US-Autokrise GM und Ford bitten Schweden um Staatshilfen

Die US-Autobauer General Motors und Ford suchen Hilfe im Ausland. Einem Zeitungsbericht zufolge haben sie die schwedische Regierung um eine Finanzspritze für ihre Töchter Volvo und Saab gebeten. In Amerika kämpfen sie schon länger um Geld aus dem Staatssäckel.


Stockholm - Die Konjunkturkrise trifft die Autobauer General Motors Chart zeigen (GM) und Ford Chart zeigen mit voller Wucht - jetzt, so meldet die "Financial Times", bitten sie auch im Ausland um Unterstützung für ihre ausländischen Marken. In den vergangenen Tagen seien der Chef von Volvo Chart zeigen, Stephen Odell, und Saab-Geschäftsführer Jan-Ake Jonsson getrennt voneinander bei der schwedischen Industrieministerin Maud Olofsson und anderen Politikern vorstellig geworden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider.

GM-Chef Wagoner: 248 Millionen Dollar von Schweden?
REUTERS

GM-Chef Wagoner: 248 Millionen Dollar von Schweden?

Sie hätten über eine Geldspritze verhandelt, hieß es. Die schwedische Regierung hat ihnen laut "FT" umgerechnet gut 248 Millionen Dollar in Aussicht gestellt - als Direkthilfe oder als Garantie. Die Diskussion über eine schwedische Hilfe sei allerdings noch "offen", sagte Matts Carlsson, Autoanalyst am Gothenburg Management Institute, der Zeitung.

Auch in den USA kämpfen Ford, GM und Chrysler um Staatshilfen. In der laufenden Woche wollen sie dem US-Kongress Sanierungspläne vorlegen. Im Gegenzug dürften die Abgeordneten für die erhoffte Staatshilfe von 25 Milliarden US-Dollar verlangen, dass das Geld nicht in ausländische Tochterunternehmen abfließt.

Es wird der Zeitung zufolge erwartet, dass Ford und GM dem Kongress zugestehen, sich langfristig von ihren schwedischen Töchtern zu trennen. In Deutschland erwägt die Bundesregierung, der GM-Tochter Opel eine Bürgschaft in Höhe von einer Milliarde Euro zu gewähren.

Das GM-Direktorium kam laut Berichten am Sonntag zusammen, um sein Konzept für die milliardenschweren Regierungshilfen zu überarbeiten. Der Konzern habe vor allem über Kostensenkungen beraten, verlautete am Sonntag aus mit den Gesprächen vertrauten Kreisen. Ein GM-Sprecher sagte lediglich, dass der Konzern mit seinem Vorhaben vorankomme.

GM-Chef Wagoner kämpft um seinen Job

Das GM-Direktorium setzt derweil laut "Wall Street Journal" Konzernchef Rick Wagoner gehörig unter Druck. Mehr als ein Viertel der 14 Direktoriumsmitglieder habe in den vergangenen Wochen seine Unzufriedenheit mit Wagoner zum Ausdruck gebracht, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Insider. Ganz oben auf der Liste der möglichen Nachfolger stehe der für das Tagesgeschäft verantwortliche Direktor Fritz Henderson.

Zudem wolle der Mutterkonzern des Rüsselsheimer Autoherstellers Opel die Anleihegläubiger dazu bringen, ihre Wertpapiere in Aktien zu tauschen, berichtet das "WSJ" weiter. Damit wolle Wagoner einen möglichen Antrag auf Gläubigerschutz verhindern, der ihn den Job kosten dürfte. Bei GM war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Experten halten es für möglich, dass mindestens einer der großen US-Autobauer demnächst Gläubigerschutz anmelden könnte. GM allein hat um einen Überbrückungskredit von zehn bis zwölf Milliarden Dollar gebeten. Das Unternehmen hat vor den katastrophalen Folgen für die US-Wirtschaft gewarnt, falls der Staat nicht aushilft.

ssu/dpa-AFX/Reuters



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