Urteil Schlagt nie den Chef!

Der Chef mag noch so unrecht haben - man sollte ihn dennoch nicht schlagen. Wer es doch tut, darf fristlos entlassen werden. Ein Gericht wies die Argumentation eines Arbeitnehmers zurück. Der hatte sich gerechtfertigt, er habe ja schon fast 30 Jahre in der Firma gearbeitet.


Frankfurt am Main - Auch langjährige Arbeitnehmer dürfen die Hand nicht gegen ihren Vorgesetzten erheben. Das geht aus einem heute bekannt gewordenen Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter bestätigten die fristlose Entlassung eines Lagerverwalters bei einem Fotohandel und wiesen die Klage des Arbeitnehmers zurück (Aktenzeichen: 19 Ca 7939/06).

Zwischen dem Mitarbeiter und dem Geschäftsführer war es zu einem lautstarken Streit über die Arbeitsmethoden des Lageristen gekommen. Der Arbeitnehmer versetzte seinem Vorgesetzten schließlich eine kräftige Ohrfeige. Vor Gericht berief er sich unter anderem darauf, dass er schon sehr lange dem Unternehmen angehöre. Zuvor hatte er behauptet, der Geschäftsführer habe sich selbst geohrfeigt.

Das Gericht sah die fristlose Kündigung jedoch trotz der 29- jährigen Betriebszugehörigkeit und des vorgerückten Alters des Mitarbeiters als angemessen an. Vorgesetzte müssten sich unter gar keinen Umständen von Untergebenen misshandeln lassen, auch wenn es mit diesen vorher nie Probleme gegeben habe. Eine Abmahnung sei daher überflüssig.

kaz/dpa



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