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Untreue-Ermittlungen: Meerblick-Villa-Deal belastet Ex-Arcandor-Chef Middelhoff

Thomas Middelhoff, Ex-Chef von Arcandor, gerät stärker unter Druck: Er war nach SPIEGEL-Informationen enger als bekannt mit einem Vermögensverwalter verbandelt, der hohe Mieten von Karstadt-Kaufhäusern verlangte. Eine Rolle bei den Ermittlungen spielen: eine 33-Meter-Yacht und eine Villa am Meer.

Hamburg - Middelhoff gerät wegen seiner Beziehung zu seinem Vermögensverwalter Josef Esch unter Druck. Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass der Manager, gegen den die Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, noch weitaus enger mit dem Troisdorfer Unternehmer verbunden ist als bislang bekannt.

Ex-Arcandor-Vorstandsvorsitzender Middelhoff (Ende 2007): Spur aus Saint-Tropez
DPA

Ex-Arcandor-Vorstandsvorsitzender Middelhoff (Ende 2007): Spur aus Saint-Tropez

Auch von der durch Middelhoff und seiner Familie genutzten Villa im französischen Saint-Tropez führen Spuren zu Esch. In den Akten des französischen Grundstücksregisters wird eine S. C. I. Aldea als Eigentümer der Villa genannt. Als deren Geschäftsführer fungiert der für Esch arbeitende Rechtsanwalt Dirk Froese. Die S. C. I. Aldea gehört der Centurion Beteiligungsgesellschaft im rheinischen Königswinter, die nach den letzten verfügbaren Akten 5999 von 6000 Aldea-Anteilen hält.

Auch in der Centurion taucht Esch-Jurist Froese auf - als Prokurist. Geschäftsführer und Gesellschafter der Centurion ist Rainer Traphorn, Prokurist diverser Esch-Firmen. Er zeichnete auch den 6000. Anteil der Aldea. Dennoch erklärt Middelhoff-Anwalt Sven Thomas: "Das Haus befindet sich nicht nur im Besitz meines Mandanten, sondern ist ihm auch hinsichtlich der Eigentumsrechte zuzuordnen."

Ähnlich argumentiert er in Bezug auf eine nahe Saint-Tropez liegende 33-Meter-Motoryacht mit mehr als 4000 PS: Middelhoff sei Besitzer des Schiffes und trage "nachweislich den gesamten Aufwand". Gekauft allerdings wurde das Schiff vom Typ Mangusta 108 im Jahre 2006 von der Ullmann Krockow Esch GbR. Die Familien Ullmann und Krockow gehören zum innersten Zirkel des Bankhauses Sal. Oppenheim, das mit Esch zusammen jene Immobilienfonds auflegte, an denen auch Middelhoff beteiligt ist.

Der Manager war ins Visier der Ermittler geraten, weil er an vier Esch-Fonds beteiligt ist, deren Immobilien zu horrenden Preisen an Karstadt vermietet sind. Als Konzernchef von KarstadtQuelle und des Nachfolge-Unternehmens Arcandor soll er darauf verzichtet haben, eine Millionenklage gegen Esch anzustrengen, obwohl der einen zugesagten Ausgleich für die Mondmieten - nach Karstadt-Auffassung über 100 Millionen Euro - nicht gezahlt hatte. Middelhoff bestreitet die Vorwürfe, eine Klage gegen Esch sei nach Ansicht mehrerer Gutachter aussichtslos gewesen.

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Forum - Auslaufmodell Warenhaus?
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1.
Askan 20.04.2009
Zitat von sysopArcandor trifft die Wirtschaftskrise mit voller Wucht, das Management hat dem Konzern einmal mehr ein Umbauprogramm verordnet. Vor allem bei den Warenhäusern von Karstadt brennt es. Doch ist da überhaupt noch etwas zu retten? Oder hat sich das gute alte Kaufhaus überlebt?
Es hat sich überlebt. Beispiele sind die großen Warenhäuser wie Karstadt und Hertie sowie zahlreiche mittelständischen Kaufhäuser, die sich immer mehr aus den Stadtzentren entfernen. Wer sich heute die Citys ansieht wie z.B. Heilbronn oder Karlsruhe, immerhin Städte mit Zentralitätsfunktion, den packt das kalte Grausen. Auch kleinere Sädte haben Probleme, z.B. Coburg, wo eine Entscheidung über die Schließung des Kaufhofes ansteht und ein namhaftes Kaufhaus seine Schließung zum Ende des Jahres angekündigt hat. Darüber hinaus haben auch andere Kaufhäuser Probleme, Woolworth, Sinn und Leffers, Wehmeyer, Poland, etcetc. Die Metro wäre froh, sie könnte Kaufhof abgeben. Die Kaufhalle gibt es schon lange nicht mehr. Es sind inzwischen zuviele Beispiele, um mit dem Fehlverhalten einzelner Unternehmen zu argumentieren. Die Städte müssen umdenken. Große Kaufhaustempel werden auf Dauer verschwinden, das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich geändert in Richtung Discounter, grüne Wiese mit bequemen Parkmöglichkeiten und Internet. Der Fachhandel wird in den Cities durch die fehlende Anziehungskraft der Kaufhäuser ebenfalls massiv leiden und aufgeben. Die Städte werden nach den Handelsunternehmen in den Cities die nächsten Verlierer sein. Wo sind die Ansätze für die Neuorientierung der Innenstädte?
2.
Senfkorn, 20.04.2009
Zitat von AskanEs hat sich überlebt. Beispiele sind die großen Warenhäuser wie Karstadt und Hertie sowie zahlreiche mittelständischen Kaufhäuser, die sich immer mehr aus den Stadtzentren entfernen. Wer sich heute die Citys ansieht wie z.B. Heilbronn oder Karlsruhe, immerhin Städte mit Zentralitätsfunktion, den packt das kalte Grausen. Auch kleinere Sädte haben Probleme, z.B. Coburg, wo eine Entscheidung über die Schließung des Kaufhofes ansteht und ein namhaftes Kaufhaus seine Schließung zum Ende des Jahres angekündigt hat. Darüber hinaus haben auch andere Kaufhäuser Probleme, Woolworth, Sinn und Leffers, Wehmeyer, Poland, etcetc. Die Metro wäre froh, sie könnte Kaufhof abgeben. Die Kaufhalle gibt es schon lange nicht mehr. Es sind inzwischen zuviele Beispiele, um mit dem Fehlverhalten einzelner Unternehmen zu argumentieren. Die Städte müssen umdenken. Große Kaufhaustempel werden auf Dauer verschwinden, das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich geändert in Richtung Discounter, grüne Wiese mit bequemen Parkmöglichkeiten und Internet. Der Fachhandel wird in den Cities durch die fehlende Anziehungskraft der Kaufhäuser ebenfalls massiv leiden und aufgeben. Die Städte werden nach den Handelsunternehmen in den Cities die nächsten Verlierer sein. Wo sind die Ansätze für die Neuorientierung der Innenstädte?
Also ich sehe in den Städten, nachdem die Kaufhäuser ausgestorben sind, nur noch Modeläden für junge Frauen, Schuhläden und Handyläden. Vielleicht ein oder zwei Schreibwarengeschäfte und die obligatorische Buchhändlerkette Thalia. Braucht man Haushaltswaren oder Kleidung für Leute über 40, die nicht mehr im junge Leute Look rumlaufen wollen, kann man lange suchen. Kein Wunder dass alle zum Discounter rennen wenn der Haushaltswaren im Angebot hat, es gibt ja sonst nirgends mehr etwas.
3. Nostalige
ArbeitsloserMathematiker 20.04.2009
Karstadt war für mich immer so etwas wie ein "Konsumanker". Außerdem versinnbildlicht Karstadt mit seinem "80er-Jahre Charme" auch die gute alte (Schmidt)-Kohlsche-BRD. Und ja: Ich fand West-Berlin mit Mauer wesentlich interessanter als heute.
4. Von den Quelle-Shops ist keine Rede
Geziefer 20.04.2009
Zitat von sysopArcandor trifft die Wirtschaftskrise mit voller Wucht, das Management hat dem Konzern einmal mehr ein Umbauprogramm verordnet. Vor allem bei den Warenhäusern von Karstadt brennt es. Doch ist da überhaupt noch etwas zu retten? Oder hat sich das gute alte Kaufhaus überlebt?
In dem Gejammer um den Abgang der Luxus-Kaufhallen, deren Waren für Kleinverdiener unerschwinglich sind, geht offenbar völlig unter, dass ca. 1.500 Quelle-Shops dicht gemacht werden sollen. Wer diese kleinen Lädchen auf dem Lande kennt, weiß, dass man dort in den Katalog schauen und gleich bestellen konnte, ein paar Tage später kam die Ware, vom Bügeleisen bis zur Waschmaschine, bezahlt werden konnten die Raten bar im Quelle-Shop. Zugleich ein dörflicher oder kleinstädtischer Treffpunkt zum miteinander reden, werden hunderte von Frauen, die auf das Einkommen aus den Quelle-Lädchen angewiesen sind, ihren Job verlieren. Offenbar kein öffentliches Thema. Stattdessen wird darüber gejammert, dass die "arme" Oberschicht ihren Kaviar nicht mehr im KDW einkaufen könnte.
5. na, da treten mir aber die Tränen in die Augen ....
...ergo sum, 20.04.2009
Anscheinend haben zuviele dieser Kaufhäuser gedacht, sie könnten den Kundenzulauf ausschließlich über den Preis regeln. Das Problem allerdings ist /war z.B. für mich und viele Andere, das sogar dort minderwertige Ware zu einem lächerlich hohen Preis angeboten wurde, - also im Preis /Leistungsverhältnis. Jämmerliche Stoffzusammensetzungen, idiotische Farben /Farbzusammenstellungen, verblödete Schnitte, hundsmiserable Verarbeitung von Nähten, Schließleisten ect. und, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, in völlig unübersichtlichen und nicht nachvollziehbaren "Raum"- = Warenaufteilungen (klar, renne mir die Hacken ab mehrmals quer durch´s halbe Kaufhaus um anstelle einer Jacke dann doch einen Blazer zu suchen, zudem fast nie zu sichtende Angestellte, die (hat man sie dann doch mal erwischt und sich geklammert) nicht nur einen völlig dämlichen Gesichtsausdruck haben, sondern entsprechend diesem auch antworten. Ganz ehrlich, - was soll ich mir die Zeit für DIESE Angebote an Waren UND ohne versierte Mitarbeiter an´s Bein binden, wenn ich es gemütlich, mit Café und Keksen am eigenen Monitor haben kann ? Nach Hause zu schleppen brauch´ich es dann ebenfalls nicht. Die Kaufhäuser haben, anstatt zu versuchen die potentiellen Käufer mit besonderem Service (z.B. anpassende Näharbeiten ect.) an sich zu locken und zu binden, feste geglaubt das es weiterhin ausreicht in großén Flächen irgendwelche Ständer aufzustellen, Kleidung dranzupappen und abzuwarten. Man könnte dazu noch vieles an begangenen Fehlern und verpaßten Chancen und Möglichkeiten aufzählen, allerdings interessieren sich die verantwortlichen Herrschaften nicht dafür. Na gut, dann eben Insolvenz. Wenn es so einfacher und besser ist. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden die Bosse sich mit ihren Finanzen jetzt einen geruhsamen Lebensabend vielleicht in der Karibik oder auf der Jacht gönnen. Blöd nur, daß die Mitarbeiter dafür auf das Arbeitsamt und die Steuergelder zurollen, - nicht konfortabel, selbstredend.
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