US-Wirtschaftskrise Hedgefonds-Star sagt lange Rezession voraus

John Paulson, der bestverdienende Hedgefonds-Manager der Welt, befürchtet eine lang andauernde Rezession in den USA. Die Ursache sieht der Finanzexperte nicht nur in der Politik - auch die Finanzinstitute hätten nicht genug aus dem Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Von Patricia Döhle und Ulric Papendick


Hamburg - Er gehe davon aus, dass sich das amerikanische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr weiter abschwächen und die Flaute bis weit ins Jahr 2009 andauern werde, sagte Paulson im Interview mit dem manager magazin.

Hedgefonds-Manager Paulson: Bestverdiener unter den Einkommensmilliardären
REUTERS

Hedgefonds-Manager Paulson: Bestverdiener unter den Einkommensmilliardären

Der New Yorker Finanzmanager, dessen Fonds Paulson & Co. rund 33 Milliarden Dollar Anlegergelder verwaltet, sagt zudem steigenden Inflationsdruck in den USA voraus.

"Leider hat sich die US-Regierung bei der Frage, ob sie die Wirtschaft stimulieren oder die Inflation eindämmen soll, fürs Ankurbeln der Wirtschaft entschieden", sagte Paulson dem Magazin. Infolge dieser Politik werde sich auch der Dollar weiter abschwächen.

Die Geschäftspolitik der amerikanischen Investmentbanken, die durch die jüngste Finanzkrise erhebliche Verluste erlitten haben, beurteilt Paulson kritisch. Die Wall-Street-Häuser seien "nach wie vor sehr aggressiv, wenn es ums Geschäft geht", so Paulson. "Mag sein, dass die Banken etwas aus der Finanzkrise gelernt haben, ich glaube aber: nicht genug."

Paulson, dessen Fonds bereits seit 1994 existiert, war im vergangenen Jahr einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgeworden, als er mit Wetten auf einen Verfall des US-Immobilienmarktes 3,7 Milliarden Dollar verdiente und sich damit an die Spitze im Einkommensranking der Hedgefonds-Manager für das Jahr 2007 setzte.

mik



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