US-Finanzbranche American Express streicht 4000 Jobs

American Express kappt die Kosten: Der US-Kreditkartenanbieter will sich von Tausenden Mitarbeitern trennen. Damit verstärkt der von der Finanzkrise getroffene Konzern seine Sparanstrengungen. Bereits im vergangenen Jahr hatte American Express einen Stellenabbau angekündigt.


New York/Washington - Angesichts der grassierenden Finanzkrise forciert American Express den Sparkurs: Der Kreditkartenkonzern will zusätzlich zu bisherigen Einschnitten 4000 Jobs streichen. Damit müssten rund sechs Prozent aller Mitarbeiter gehen, teilte das Unternehmen am Montag in New York nach US-Börsenschluss mit.

American-Express-Logo: Verstärkte Sparbemühungen
Getty Images

American-Express-Logo: Verstärkte Sparbemühungen

Durch den Schnitt sollen die Personalkosten im weiteren Jahresverlauf noch um 125 Millionen Dollar gedrückt werden. Im Gegenzug rechnet der Konzern wegen des Stellenabbaus mit Einmalkosten von 117 bis 163 Millionen Dollar nach Steuern. Diese werden im zweiten Quartal verbucht.

Insgesamt will der amerikanische Finanzkonzern die Kosten in diesem Jahr mit dem neuen Sparprogramm um 800 Millionen Dollar drücken. Der Löwenanteil soll mit 500 Millionen durch gekürzte Ausgaben für Marketing und anderen Investitionen kommen. Zudem sollen zahlreiche Sachkosten gesenkt werden. Hiervon verspricht sich American Express Einsparungen von 125 Millionen Dollar. "Wir bleiben mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung weiter vorsichtig und wollen daher die Kosten weiter senken", sagte Konzernchef Kenneth I. Chenault. Er hofft, dass American Express mit dem erweiterten Sparprogramm weiter profitabel bleibt.

Bereits im Oktober 2008 hatte American Express ein Sparprogramm auf den Weg gebracht. Damals hatte das Unternehmen unter anderem den Abbau von 7000 oder zehn Prozent der Stellen angekündigt. Damit sollten die Kosten um insgesamt 1,8 Milliarden Dollar gesenkt werden. Mit den neuen Einschnitten summieren sich die geplanten Einsparungen auf 2,6 Milliarden Dollar.

US-Regierung kündigt verbesserte Kontrolle an

Mit Blick auf die Finanzkrise plant die US-Regierung eine verbesserte Kontrolle der Märkte. Finanzminister Timothy Geithner kündigte bei einer Veranstaltung des Magazins "Newsweek" am Montag an, dass sein Ressort in den kommenden Wochen Vorschläge für eine breit angelegte Reform der Aufsicht vorlegen werde.

Es gehe darum, die Risiken in der Branche zu reduzieren. In Hinblick auf die Bezahlung von Managern erklärte der Finanzminister: "Ich glaube nicht, dass unsere Regierung die Höhe von Abfindungen begrenzen sollte." Allerdings müsse es auch bei den Entschädigungszahlungen Veränderungen geben. Eine Reform könne dazu beitragen, dass Manager nicht auf Kosten ihrer Firma kurzfristige Risiken eingehen und dann auch noch hohe Abfindungen erhalten.

Die Lage am US-Kreditmarkt hat sich nach Einschätzung Geithners verbessert. Die Kreditkosten seien rückläufig und der Markt taue langsam auf. Dennoch würden die Verbraucher den gegenwärtigen Konjunkturabschwung noch schmerzlich zu spüren bekommen.

suc/dpa/Reuters



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