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US-Bank: JP Morgan überrascht Börsen mit Milliardengewinn

Schwarze Zahlen trotz Finanzkrise: Die US-Bank JP Morgan Chase verbucht Gewinne in Milliardenhöhe - und übertrifft damit die hohen Erwartungen. Auch andere amerikanische Geldhäuser haben mit ihren Ergebnissen Hoffnungen auf ein Abklingen der Börsenturbulenzen geschürt.

New York/Frankfurt am Main - Erneut vermeldet eine US-Bank in der laufenden Berichtsaison gute Zahlen: Das zweitgrößte amerikanische Geldhaus JP Morgan Chase hat im ersten Quartal einen Nettogewinn von 2,14 Milliarden Dollar verbucht. Je Aktie lag das Ergebnis bei 0,40 Dollar.

JP-Morgan-Chase-Dependance: "Happy Banking" setzt sich fort
AP

JP-Morgan-Chase-Dependance: "Happy Banking" setzt sich fort

Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies zwar einem deutlichen Gewinneinbruch, Analysten hatten jedoch mit einem noch rasanteren Rückgang auf 0,32 Dollar je Aktie gerechnet.

Die Erträge steigerte JP Morgan Chase unter anderem durch Übernahmen um die Hälfte auf den Rekordwert von 26,9 Milliarden Dollar. Vorstandschef Jamie Dimon sieht sein Institut auch bei einer anhaltenden Krise gut gerüstet, die eigene Stabilität und Stärke sei nicht in Gefahr. Bei einer Erholung sei er zuversichtlich, gestärkt in die Zukunft zu gehen, sagte der Bankchef.

Die Kernkapitalquote von JP Morgan Chase lag Ende März bei 11,3 Prozent, ohne staatliche Hilfe hätte sie bei 9,2 Prozent notiert. Rezession und steigende Arbeitslosenzahl zwingen die Bank aber, sich mit zehn Milliarden Dollar fast doppelt so teuer wie vor einem Jahr gegen Verluste aus dem Privatkundengeschäft abzusichern. Die Aktie verlor daraufhin am Donnerstag in den USA vorbörslich, nachdem sie zuvor knapp zwei Prozent zugelegt hatte. Im frühen Handel an der Wall Street legte das Papier dann wieder zum Teil deutlich zu.

Positiv stach dagegen das zuletzt krisengeschüttelte Investmentbanking hervor: Die Erträge konnte die Bank in dieser Sparte gegenüber dem Vorjahr auf 8,3 Milliarden Dollar fast verdreifachen, nach einem Verlust von 87 Millionen Dollar im Vorjahr schrieb der Bereich einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar. Das Kreditkartengeschäft rutschte dagegen mit rund einer halben Milliarde Dollar in die roten Zahlen, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn in etwa gleicher Größenordnung gestanden hatte.

Bereits am Dienstag hatte Goldman Sachs in den anhaltenden Finanzmarkt-Turbulenzen mit überraschend positiven Quartalszahlen für vorsichtige Zuversicht sorgt. Vergangene Woche hatte auch Wells Fargo die Investoren mit einem Quartalsrekordgewinn von drei Milliarden Dollar überrascht.

JP Morgan Chase galt allerdings schon vorher als eines der stabilsten US-Institute in der Finanzkrise. Im vergangenen Jahr kaufte der Konzern den Großteil der zusammengebrochenen, ehemals führenden US-Sparkasse Washington Mutual. Zuvor hatte JP Morgan Chase bereits die Investmentbank Bear Stearns zum Schnäppchenpreis übernommen.

Börsianer in Deutschland nahmen die aktuellen Zahlen positiv auf. Der Dax Chart zeigen kletterte nach Vorlage auf sein Tageshoch. "Von der Berichtssaison der Banken wird die Fortsetzung der positiven Ergebnisse erwartet, was mit JP Morgan ja auch real geliefert wurde", sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. "Dass so mancher Kunstgriff in puncto Bilanzierungsspielräume angewendet wird, stört das Bild des 'Happy Banking' nicht."

suc/Reuters/dpa-AFX/AP

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