US-Hypothekenkrise Schweizer Bank erwartet Milliardenverlust

Neue Hiobsbotschaft von der UBS: Die größte Schweizer Bank rechnet für 2007 mit einem Reinverlust von 2,7 Milliarden Euro. Noch nie zuvor hatte das Institut rote Zahlen geschrieben. Schlecht steht es auch um die französische BNP Paribas.


Zürich - Die US-Kreditkrise beutelt weltweit fast alle Banken - doch ausgerechnet in der Schweiz, wo Anleger ihr Kapital sicher wähnen, erwischt es ein Institut nun besonders hart. Die UBS Chart zeigen gab heute bekannt, dass sie für das vergangene Jahr einen Reinverlust von rund 4,4 Milliarden Franken (2,7 Milliarden Euro) erwarte.

UBS in Zürich: Probleme im Investmentbanking
REUTERS

UBS in Zürich: Probleme im Investmentbanking

Am 10. Dezember hatte die UBS wegen der US-Hypothekenkrise Abschreibungen von zehn Milliarden Dollar bekannt gegeben. Das Szenario eines Verlusts für das ganze Jahr 2007 bezeichnete die Bank damals noch als "Möglichkeit". Nun ist daraus Ernst geworden.

Wie die Bank bekannt gab, hat das Debakel allein im vierten Quartal zu einem Verlust von voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro geführt. Dadurch rutsche auch das Ergebnis für das Gesamtjahr ins Minus. Es ist das erste Mal in der Firmengeschichte, dass die UBS rote Zahlen schreibt. Genaue Daten will die Bank am 14. Februar liefern. Die erwarteten Milliardenverluste begründet sie mit Problemen im Investmentbanking infolge der US-Hypothekenkrise.

Ohne Hilfe von außen stünde die UBS noch schlechter da. Geplant ist eine Kapitalspritze von rund acht Milliarden Euro vom Staatsfonds GIC aus Singapur und von einem unbekannten Investor aus dem Nahen Osten. Ohne diese Unterstützung würde die Eigenkapitaldecke der UBS ziemlich dünn, wie aus der Mitteilung von heute hervorgeht.

Schlechte Zahlen kündigte heute auch die größte Bank Frankreichs, BNP Paribas Chart zeigen, an. Demnach haben sich die Geschäfte im Schlussquartal 2007 deutlich schlechter entwickelt als im Vorjahreszeitraum. Für das abgelaufene Vierteljahr werde ein Nettogewinn von etwa einer Milliarde Euro erwartet. Im vierten Quartal 2006 hatte BNP Paribas noch einen Reingewinn von 1,7 Milliarden Euro ausgewiesen.

Das Ergebnis wiegt umso schwerer, als Analysten mit einem leichten Gewinnanstieg gerechnet hatten. Allein die Belastungen aus der Finanzkrise bezifferte die Großbank für das Schlussquartal auf 898 Millionen Euro.

An den Finanzmärkten gibt es seit Tagen Spekulationen, BNP könnte den Rivalen Société Générale Chart zeigenübernehmen, der durch den Milliardenskandal um den Händler Jérôme Kerviel erschüttert wird.

wal/AP/dpa-AFX/Reuters



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