Facebook-Partner Zynga-Aktie stürzt in die Tiefe

Herber Kursrutsch für die "Farmville"-Erfinder: Wegen mieser Quartalszahlen hat die Aktie der Online-Spielefirma Zynga im Handel nach Börsenschluss 40 Prozent ihres Werts verloren. Darunter leidet auch der Partner Facebook - er muss erstmals seit dem Börsengang Ergebnisse vorlegen.

Zynga-Logo an der Technologiebörse Nasdaq: Das wird "herausfordernder"
REUTERS

Zynga-Logo an der Technologiebörse Nasdaq: Das wird "herausfordernder"


New York - Die Quartalszahlen bestätigen erneut, was Analysten schon länger diskutieren: Es läuft schlecht beim Online-Spieleanbieter Zynga. Zwischen April und Juni verlor die Firma 22,8 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte Zynga noch 1,4 Millionen Dollar Gewinn gemacht. Nun droht Zynga ein massiver Kursrutsch. Die Papiere des Unternehmens verloren im Handel nach Börsenschluss mehr als 40 Prozent. Der "Farmville"-Erfinder hatte seine Aktie erst im Dezember zum Preis von zehn Dollar an die Börse gebracht.

Das schwache Abschneiden von Zynga belastet auch den Partner Facebook Chart zeigen. Erstmals seit dem enttäuschenden Börsengang des Online-Netzwerks stellt Facebook am Donnerstagabend Quartalszahlen vor. Zynga steuerte zuletzt 15 Prozent zum gesamten Facebook-Umsatz bei. Die Facebook-Aktie sackte im nachbörslichen Handel um neun Prozent ab.

Zynga wurde einst als künftiger Börsenstar mit einem Wert von bis zu 20 Milliarden Dollar gehandelt, das Geschäft entwickelt sich jedoch nicht so wie erhofft. Nach mehreren Quartalsverlusten kappte Zynga nun auch noch die Jahresprognose. Neue Spiele kommen später heraus als geplant, und bestehende Titel verlieren Spieler. Das Umfeld auf Facebook sei "herausfordernder" geworden, teilte Zynga mit. Mehr Nutzer als erwartet wandern vom PC zu mobilen Spielen ab.

Zynga versucht zwar auch, eine von Facebook unabhängige Web-Plattform für seine Spiele aufzubauen, sie steht aber erst am Anfang. Noch haben Zynga und Facebook eine fast symbiotische Verbindung: Über das weltgrößte Online-Netzwerk kommen die meisten Spieler zu Zynga. Das eigentliche Spiel ist kostenlos, der Entwickler verdient sein Geld innerhalb der Simulation mit dem Verkauf virtueller Güter wie Traktoren in "Farmville" oder Gebäuden in "Cityville". Facebook bekommt einen Anteil an diesen Einnahmen.

Die Anspannung vor der ersten Zahlenvorlage von Facebook als börsennotiertes Unternehmen ist groß. In den vergangenen Tagen kursierten Gerüchte, Facebook würden die ersten Nutzer weglaufen. Viele Beobachter rechnen mindestens mit einer Abschwächung des Wachstums.

dab/dpa/Reuters/dapd



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