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US-Expressgeschäft: Post zahlt millionenschwere Abfindungen

Die Post will ihr US-Expressgeschäft gesundschrumpfen. 8000 Jobs sind bedroht, und die beiden Präsidentschaftskandidaten machen mit dem Thema Wahlkampf. Jetzt geht der Konzern in die Gegenoffensive: Er verspricht den Mitarbeitern dicke Abfindungen.

New York/Washington - Insgesamt 260 Millionen Dollar an Abfindungen will die Deutsche Post Mitarbeitern ihres US-Expressgeschäfts zahlen. Im Vergleich zu den Verlusten, die der Konzern mit der Tochter DHL Express Global macht, ist das ein Klacks: Rund 1,3 Milliarden Dollar Miese macht die Post jedes Jahr - eine Umstrukturierung ist in den Augen von Post-Chef Frank Appel unvermeidlich.

Protest am DHL-Standort in Wilmington: 8000 Jobs bedroht
AP

Protest am DHL-Standort in Wilmington: 8000 Jobs bedroht

Doch das Thema ist heikel: Rund 8000 Arbeitsplätze am DHL-Luftverkehrsdrehkreuz in Wilmington im Bundesstaat Ohio sind durch die geplanten Umstrukturierungen gefährdet. Inzwischen ist DHL Express Global Thema im US-Wahlkampf. John Mullen, Chef der Post-Tochter, erschien deshalb zu einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Er versuchte dort, Bedenken von US-Politikern zu zerstreuen.

Die Post will ihre Verluste in den USA eingrenzen, indem sie Frachtflüge innerhalb der Vereinigten Staaten und in die Nachbarländer Kanada und Mexiko an den Konkurrenten UPS abgibt. Mullen sagte, die Kooperation mit UPS werde den Wettbewerb nicht einschränken. "Es ist keine Fusion", betonte er.

UPS-Manager Burt Wallace sagte ebenfalls, UPS werde nur eine Dienstleistung für die Post-Tochter DHL übernehmen und sich davon abgesehen weiter einen "erbitterten Wettbewerb" mit dem deutschen Konzern liefern.

Post-Chef Appel hatte erst im August die Umbaupläne in einem Brief an den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain verteidigt. Es gebe keine Alternative zu den "drastischen Maßnahmen".

Die Post und UPS verhandeln seit Monaten über die geplante Zusammenarbeit. McCain hatte Anfang August Wilmington besucht und sich besorgt wegen des möglichen Jobabbaus gezeigt. Auch der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, äußerte sich besorgt über die Sanierungspläne.

ssu/Reuters

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