US-Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage ist pleite

Die Krise am US-Immobilienmarkt hat eine neue Dimension erlangt: Der Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage Investment ist pleite. Dabei hatte das Unternehmen im Gegensatz zu den bisher kriselnden Firmen auf Schuldner mit hoher Bonität gesetzt.


New York – Das Unternehmen machte seinen Anteilseignern keinerlei Illusionen mehr: Die Aktionäre könnten davon ausgehen, dass letztlich nichts von ihrem Vermögen übrig bleibe, teilte American Home Mortgage heute mit. Zuvor hatte der Hypothekenfinanzierer mit Sitz in Melville im Bundesstaat New York einen Insolvenzantrag gestellt.

Bereits zahlreiche Hypothekenspezialisten mussten in den vergangenen Wochen aufgeben, die meisten davon hatten sich aber auf zweitklassige Hypotheken konzentriert. American Home hatte vor allem auf Schuldner mit hoher Bonität gesetzt. Die Schieflage bei dem Unternehmen löste nun Sorgen aus, dass die Krise auch auf Unternehmen übergreifen könnte, die ihr Geld mit weniger riskanten Hypotheken erwirtschaften.

Zumal der Hypothekenfinanzierer verhältnismäßig schnell zusammenbrach: Ende Juli räumte das Unternehmen ernsthafte Probleme ein, erst am Freitag hatte American Home den größten Teil seines Geschäfts eingestellt und 90 Prozent seiner zuletzt rund 7400 Mitarbeiter entlassen.

Doch die Pleite bedeutet noch nicht das Ende Unternehmens. Nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts kann sich ein Unternehmen ohne direkten Zugriff der Gläubiger grundlegend sanieren, um danach als umgebauter Konzern einen Neustart zu versuchen.

ase/Reuters



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