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US-Altersvorsorge: Finanzkrise kostet Pensionskassen zwei Billionen Dollar

Zwei Billionen Dollar in 15 Monaten - die US-Pensionskassen müssen durch die Turbulenzen der Finanzkrise dramatische Verluste hinnehmen. Die Prognosen der Experten sind finster: Die größten Verlierer könnten die amerikanischen Rentner sein.

Washington - Die Finanzkrise lässt viele US-Bürger um ihre Altersvorsorge bangen: Öffentliche und private Pensionsfonds in den USA haben in den vergangenen anderthalb Jahren zwei Billionen Dollar (knapp 1,5 Billionen Euro) verloren, wie der Präsident des Rechnungshofs des US-Kongresses (CBO), Peter Orszag, am Dienstag erklärte. Seit Mitte 2007, dem Beginn der Krise um faule Kredite in den USA, sei der Wert der Fonds um 20 Prozent gesunken.

Dies könne dazu führen, dass Beschäftigte, die im Alter auf Rentenzahlungen aus den Fonds angewiesen seien, länger arbeiten müssten. Zudem schränke die Krise bei den Rentenfonds vermutlich die Ausgaben der US-Bürger ein, was die Wirtschaft weiter belasten könne, sagte Orszag. Laut einer Erhebung haben kürzlich mehr als die Hälfte der Befragten die Befürchtung geäußert, dass sie wegen sinkender Erträge aus der Altersversorgung länger arbeiten müssten.

"Anders als bei Wall-Street-Managern gibt es für amerikanische Familien keinen Goldenen Handschlag, auf den sie sich im Notfall verlassen können", sagte Arbeitsmarktexperte George Miller, demokratischer Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus, der "Washington Post". "Es ist ganz klar, dass das amerikanische Rentensystem der Finanzkrise zum Opfer fallen kann."

Besonders betroffen von der Finanzkrise sind private Rentenfonds, die die Anlagen ihrer Mitglieder vor allem in Börsentitel investieren, die nun deutlich an Wert verloren haben. Weniger betroffen sind die öffentlichen Fonds, etwa von Kommunen und Behörden, die vor allem in US-Schatzbriefe investieren.

In die Rentenfonds zahlen in den USA Arbeitgeber und - auf freiwilliger Basis - auch Arbeitnehmer ein. Einer Studie zufolge haben angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage zuletzt viele Beschäftigte ihre Zuzahlungen eingestellt.

ffr/AP/AFP

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