. Ganz toll - aber ich bin raus. Das ist kein Business Case."
meimic29 05.01.2016
2.
Herr Öger wurde bei "Höhle der Löwen" immer als absoluter Erfolgsmensch dargestellt. Das ihm "Öger Tours" überhaupt nicht mehr gehörte wurde natürlich zu erwähnen vergessen. Daß er die Kandidaten immer dazu anheizte Ihre Produkte "billig billig" in Asien produzieren zu lassen mag zwar aus unternehmerischer Sicht profitmaximierend wirken, aber die heimischen Arbeitnehmer hätten vielleicht auch gerne ein bisschen was zu arbeiten. Solche Sätze waren es, mit denen er meine Sympathie verspielte und weswegen ich nun wirklich freudigen Herzens sagen kann, das es mich glücklich macht, daß es mich als Unternehmer, der Verantwortung zeigt noch gibt und er schön den Bach runter geht. Auch wenn ich keine 580 Millionen Euro Umsatz mache.
84erstudent 05.01.2016
3. Erfreuliche Nachrichten
Sehr schön zu hören dass ich mit meinem Türkei-Boykott nicht alleine da stehe. Auch ich meide seit mehreren Jahren die Türkei, einfach weil ich dieses faschistoide Regime nicht unterstützen möchte. Sobald sich da was zum positiven ändert bin ich wieder da.
neill1983 05.01.2016
4. Was ist das denn für ein Blödsinn?
Man muss immer mit jedem Land der Welt mit Einbrüchen Einbußen oder ähnlichem rechnen. Egal ob Türkei Spanien Griechenland USA oder sonst wo. Es kann eine Katastrophe oder sonstige politische Probleme geben - wo dann weniger Reisen gebucht werden. Und wenn man nur ein Land anbietet und anscheinend seit 30'Jahren keine Rücklagen bilden kann - dann selbst schuld.
bernd_von_lauerstein 05.01.2016
5.
In ein Bürgerkriegsland will eben niemand reisen. Angesichts der Politik Erdogans würde ich die Türkei als Urlaubsland auch meiden. Der Sultan hat ganze Arbeit dabei geleistet, das Bild der Türkei im Ausland zu ruinieren.
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