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US-Rezessionsangst: Euro steigt über 1,50 Dollar - Ölpreis auf Rekord

Neue Rekordstände sorgen für Aufregung an den Börsen. Erstmals wurde der Eurokurs über der psychologisch wichtigen Marke von 1,50 Dollar notiert. Experten nennen als Gründe den Anstieg des Ifo-Index und schwache Konjunkturdaten aus den USA. Auch der Ölpreis stieg auf ein Rekordhoch.

New York - Der Euro notierte am Abend mit 1,5047 Dollar - so teuer war die europäische Gemeinschaftswährung noch nie. Der überraschende Anstieg des deutschen Ifo-Geschäftsklima-Index hatte dem Euro Chart zeigen gestern einen Schub gegeben.

Devisenhändler an der Chicago Mercantile Exchange (Archivbild): Furcht vor der Rezession
REUTERS

Devisenhändler an der Chicago Mercantile Exchange (Archivbild): Furcht vor der Rezession

"Der heutige Ifo-Bericht und die jüngste Schwäche im US-Häusermarkt helfen dem Euro nach oben", sagte gestern Währungsanalyst Ashraf Laidi von CMC Markets. Unter anderem ging dem einflussreichen Index des Conference Board zufolge das Verbrauchervertrauen in den USA nach 87,3 Punkten im Januar auf 75,0 im Februar weiter zurück.

Andere Experten gingen davon aus, dass der Markt kurzfristig nun noch weniger als zuvor mit Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) rechne.

Enttäuschende US-Konjunkturdaten und Aussagen des US-Notenbank-Vizechefs Donald Kohn, die am Markt als Andeutung für die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen gedeutet wurden, sorgten für weitere Dollarverkäufe. US-Präsident George W. Bush betonte gestern allerdings, die US-Wirtschaft stecke nicht in einer Rezession und gleite auch nicht in eine solche ab. Die Wirtschaft habe zwar an Fahrt verloren, das sei aber etwas anderes als eine Rezession, sagte Bush in einem Rundfunkinterview: "Ich habe Vertrauen in unsere Wirtschaft."

Seinen bisherigen Höchstwert hatte der Euro am 23. November mit 1,4967 Dollar erreicht.

Ein hoher Euro-Kurs nützt deutschen Verbrauchern etwa bei USA-Reisen, die billiger werden. Zugleich drohen hohe Euro-Kurse die deutsche Wirtschaft zu belasten, da sie Exporte ins Nicht-Euro-Ausland verteuern.

Auch der Ölpreis hat an den Börsen von New York und London neue Rekordstände markiert: Gegen 23.30 Uhr MEZ lag der Barrelpreis für das in New York gehandelte Light Sweet Crude zur Lieferung im April um zwei Dollar höher bei 101,23 Dollar, nachdem er zuvor bis auf 101,43 Dollar geklettert war und damit seinen Höchststand vom vergangenen Mittwoch - 101,32 Dollar - hinter sich gelassen hatte.

In London überschritt der Preis für das Barrel Brent erstmals die 100-Dollar-Schwelle und ging auf bis zu 100,03 Dollar nach oben. Die psychologisch bedeutsame Marke von 100 Dollar war erstmals Anfang Januar in New York erreicht worden.

Analysten führten die erneuten Preisanstiege auf Berichte über eine bevorstehende Senkung der Rohöl-Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zurück. Die Opec will am Mittwoch kommender Woche über die Fördermenge entscheiden.

rüd/tno/Reuters/AFP/dpa

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