Untreuevorwurf WestLB-Managern droht Anklage

Die Fehlspekulationen der WestLB mit Volkswagen-Aktien aus dem Jahr 2007 haben ein juristisches Nachspiel. Erkenntnissen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zufolge sollen zwei Aktienhändler der WestLB risikoreiche Geschäfte verschleiert haben, um ihre Boni nicht zu gefährden.


Düsseldorf - Zwei ehemalige Aktienhändler stehen im Zentrum der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf - doch sie sind nicht die einzigen: "Wir ermitteln gegen 14 Personen", sagte Johannes Mocken von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf der "Rheinischen Post". Zu den Beschuldigten sollen neben den zwei Aktienhändlern auch frühere Vorstände der Bank zählen.

WestLB im Umbau: 14 Verdächtige im Visier der Staatsanwaltschaft
ddp

WestLB im Umbau: 14 Verdächtige im Visier der Staatsanwaltschaft

Eine Reihe von Befragungen stehe noch aus. Nach Angaben aus Justizkreisen ermittelt die Staatsanwaltschaft auf Betreiben der WestLB unter anderem wegen des Verdachts der Untreue zu Lasten der Landesbank.

Noch hätten die Ermittler aber nicht entschieden, ob Anklage erhoben werde, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Aus Justizkreisen sei aber zu hören, es laufe auf eine Anklage gegen die beiden Aktienhändler hinaus. Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen Markus B. und Friedhelm B. interne, vom Vorstand beschlossene Obergrenzen für Spekulationen mit VW-Aktien nicht beachtet haben. Ihr Ziel sei es gewesen, den Kursrückgang zu begrenzen, um Risiken und Verluste zu verschleiern.

Wegen der Fehlspekulationen hatte die Bank im Jahr 2007 rund 600 Millionen Euro verloren und war in die Krise geraten. Die Düsseldorfer Landesbank, die bei anderen Geschäften Risiken in Milliardenhöhe angehäuft hat, ist heute ein Sanierungsfall.

Die WestLB hatte den Aktienhändlern im April 2007 gekündigt und sie wegen Veruntreuung von Bankvermögen, Manipulation und Insidergeschäften angezeigt. Eine noch ausstehende Sonderzahlung an Markus B. in Höhe von einer Million Euro wurde gestoppt. Der Aktienhändler hatte nach Informationen der "SZ" zwischen 2000 und 2006 rund 4,75 Millionen Euro an Boni kassiert.

Aus Sicht von Markus B. stellt sich die Sache allerdings ganz anders dar. In der WestLB habe Druck geherrscht, die Profitvorgaben zu erfüllen. Als man beim Handel mit VW-Aktien mehr und mehr Geld verloren habe, sei aus dem Vorstand die Direktive gekommen, weitere Defizite im Hinblick auf das Quartalsergebnis auf jeden Fall zu vermeiden. Er selbst, so Markus B., sei lediglich "Bauernopfer". Der Anwalt von Markus B. teilte auf Anfrage mit, sein Mandant wolle sich zu den Ermittlungen nicht äußern. Bei einer Verurteilung wegen Untreue drohen Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Haft.

Die Landesbanken in der Übersicht
BayernLB
Die BayernLB gehört über die BayernLB Holding AG zu rund 94 Prozent dem Freistaat Bayern und zu rund sechs Prozent dem Sparkassenverband Bayern. mehr auf der Themenseite...
Bremer Landesbank
Die Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg Girozentrale gehört zu 92,5 Prozent der Nord/LB. Das Land Bremen hält einen Anteil von 7,5 Prozent. mehr auf der Themenseite...
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Die HSH Nordbank ist aus der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein hervorgegangen. Als einzige Landesbank hat sie einen privaten Anteilseigner: Der US-Investor JC Flowers hält 9,2 Prozent der stimmberechtigten Anteile. Die Hansestadt Hamburg hält 10,9 Prozent, 15 Prozent gehören dem Land Schleswig-Holstein und den Sparkassen des Landes. Der Hauptanteil von 64,2 Prozent wird vom HSH Finanzfonds, einer gemeinsamen Anstalt der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, gehalten.mehr auf der Themenseite...
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Die LBBW ist die größte deutsche Landesbank und gehört zu jeweils 35,6 Prozent dem Land Baden-Württemberg und den Sparkassen des Landes. Die Stadt Stuttgart hält 18,9 Prozent, die rheinland-pfälzischen Sparkassen und die Landeskreditbank Baden-Württemberg halten je 4,9 Prozent. mehr auf der Themenseite...
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Die Helaba, offiziell Landesbank Hessen-Thüringen, gehört zu 85 Prozent dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. Das Land Thüringen ist mit fünf Prozent beteiligt, Hessen mit zehn Prozent. mehr auf der Themenseite...
Norddeutsche Landesbank
Die Nord/LB gehört zu 41,8 Prozent dem Land Niedersachsen. Die niedersächsischen Sparkassen halten 37,3 Prozent, überdies sind die Sparkassen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. mehr auf der Themenseite...
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Noch gehört die SaarLB zu 75,1 Prozent der BayernLB. Weitere Anteilseigner sind der Sparkassenverband Saar und das Bundesland Saarland. Doch die BayernLB will sich in den kommenden Jahren schrittweise vollständig von dem Institut trennen. mehr auf Wikipedia...
WestLB
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mik/ddp



insgesamt 307 Beiträge
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Seite 1
H.Ehrenthal, 28.02.2009
1.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließen wie Tür absperren? Oder in den Konkurs schicken? ALLE Unternehmen in "D", die überschuldet ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, sind insolvent! Fälle für den Konkursverwalter. Sinnlos, für jede Dönerbude einen eigenen Thread zu öffnen.
E. Rolle, 28.02.2009
2.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Andere Frage, ging in Deutschland irgend ein Mensch davon aus, dass diese Landesbanken nicht in die Schieflage geraten? Die ganze Welt ließ unkontrolliert den Casinobetrieb laufen und wegen der gut funktionierenden Nachrichtenlage über zweistellige Gewinnmöglichkeiten, wollten natürlich ALLE mitmachen. Rettet nun die Canzlerin Merkel die HRE, muss konsequent JEDE Bank in Deutschland gerettet werden. Die Canzlerin hat nicht genau erklärt, warum sie die HRE rettet, also kann die nicht geäusserte Logik dann auch für jede Bankklitsche in Deutschland gelten, ob öffentliche oder private Bank. Gleiches Recht für alle, oder gilt das jetzt nicht mehr?
Liberalitärer, 28.02.2009
3.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Abwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
M. Moore, 28.02.2009
4.
Zitat von LiberalitärerAbwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
So genommen sind keine Banken mehr systemrelevant, sie machen eh' alle was sie wollen und ordnen sich wegen der ihnen gegeben Liberalität in kein System mehr ein. Daher alle bis auf die Bundesbank schließen und abwickeln, die HRE und Commerzbank zuallererst.
Bernhard Fischer 28.02.2009
5. Shut down... wir bezahlen nicht die Krise....
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließt besser die EZB, die könnte auf Milliardenforderungen aus ihren Refinanzierungsgeschäften mit Geschäftsbanken sitzen bleiben. Danach kann man weiter sehen.....
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